Exklusives Essen in Lagerhalle

21. Oktober 2018 18:13; Akt: 21.10.2018 18:13 Print

Veganes Gourmet-Essen für 275 Franken

Surrendes oder essbares Besteck, dinieren im ehemaligen Hochregallager der PTT und alles rein vegan und regional: Am Steinbeisser-Event in Bern ist nichts gewöhnlich.

«Steinbeisser» im ehemaligen PTT-Areal. (Video: Benjamin Hostettler)
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«Steinbeisser» – das bedeutet Vermischung von Gastronomie, Architektur, Design und Kultur. Für 275 Franken konnten Berner Gäste veganes Essen mit selbst hergestelltem Besteck verzehren.Gegründet 2009 von Martin Kullik und Jouw Wijnsma, machte die Eventreihe am Samstag und Sonntag in Ostermundigen bei Bern Halt. Auf dem Gelände der ehemaligen PTT servierten die beiden Sterneköche Fabian Raffeiner und Simon Apothéloz den Gäste ein exklusives 6-Gänge-Menu aus rein veganen und regionalen Zutaten. 20 Minuten hat den Köchen und Gästen über die Schulter geschaut.

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Beim leerstehenden Hochhaus in Ostermundigen angekommen, deutete wenig auf den glamourösen Anlass hin. Doch auf den tristen Betonblöcken und in Industriehallen spielte sich der Abend für besondere Feinschmecker ab. «Edel ist eine Frage der Perspektive», sagt Initiant Kullik.

Beide Locations des Abends hatten eine gewisse Symbolik. «Apéro und Amouse-Bouche servieren wir auf der Terrasse des Hochhauses. Die Leute sollen sich gross und erhaben fühlen.» Das eigentliche Diner sollte dann das genaue Gegenteil darstellen, so Kullik: «Im ehemaligen Hochregallager mit den hohen Decken fühlen sich die Gäste dann bescheiden und klein.»

Im Rausch der Sinne

Explosion der Sinne

«Steinbeisser» ist denn auch weit mehr als nur Kulinarik.«Die Leute sollen mehr geniessen und sich mit dem Essen befassen; Slow Food im Gegensatz zum weit verbreiteten Fast Food ist die Devise.» Dass dies aufgeht, war eindrucksvoll zu beobachten: Die Gäste testeten neugierig die selbstgemachten und teils Töne erzeugenden Löffel und Gabeln, die extra von zehn lokalen Künstlern für den Anlass entworfen wurden. Die Besucher tauschten sich aus, rochen an den Gerichten; denn jeder Gang ist eine Show. Andächtig hörte man auch den Erklärungen der beiden Sterneköche zu und machte sich schliesslich bewusst Gedanken darüber, was man gerade verspeist.

Dabei wurden sämtliche Geschmackssinne gefordert. Auf der Speisekarte standen Vinschgauer Brotessenz mit Röstzwiebelcrème, im Rapsöl confierter Sellerie, salziges Apfelsorbet mit Topinambur-Hippen, Muskatkürbis, Fichtensprossenemulsion, eingelegte Fichtensprossen, Randensorbet mit knusprigem Hafer oder Schwarzbrot mit Sonnenblumenkernen, Quitten und Kräutern.

Sich Zeit lassen und die Sinne wirken lassen, war das Motto des Abends. Dementsprechend begeistert zeigten sich die Gäste: «Wunderbarer Abend in einer tollen Ambiance», «vom Essen bis zur Stimmung ist alles liebevoll abgestimmt», oder «solche Events muss es öfters geben» hiess es an der festlich geschmückten Tafel.

«Hatten kein fliessend Wasser»

Während die Gäste genossen, bedeutete der Anlass für die beiden Starköche Fabian Raffeiner und Simon Apothéloz und ihre Mitarbeiter hohe Belastung und Organisationstalent. Dazu Raffeiner: «In der ehemaligen Lagehalle haben wir kein fliessend warmes Wasser und keinen Abfluss. Auch das Licht ist nicht ideal.» Doch die beiden Köche warenvorbereitet: Insgesamt habe die Planung etwa eineinhalb Jahre Vorlaufzeit gebraucht.

Obwohl die beiden Sterneköche in exquisiten Anlässen geübt sind, stellte dieser Event in jeglicher Hinsicht eine Herausforderung dar. «Es gab sehr viele Regeln, die wir beachten mussten. Zum Beispiel nur vegane und regionale Lebensmittel, keine Binde- oder Geliermittel.» Ausserdem sei vegane Küche für einen Koch nicht unbedingt das Wahre, erklärt er mit einem Schmunzeln. Die Vorfreude sei aber riesig gewesen, sich dieser veganen und zugleich exklusiven Herausforderung zu stellen.


(bho)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefan am 21.10.2018 18:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Essen

    Mein Ziel ist es, nachdem essen, keinen Hunger mehr zuhaben. Wäre ich dort gewesen ich hätte noch Hunger.

    einklappen einklappen
  • schleckmaul am 21.10.2018 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur die sterne

    275 sfr das ist vieeeel zu teuer was kostet ein kilo rüben oder auch die zutaten keine 30 sfr das ist abzocke und hat mit essen nichts zu tun ich zahle viel geld um auswärts zu essen und dann sollte preis leistung stimmen

    einklappen einklappen
  • AGONIE73 am 21.10.2018 21:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Veganer leben feudal.

    E Rüebli und e Stück Gurke, für 275.-. Hent doch e Flick furt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Blue Monday am 30.10.2018 13:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sicher sehr gut

    Das Essen war sicher gut , hätte es gerne propiert . Aber viel zu teuer!

  • Fine Dining am 22.10.2018 20:06 Report Diesen Beitrag melden

    Einzigartig

    Ich war Gast & es war großartig. Das einzigartigste, was ich je erlebt habe. Ich bin Leon Veganer, aber was wir da alles gesehen & erlebt haben war das zigfache wert. Danke allen, die es möglich gemacht haben.

  • fredi gutrtner am 22.10.2018 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    Vergoldedetes Veganes Essen

    Für Gemüse und Körnerpickerei so viel zu bezahlen ist wirklich nur etwas für Spinner. Wie manch Ergänzungbezüger könnte sich da mit Lebensmittel eindecken. Dekandenz pur

  • René am 22.10.2018 06:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bonus

    Für 275 Franken ein Veganes Essen ? Ich hoffe doch sehr dass das inkl. Happy- Ending war .

  • Kusimodo am 22.10.2018 05:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gewusst wie

    Es gibt tolle Kochbücher für Vegetarier. Ich liebe diese, denn die haben sehr feine Salate und Gemüsevarianten drin. Dazu das passende Stück Fleisch und den Wein. Mmmh... lecker.