Biel

25. Juli 2014 10:16; Akt: 25.07.2014 14:18 Print

Hohe Strafen im Bieler Raser-Prozess

Die Raser des Frienisbergs wurden gestern vor Gericht verurteilt. Ob sie sich jemals wieder ans Steuer setzen dürfen, ist noch unklar.

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Das Regionalgericht Biel sprach am Donnerstag hohe Strafen für die beiden Raser aus. (Symbolbild) (Bild: Keystone/AP/Thomas Kienzle)

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Ein Tempo-Exzess auf dem Frienisberg kommt zwei junge Schweizer teuer zu stehen: Das Regionalgericht in Biel verurteilte sie am Donnerstag zu Freiheitsstrafen von 16 und 22 Monaten.

Einzelrichterin Elisabeth Ochsner lag damit noch über den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Der eine Mann, der ausserorts mit 151 Stundenkilometern geblitzt wurde, muss 6 der 22 Monate absitzen. Die restliche Strafe ist bedingt, genau wie die 16 Monate gegen den zweiten Autofahrer, der mit 138 km/h geblitzt wurde.


Ein Rennen geliefert

Nach der Überzeugung von Staatsanwältin Céline Schenk hatten sich die beiden Männer gegenseitig zum Tempo-Exzess angestachelt und sich ein Rennen geliefert. Das bestritten die beiden Beschuldigten vehement.

Der Peugeot-Fahrer betonte, er habe den Sicherheitsabstand gewahrt und es sei zu keinerlei Überholmanövern gekommen. Beide Männer zeigten sich reuig; sie seien sich bewusst, was für einen «Blödsinn» sie begangen hätten.

Das betonten auch ihre Verteidiger. Allerdings sei zu beachten, dass sich der Tempo-Exzess auf einem geraden und übersichtlichen Abschnitt der Hauptstrasse ereignet habe. Andere Verkehrsteilnehmer seien dort zum fraglichen Zeitpunkt nicht unterwegs gewesen.

Staatsanwältin Schenk entgegnete, an jenem lauen Sommerabend um 18.35 Uhr seien noch viele Velofahrer auf dem Frienisberg unterwegs gewesen. Jederzeit hätte ein Mensch oder ein Tier aus dem Waldstück auf die Strasse treten können. Die Beschuldigten seien das hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Toten eingegangen.


Psychologische Tests

Ob sich die beiden Männer irgendwann wieder ans Steuer setzen dürfen, ist offen. Zuerst müssen sie sich einem psychologischen Test unterziehen und eine Verkehrstherapie absolvieren. Danach wird über das weitere Vorgehen entschieden.

Beide Männer gaben an, der Ausweis sei für sie beruflich wichtig. Der eine ist Automechaniker, der andere arbeitet für eine Schreinerei. Unterwegs sind sie zurzeit nach eigenen Angaben mit dem Velo und mit dem öffentlichen Verkehr.

(sda)