Malheur auf der Jagd

04. Dezember 2019 11:02; Akt: 04.12.2019 11:02 Print

Hund lässt Reh springen und beisst Büsi tot

Auf der Jagd biss ein Hund eine Katze tot. Die Jägerin wurde vor Gericht freigesprochen.

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Der Vorfall ereignete sich im Herbst letzten Jahres. Eine Berner Jägerin ging mit ihrem deutschen Terrier auf die Pirsch. Die Hündin hatte einen Rehbock im Visier, verlor dann aber die Fährte. Was sich in der Folge genau abspielte, ist unklar.

Sicher ist: Der Nachbar der Jägerin, ein älterer Herr, fand die Jagdhündin später bei sich zuhause im Schopf. Anstatt den Rehbock hatte sie sich offenbar eine andere Beute geholt: Zwischen den Zähnen hatte sie die Katze des Mannes.

Kollateralschäden zu akzeptieren

Beim Versuch, sie dem Hund zu entreissen, wurde er selber leicht verletzt. Die Katze segnete das Zeitliche. Die Hundehalterin wurde wegen Widerhandlung gegen das Hundegesetz per Strafbefehl verurteilt, akzeptierte diesen aber nicht. Deshalb kams am Dienstag zur Verhandlung vor dem Regionalgericht Bern-Mittelland, wie die «Berner Zeitung» berichtet.

Der Verteidiger der Beschuldigten vertrat den Standpunkt, dass Hunde bei der Jagd erlaubt seien, was dazu führe, dass Tiere getötet werden könnten. Ein Hund sei nicht in der Lage, zwischen Jagdgebiet und Verbot zu unterscheiden.

Die Argumentation stiess bei der Richterin auf Verständnis: Sie sprach die Jägerin frei. Kollateralschäden seien bei der Jagd offenbar in Kauf zu nehmen – auch wenn dies das Rechtsempfinden mancher Tierbesitzer erschüttere.

(sul)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nancy Kraus am 04.12.2019 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Gleiches Recht?

    Dann ist es doch sicher auch ein Kollateralschaden wenn ich so einen Hund erschiesse, der meine Katze jagt. Denn scheinbar hat die Jägerin ihren Hund nicht im Griff.

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  • kurt am 04.12.2019 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Was wenn der Jagdhund ein im Garten spielendes Kleinkind erwischt hätte? Würde es dann nicht auch heissen das der Hund den Unterschied nicht kennen kann?!?

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  • Sarah am 04.12.2019 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Dann können auch menschen getötet werden

    Wenn das Gericht argumentiert, dass Hunde erlaubt seien auf der Jagd und deshalb Tiere getötet werden könnten, dann ist das ein Hohn. Denn das Tier darf dann auch Menschen reissen, denn für den Hund besteht zwischen den Spezies keinen Unterschied. Alles was nicht zu seinem Rudel gehört kann schliesslich aus seiner genetischen Programmierung grundsätzlich auch getötet und gefressen werden. Und Tiere dürfen nicht durch Hunde getötet werden auf der Jagd, sondern nur durch den Jäger. Das muss auf jeden Fall weitergezogen werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Uups!! am 05.12.2019 16:37 Report Diesen Beitrag melden

    Armes Büsi

    Schmusetiger mit Killerinstinkt: 10 Millionen Wildtiere werden jährlich von Katzen getötet. So liebe Katzenfreunde. Ich schlage vor alle Hunde an die Leine und alle Katzen bleiben drinnen..

  • Versteht die Welt nicht mehr am 04.12.2019 23:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gehts noch?????

    Wenn der Jagdhund den Jogger beisst dann ist das ja dann auch kein Problem mehr! War ja nur sein Instinkt was sich bewegt wird gefangen! Hey in welcher Welt leben wir eigentlich! Die Richterin sollte man von ihrem Amt abziehen.

  • Avenarius am 04.12.2019 19:54 Report Diesen Beitrag melden

    Jäger ... jagen Tiere

    Für mich persönlich sind Jäger nur Placebo-Suvivor. Früher hat man gejagt, um Fleisch zu essen. Heute ... genau dasselbe. Nur, dass die ganze Jägerei dutzende Tiere ausgerottet hat (Biber, Wölfe, Bären, Gemse uvm.). Mittlerweile fressen die Jäger den paar Wölfen schon seit Jahren das Futter vor der Schnauze weg. Ich bin überzeugt, Jäger braucht es heutzutage nicht. Zur Kontrolle der Tierpopulation .... ha ... des Witz des letzten Jahrhunderts. Überlässt man den Jägern den Wald, dann jagen sie sowieso alles tot. Die Natur ist ohne Jäger besser dran. Wer's nicht glaubt: Urwälder angucken

  • Nur so am 04.12.2019 17:59 Report Diesen Beitrag melden

    Nur so

    Nicht ganz, denn Sie können zwischen dem einen und dem anderen Unterscheiden.

  • Butterbier am 04.12.2019 16:28 Report Diesen Beitrag melden

    Vergleich mit Mensch ungültig!

    Alle, die diese Katze mit einem Menschen vergleichen und die was-wäre-wenn-Frage stellen - Stop! Grund: Es ist nicht passiert. Auch ich habe Angst davor dass meine Tochter von einem Hund tot gebissen wird. Aber ich werde diese Katze nicht mit meiner Tochter gleichstellen. Ich werde nicht die Angst um meine Tochter mit diesem Vorfall verbinden! Würde ich das tun, würde ich auf härtere Gesetze bestehen und mich somit durch meine fiktiven Ängste weiterhin neuen Regeln und Gesetzen unterwerfen. Lasst die Angst von was-wäre-wenn nicht überhand nehmen. Hund tötet Katze. Punkt.