Bodenmarkierung in Bern

07. November 2019 16:55; Akt: 07.11.2019 16:55 Print

Ihr glaubt, am Bahnhof gebe es eine Kussecke!?

Zwei Schuhabdrücke, umrahmt von einem Rechteck: Was hat es mit dieser Symbolik am Bahnhof Bern auf sich? Leser lassen ihrer Fantasie freien Lauf und 20 Minuten klärt auf.

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Ein Twitter-User aus Bern hat unterhalb einer Rolltreppe beim Bahnhof Bern diese Markierung entdeckt. Was könnte das Symbol an dieser Stelle des Bahnhofs bedeuten? (Roter Kreis = Standort) Leser haben gerätselt. In dieser Symbolik sehen sie eine öffentliche Stehtoilette, einen ungefährlichen Handytipperplatz oder einen Ort, um Partneryoga zu praktizieren. Auch erkannten Leser eine Schutzzone vor Regenwetter für Mutter und Kind, eine offizielle Kussecke, aber auch einen Treffpunkt für Blind-Dates oder etwa den Warteplatz für jeweils einen Handwerker und einen Büroangestellten. «Ein Testobjekt der SBB, zum Schauen, wie viele Pendler man auf einem Quadratmeter zusammenpressen kann», meint ein weiterer Leser. «Die Markierung bedeutet: Jungs und Mädels benehmt euch! Kein Küssen, kein Knutschen...» Was sagen wir dazu? Äusserst kreativ zwar, aber selbstverständlich völliger Quatsch! Die Fläche ist offiziell ein bewilligungsfreier Promotionsplatz. Im Rechteck dürfen laut den SBB-Nutzungsbestimmungen maximal zwei Personen während maximal 20 Minuten Werbung machen. «Nicht gestattet ist das aktive Anhalten oder in den Wegstellen von Passanten, das Musizieren oder Reden/Vorträge halten», stehen weiter in den Richtlinien. Pendler beobachten in der Berner Zone immer wieder Anhänger religiöser Gruppen. Während Firmen, Parteien und Marken ihre Promotionen mit einer Bewilligung an den besser frequentierten Plätzen des Bahnhofs verteilen, werden auf den bewilligungsfreien Promotionsplätzen oft Flyer für Gratis-Bibelstunden oder religiöse Magazine verteilt.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Eine Bodenmarkierung im Bahnhof Bern wirft Fragen auf. Was sollen die zwei weissen Schuhabdrücke signalisieren? Was soll man dort unter einer Rolltreppe als Pendler oder Passant tun dürfen?

Die 20-Minunten-Leser haben fleissig gerätselt. Für Manuel aus Biel ist klar, dass das markierte Feld ein analoger Marktplatz für Alleinstehende ist: «Hierbei handelt es sich um einen Single-Spot, in welchem sich Singles hineinstellen können.» Und dann? «Falls ein anderer Single die Person, welche sich im Spot aufhält, interessant findet und kennenlernen möchte, kann er sich dazu stellen.» Wie praktisch, danke Manuel!

Ort für Blinde-Dates – oder doch eine Stehtoilette?

Andere erkennen in dieser Symbolik eine öffentliche Stehtoilette, einen ungefährlichen Handytipperplatz oder einen Ort, um Partneryoga zu praktizieren. Auch erkannten Leser eine Schutzzone vor Regenwetter für Mutter und Kind, eine offizielle Kussecke, aber auch einen Treffpunkt für Blind-Dates oder etwa den Warteplatz für jeweils einen Handwerker und einen Büroangestellten.

Leserin Tina glaubt hingegen, die Markierung sei eine reine Vorsichtsnahme, damit die Pendler nicht den Kopf anstossen: «Dort, wo die grösseren Füsse sind, hat ein grösserer Mensch unter der Schräge der Rolltreppe Platz zum Durchlaufen. Bei den kleineren Füssen kommt der kleinere Passant unten durch.»

Dafür ist die Zone wirklich

Was sagen wir dazu? Äusserst kreativ zwar, aber selbstverständlich völliger Quatsch! Die Fläche ist offiziell ein bewilligungsfreier Promotionsplatz. Die SBB Stellt diese kleine Fläche auf der Rückseite des Bahnhofs zum Flyerverteilen und Informieren zur Verfügung. So schreibt Leser Adrian völlig korrekt: «Diese Markierung ist für die anmeldefreie Promotion von Produkten gedacht.» Im Rechteck dürfen laut den SBB-Nutzungsbestimmungen maximal zwei Personen während maximal 20 Minuten Werbung machen. «Nicht gestattet ist das aktive Anhalten oder in den Wegstellen von Passanten, das Musizieren oder Reden/Vorträge halten», stehen weiter in den Richtlinien. Auch in den Bahnhöfen Basel SBB, Genf, Lausanne, Luzern, St.Gallen, Winterthur, Zürich und Zug sind solche kleine Flächen für die ideelle Nutzung markiert.

Pendler beobachten in der Berner Zone immer wieder Anhänger religiöser Gruppen. Während Firmen, Parteien und Marken ihre Promotionen mit einer Bewilligung an den besser frequentierten Plätzen des Bahnhofs verteilen, werden auf den bewilligungsfreien Promotionsplätzen oft Flyer für Gratis-Bibelstunden oder religiöse Magazine verteilt. Leser Go betitelt das Viereck so als «religiöse Rückzugsebene».


(miw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pete G am 07.11.2019 17:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frontal ist anders!

    Wer hat bloss diese Benutzungsregeln fotografiert.....? Ein ungünstigerer Winkel war nicht mehr möglich?

    einklappen einklappen
  • bambi am 07.11.2019 17:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ahaa

    die gibts auch in Zürich Hb vor dem Mc clean

  • mark am 07.11.2019 17:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so

    da müsste die sbb auch erst eine promotion machen und mit 2 personen informieren:-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • M.Z.Bern am 08.11.2019 11:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sektierer

    Diese Leute sind sehr penetrant und in Bern trifft man sie überall. Besonders wo Touristen die Sehenswürdigkeiten anschauen. Die mitgeführtenTafeln sind in allen Sprachen angeschrieben. Auch unter den Lauben, wird man immer wieder angesprochen, bzw. Heftli verteilt und aufgedrängt. Einfach mühsam, wenn man weiss, wie sich diese Gruppe finanziert. Sollte im öffentlichen Raum verboten werden.

  • Typhoeus am 08.11.2019 07:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Schlager daraus machen

    und an der Eurovision damit antreten. Das sichert den allerletzten Platz.

  • Typhoeus am 08.11.2019 07:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Ordnung

    Jeder Quadratmeter zählt. Ausdruck totaler Psychosenbürokratie. Kampf den letzten Freiräumen.

  • Eidgenossin am 08.11.2019 06:45 Report Diesen Beitrag melden

    Lachhaft und Peinlich!

    Mein Gott,mit was eine Gratiszeitung ihre Seiten füllen muss,einfach nur lachhaft und peinlich!

  • Roger Campos am 08.11.2019 00:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy