Gefrorener Thunersee

17. Februar 2019 17:04; Akt: 17.02.2019 17:04 Print

Hund kämpft 30 Minuten verzweifelt ums Überleben

Die Thuner Feuerwehr musste am Freitagnachmittag zum teilweise zugefrorenen Thunersee ausrücken. Ein Berner Sennenhund war in Not geraten.

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Bange Minuten auf dem Thuner Lachenkanal: Während rund einer halben Stunde kämpfte dort ein Hund ums Überleben. Der Berner Sennenhund war bei einem Spaziergang am Freitagnachmittag auf die Eisfläche im Hafen gesprungen. Nach wenigen Schritten auf dem schmelzenden Untergrund brach der grosse Vierbeiner schliesslich ein.

«Was danach passierte, war herzergreifend», erzählt eine Passantin, die per Zufall am Unglücksort vorbeikam. Der Hund habe sich nur mit den Vorderpfoten an der Eisfläche halten können – «er drohte, mit seinem ganzen Körper ins eisige Wasser zu gleiten».

Herrchen versucht, Hund zu retten

Sein Herrchen habe in der Panik versucht, seinen Hund selbständig zu retten – so sprang er ins halb gefrorene Wasser. Wie die Polizei gegenüber 20 Minuten sagt, kehrte der aufgewühlte Mann aber noch rechtzeitig zum Ufer zurück – «so blieb er zum Glück unverletzt», sagt Polizeisprecher Dominik Jäggi.

Vom Ufer musste der durchnässte Mann und seine Begleiterin nun ihrem Hund zuschauen, wie er sich jaulend und mit allen Kräften an der Eisscholle festklammerte, um sich so weiterhin über Wasser zu halten. «Ein Mann mit einem kleinen Boot durchquerte schliesslich die Eisfläche und versuchte, den Vierbeiner auf sein Boot zu ziehen.» Doch auch diese Aktion blieb erfolglos: Sobald der Mann den grossen Hund an Bord zu ziehen versuchte, drohte das kleine Schiffchen zu kippen. Vom Boot aus konnte der Mann den Sennenhund immerhin festhalten.

Feuerwehr zieht Hund aus See

Dann, nach weiteren Minuten des Bangens und Jaulens, kam die Rettung: Die Thuner Feuerwehr fuhr mit Blaulicht vor Ort und stach mit einem Rettungsboot in den Lachenkanal. Zwei professionell ausgerüsteten Feuerwehrmännern gelang es schliesslich, den unterkühlten Hund aus seiner gefährlichen Lage zu befreien. «Sofort wurde der Berner Sennenhund in Wärmedecken gepackt», erzählt die Spaziergängerin, die die ganze Zeit mit dem Hund mitgelitten hatte – «allen Anwesenden, vor allem den beiden Herrchen, fiel ein riesiger Stein vom Herzen.» Der Besitzer des Hundes sei vor Erleichterung am Ufer zusammengebrochen.

Wie die Berner Polizei rapportiert, wurde der gerettete Sennenhund schliesslich in eine Tierklinik gebracht – um sich dort zu erholen, sich richtig aufzuwärmen und wieder auf die Beine zu kommen. «Nur dank dem beherzten Einsatz des Bootsbesitzers und der Feuerwehr sowie der Ausdauer des Hundes gab es schliesslich doch noch ein Happy End», freut sich die Spaziergängerin.

(miw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • IchDuWir am 17.02.2019 17:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Gute im Menschen

    Herzergreifende Geschichte. Den Rettern ein riesen Dankeschön! Dem Hund gute Besserung und hoffentlich ein paar feine Leckerlis....

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  • Salbei am 17.02.2019 17:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön

    Danke an alle Helfer!

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  • Roli am 17.02.2019 17:18 Report Diesen Beitrag melden

    Anleinen

    Bei Spaziergängen mit Hunden an teilweise zugefrorenen Gewässern gehören die Hunde an die Leine!!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Birgit Amsler am 03.03.2019 08:40 Report Diesen Beitrag melden

    Hundeerziehung

    Bitte bringt den Hunden bei, auf eure Erlaubnis zu warten, ob sie auf/in den See dürfen! Nicht alle solche Storys gehen gut aus!

  • Lionella am 19.02.2019 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Ich war kurze Zeit vorher auch dort und bin echt froh, dass ich dieses Drama nicht miterleben musste. Mir hätte es das Herz gebrochen. Umso dankbarer und glücklich bin ich, dass Hund und Herrchen wieder wohlauf sind. Vielen Dank allen Rettern und Helfern, und Sämi ein langes tolles Leben mit seinem Besitzer.

  • Hundesohn am 18.02.2019 23:38 Report Diesen Beitrag melden

    Hundeschule wichtig

    Wichtig ist, dass jeder Hund in die Hundeschule geht und dort die wichtigsten Befehle lernt. Das hat hier vermutlich nicht richtig funktioniert. Mir persönlich hat die Hundeschule auch nicht so gefallen und habe deshalb abgebrochen. Heute muss ich damit leben, dass ich nicht apportieren kann.

    • biene maya am 03.03.2019 15:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hundesohn

      geduld bringt rosen. nicht jeder hund kann es auf anhieb. lernen, auch privat. Line Dance ist auch lernbar in jedem alter. Auch Tiere können. Der mensch ist.....

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  • Hundenarr am 18.02.2019 23:30 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Hund, mein Stolz

    Mein Hund hat schon 1 Leiche gefunden, einen Räuber gestellt und diesen in eine Leiche verwandelt. Danach schliesst sich der Kreis.

  • Rüdiger am 18.02.2019 23:25 Report Diesen Beitrag melden

    mangelndes Verständnis?

    Ich bin der Überzeugung, dass Mensch und Tier selbst über sich entscheiden sollen dürfen. In diesem Fall hat man den Hund vom Freitod abgehalten, was ich als verwerflich erachte. Wann werden die Menschen endlich verständnisvoller?

    • Claudia Conrad am 20.02.2019 21:13 Report Diesen Beitrag melden

      Doppelsuizid!?

      Klar, wollten beide Suizid begehen. Und schliesslich ist auf jedem Hundechip auch die Patientenverfügung gespeichert. In Sämis Fall keinesfalls eine Reanimation!

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