Wahlplakate zerstört

24. September 2019 12:31; Akt: 24.09.2019 12:31 Print

Herren auf Golfwägeli als Vandalen unterwegs

SVP-Politiker mit schwarzen Schnäuzchen und überpinselte SP-Köpfe: Überall wird Wahlwerbung beschädigt. In Solothurn wurden zwei ältere Männer in flagranti erwischt.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Es scheint ein beliebtes Mittel im aktuellen Wahlkampf zu sein: das Abhängen, Versprayen und Zerstören unliebsamer Wahlplakate. Im Kanton Solothurn – wo das Aufhängen von Wahlwerbung an fast jedem Kandelaber und Masten erlaubt ist – liefern sich die gegnerischen Lager derzeit endlose Plakat-Scharmützel.

Vor wenigen Tagen wurden etwa die Portraits von SVP-Kandidaten mit schwarzen Filzern verunstaltet. Jetzt erwischten Fussgänger zwei ältere Herren in flagranti beim Zerstören von SP-Werbung im solothurnischen Hauenstein: Auf einem Golfwagen machten die Männer dort Jagd auf Plakate von SP-Ständerat Roberto Zanetti.

Bei der Solothurner SP ist man genervt: «Das Ganze ist einfach nur noch doof», meint Parteisekretär Niklaus Wepfer. Es sei ein kindischer Zank, der derzeit nicht zu stoppen sei. «Wir werden deshalb auch keine Anzeige gegen diese Personen machen», meint Wepfler.

«Also doch kein Muster der Linken»

Dennoch scheint er auch etwas froh zu sein, dass die SP-Gegner beim Vandalenakt auf frischer Tat ertappt worden sind: «Diese Bilder zeigen, dass das Zerstören von Wahlwerbung also doch kein Muster der Linken ist, wie die SVP uns letzthin unterstellte.» Es gäbe schlicht überall Leute, die für solche «sinnlosen Aktionen» zu haben seien – «das hat nichts mit der politischen Einstellung zu tun. Und ganz sicher geben wir als Partei auch niemandem den Auftrag, Wahlwerbung anderer Parteien zu zerstören», sagt Wapfler.

Er hoffe nun einfach, dass dieser Zwist bald aufhöre. Doch scheint derzeit noch keine Ende in Sicht zu sein: Erst in der Nacht auf Dienstag wurden an mehreren Orten in der Stadt Solothurn die Portraits der SP-National- und Ständeratskandidaten mit schwarzer Farbe übermalt.


(miw)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • RJA am 24.09.2019 15:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Plakate NEIN DANKE

    Sinnvoll wäre den Plakat-Urwald generell zu verbieten. Es gibt genügend andere Möglichkeiten sich zu präsentieren. Persönliche Auftritte in Radio und TV geben mehr Auskunft als ein Plakat für die Wähler. Noch besser fällt man durch Taten und Erfolge auf.

  • wählt keine Nervensägen am 24.09.2019 15:43 Report Diesen Beitrag melden

    Verständlich

    Mich nervt diese Wahlwerbung auch, ständig diese Flyer im Briefkasten trotz Stopp-Kleber mit Begründung man müsse informieren, nur ist der Infogehalt etwa gleich hoch wie bei bedrucktem WC-Papier. Dazu die grässlichen Schilder, die einem beim Autofahren die Sicht nehmen. Die Werbung ist einfach nur schlecht und nervig gemacht. Bin ich froh wenn dieser Zirkus wieder vorbei ist. Die Beilagen zu den offiziellen Abstimmungsunterlagen würden vollkommen ausreichen.

  • urschweizer am 24.09.2019 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    Ist schon richtig ...

    Plakate, ja manchmal ganze Plakatwände, teilweise auf privaten Grundstücken (in Nacht und Nebelaktionen aufgestellt) gehören sofort entfernt. In flagranti erwischt ist übertrieben - denn meist sind es die Grundeigentümer die die unerlaubte Werbung entfernen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • peter flückiger am 24.09.2019 21:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Veschandlung

    Normale Hausbesitzer muss für seinen Hundehütte eine Baubewilligung einholen, und die Parteien für Wahlen verschandeln die Landschafte um ihre Mostköpfe anzuschauen.

  • Schweizer Bürger am 24.09.2019 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    Leere Gesichter

    Also wenn ich täglich die künstlich lachenden, leeren Gesichter sehe, die mir vom Strassenrand entgegen grinsen, kann ich die Lust nach der Spraydose oder dem Edding nachvollziehen.

  • urschweizer am 24.09.2019 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    Ist schon richtig ...

    Plakate, ja manchmal ganze Plakatwände, teilweise auf privaten Grundstücken (in Nacht und Nebelaktionen aufgestellt) gehören sofort entfernt. In flagranti erwischt ist übertrieben - denn meist sind es die Grundeigentümer die die unerlaubte Werbung entfernen.

  • südi am 24.09.2019 15:43 Report Diesen Beitrag melden

    vor eigenem Haus?

    sieht mir eher danach aus, als ob die einfach Plakate rund um ihr Grundstück abhängen? ...würde ich auch...:)

  • wählt keine Nervensägen am 24.09.2019 15:43 Report Diesen Beitrag melden

    Verständlich

    Mich nervt diese Wahlwerbung auch, ständig diese Flyer im Briefkasten trotz Stopp-Kleber mit Begründung man müsse informieren, nur ist der Infogehalt etwa gleich hoch wie bei bedrucktem WC-Papier. Dazu die grässlichen Schilder, die einem beim Autofahren die Sicht nehmen. Die Werbung ist einfach nur schlecht und nervig gemacht. Bin ich froh wenn dieser Zirkus wieder vorbei ist. Die Beilagen zu den offiziellen Abstimmungsunterlagen würden vollkommen ausreichen.