Wahlkampf mal anders

21. Januar 2011 13:07; Akt: 21.01.2011 14:13 Print

Huch, das ist ja gar nicht Adrian Amstutz

Der Wahlkampf um den Berner Ständeratssitz hat sein erstes kurioses Kapitel: Wer im Internet nach Adrian Amstutz sucht, landet ganz leicht bei Konkurrentin Markwalder.

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Langsam geht es in den Endspurt im Wahlkampf um den Berner Ständeratssitz von Simonetta Sommaruga. Am 13. Februar wählen die Berner den Nachfolger oder die Nachfolgerin der SP-Bundesrätin. Wer sich im Internet über die Bewerber informieren will, kommt leicht ins Staunen. Leser-Reporter Dirk hat über Google nach SVP-Nationalrat Adrian Amstutz gesucht. Seine Suche endete bei der Homepage adrianamstutz.ch und dem Eintrag: «Adrian Amstutz in den Ständerat!» In der Infozeile unter dem Link hiess es: «Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass dies die Domain eines Sympathisanten ist» (siehe Bildstrecke).

Klickt man auf den Eintrag, stellt sich allerdings schnell die Frage, was für ein Sympathisant die Homepage adrianamstutz.ch eigentlich betreibt. Statt auf der Homepage von Adrian Amstutz und seinen politischen Standpunkten landet man direkt bei Nationalratskollegin Christa Markwalder. Die Domain wird auf die Homepage der FDP-Frau umgeleitet.

«Schlechter Scherz»

Wer allerdings an einen cleveren Trick der Konkurrentin im Wahlkampf denkt, täuscht sich. «Ich habe keine Ahnung, wer sich diesen schlechten Scherz erlaubt», sagt Markwalder. Sie kenne weder die Person, auf die die Homepage eingetragen ist, noch wolle sie solche Schützenhilfe. «Ich bin für einen fairen Wahlkampf», sagt die Nationalrätin gegenüber 20 Minuten Online. «Ausserdem finde ich die Idee nicht besonders originell.» Sie will sich deshalb der Homepage-Umleitung annehmen und abklären, wer oder was dahinter steckt.

Der – im wahrsten Sinne des Wortes – umgangene Adrian Amstutz nimmt das Ganze sportlich. «Wenn das jemandem Spass macht, dann soll er seinen Spass haben», sagt der Nationalrat zu 20 Minuten Online. Er finde die ganze Angelegenheit uninteressant. Vor allem wohl auch, weil es nicht um einen Hacker-Angriff auf seine offizielle Homepage adrian-amstutz.ch geht. Wer hinter der neuen «Amstutz-Website» stecken könnte, ist Amstutz ein Rätsel.

Der Urheber scheint bemüht darum, nicht kontaktiert werden zu können. Obwohl er Internetdienstleistungen anbietet, hat er weder eine Homepage, noch eine Mail – von einer Telefonnummer gar nicht zu reden. Der Mann hätte sich in diesem Sinne wohl lieber ums eigene Geschäft gekümmert. Den Wahlkampf hat er jedenfalls nur um ein kurioses Kapitel bereichert.

(amc)