Hund brach im Eis ein

18. Februar 2019 21:37; Akt: 18.02.2019 21:37 Print

Halter schildert Sämis dramatische Rettung

Ein Berner Sennenhund rang am Freitagnachmittag im Thunersee um sein Leben. Die Feuerwehr konnte ihn retten. Jetzt spricht Sämis Herrchen über die bangen Momente.

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Ein friedlicher Spaziergang wurde zum dramatischen Kampf: Am Freitagnachmittag brach ein Berner Sennenhund in der dünnen Eisfläche des Thunersees ein. Sein Herrchen stürzte sich ins Wasser und versuchte ihn zu retten – erfolglos. Erst durch die Feuerwehr Thun konnte das Tier schliesslich in Sicherheit bringen. Der Vierbeiner wurde zur Erholung in eine Tierklinik gebracht.

Dem Besitzer Toni Baumer sitzt der Schock noch immer in den Knochen: «Ich sehe die Situation geistig vor meinen Augen. Es war herzzerreissend, meinen Hund fast ertrinken zu sehen.» Besonders weil Sennenhund Sämi erst ein Jahr alt ist.

Hund und Herrchen unterkühlt

Der Arzt macht sich selber grosse Vorwürfe, dass er seinen Hund von der Leine gelassen habe. «Als er dann einen Vogel sah, sprang er aufs Eis.» Passanten zeigten sich solidarisch – einer versuchte, den Hund auf sein kleines Boot zu ziehen.

«Es kam mir wie eine Ewigkeit vor, bis die Feuerwehr kam und ihn rettete. Sein Jaulen rührte mich fast zu Tränen», berichtet der Besitzer. Das Gefühl der Hilflosigkeit sei furchtbar gewesen.

Heil davongekommen

Mit 36 Grad Körpertemperatur kam der Rüde im Tiernotfall an. Sandro Walther, Tierarzt in Klinik Thun, kümmerte sich um den Hund. «Der Besitzer und sein Hund Sämi kamen unterkühlt in die Klinik. Der Rüde hat geschlottert und war aufgeregt. Er stand immer noch ein wenig unter Schock.»

Der Vierbeiner wurde gründlich untersucht und gleichzeitig mit Hilfe von Wärmelampen und einer Infusion aufgewärmt. Sämi verbrachte die Nacht in der Klinik. Am Morgen konnte er diese jedoch verlassen. «Dem Rüden mussten keine Medikamente verschrieben werden. Glücklicherweise trägt er auch keine bleibenden Schäden davon», so Walther. Der Sennenhund sei wieder munter auf den Beinen, so Baumer: «Er ist ein robuster Rüde.»

«Brenzlige Situation»

Bei der Rettungsaktion des Besitzers hätte einiges schieflaufen können. Roland Gfeller, Kommandant Schutz und Rettung der Feuerwehr Thun, erklärt: «Man sollte sich selber nie auch noch in Gefahr bringen, es kann sonst zu brenzligen Situationen kommen. In dem Fall hätte der Besitzer bei den tiefen Temperaturen des Sees in Schock geraten können.»

Gfeller kann aber die Situation des Besitzers gut nachvollziehen: «Das ist eine menschliche Reaktion, seinem Tier zur Hilfe zu eilen und ihn auf eigene Faust retten zu wollen. Gefühle kann man eben nicht ausschalten.»

(pal)