Bern

13. Oktober 2009 10:26; Akt: 13.10.2009 13:15 Print

Hochwasserschutz im Mattequartier nötig

Für die aarenahen Gebiet der Stadt Bern liegt nun die vom Kanton geforderte Gefahrenkarte vor. Das Mattequartier wird darin wegen potenzieller Hochwasser als erheblich gefährdet eingeschätzt. In dieser roten Zone ist Bauen nur unter strengen Auflagen möglich.

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Die rote Zone bedeutet laut einer Mitteilung der Stadt Bern vom Dienstag, dass Menschenleben sowohl innerhalb wie ausserhalb von Gebäuden gefährdet sind.

Konkret dürfen in roten Zonen keine Bauzonen mehr ausgeschieden werden und Umbauten in bestehenden Bauten sind nur möglich, wenn damit das Risiko vermindert wird und der gefährdete Personenkreis nicht zunimmt.

Laut der zuständigen Gemeinderätin Regula Rytz verhindern die neuen Bestimmungen aber kein hängiges Bauvorhaben in der Matte. Das Gebiet sei ja überbaut, Neueinzonungen seien also nicht möglich. Wer ein Haus umbauen wolle, müsse die erwähnten Bedingungen beachten. «Das erschwert das Bauen natürlich schon.»

Sobald die Matte durch einen Hochwasserentlastungsstollen oder durch die sogenannte Objektschutz-Variante mit neuen Mauern wirkungsvoll geschützt sei, werde sie nicht mehr zur roten Zone gehören. Davon gehe man heute aus, sagte Rytz auf Anfrage weiter.

Der Berner Stadtrat verlangte aber vom Gemeinderat im letzten Mai auch noch eine dritte Variante. Wie sie sich auf die Gefahrenkarte auswirken werde, wisse man noch nicht, so Rytz. Ihre Direktion werde dem Gemeinderat noch im Herbst den Kredit für einen Studienauftrag vorlegen.

Übrige Quartiere blau und gelb

Die ebenfalls an der Aare gelegenen Quartiere Dalmazi, Marzili und Altenberg gelten gemäss der Karte als in geringem bis mittlerem Mass gefährdet. Dementsprechend sind diese Gebiete blau (mittlere Gefährdung) und gelb eingezeichnet. Im blauen Gebiet sind Menschen vor allem ausserhalb von Gebäuden gefährdet.

Die Gefahrenkarte für den Aareraum der Stadt Bern liegt ab Mittwoch auf dem städtischen Tiefbauamt öffentlich auf. Sie kann unter der Adresse www.be.ch/geoportal auch via Internet eingesehen werden. Die Gefahrenkarte für das übrige Gemeindgebiet dürfte laut Rytz in etwa einem Jahr vorliegen.

(sda)