Grosser Polizeieinsatz

28. Juni 2018 10:07; Akt: 28.06.2018 16:20 Print

Ausgebüxte Kängurus im Kanton Bern erlegt

In der Nacht auf Samstag wurden in der Region Biel mehrere Kängurus gesichtet. Die Kapo Bern nahm sich der Sache an. Schliesslich musste eine Fachperson die Tiere erlegen.

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Gegen vier Uhr am Samstagmorgen ging bei der Kantonspolizei Bern eine ungewöhnliche Meldung ein: Eine Person hatte in der Region Biel ein Känguru gesichtet. Nach kurzen Abklärungen stellte sich die Meldung als wahr heraus: Einem einheimischen Mann waren mehrere Wallabys – eine etwas kleinere Känguru-Variante – aus dem Gehege entwischt, wie die Kapo rausfand.

«Gefährliche Situationen für Verkehr möglich»

Diese kuriose Meldung zog einen Einsatz der Polizei nach sich. Um der ungewöhnlichen Lage Herr zu werden, berieten sich die Beamten mit dem Wallaby-Besitzer und kamen zum Schluss, dass ein Einfangen nicht möglich sei. «Nach Absprache mit dem Besitzer wurde entschieden, die Tiere aus Sicherheitsgründen zu erlegen.» Laut Polizeisprecherin Letizia Paladino hätte es zu gefährlichen Situationen insbesondere im Strassenverkehr führen können, berichtet die«Berner Zeitung».

«Ein Tier von Zug erfasst»

Bereits während des Wochenendes konnte eine «Fachperson mit Jagdpatent, die nicht der Polizei angehört», drei der Beuteltiere erlegen. Am Montagmorgen schliesslich wählte ein Bürger den Notruf, als er das letzte übrig gebliebene Känguru am Stadtrand von Biel sichtete. Nochmals versuchten die Polizisten, das Tier einzufangen, jedoch wurde es von einem Zug erfasst und starb. Wo und bei wem die Wallabys ausgebüxt sind, wollte die Kapo aus Gründen des Datenschutzes nicht mitteilen.

«Betäuben wäre gefährlich gewesen»

Doch hätte es andere Möglichkeiten als die Erlegung gegeben? John-David Bauder, Betriebsleiter von Johns kleine Farm, der 18 Jahre selbst Wallabys hielt, meint: «Solche Entscheide sind immer Einzelentscheide und eine Einschätzung sehr schwer.» In der Nähe einer Strasse sei dieser Entschluss aber durchaus verständlich.

Und betäuben und einfangen wie es 20-Minuten-Leser in den Kommentaren fordern? «Das Problem dabei ist, dass Wallabys sehr schreckhaft sind. Dann ist es gefährlich, ein Blasrohr mit schlecht dosierbarem Betäubungsmittel zu verwenden», sagt Bauder. Die Chance, dass das Tier dabei sterbe, sei erheblich. Und so wäre man am Ende wieder gleich weit gewesen.


(ber)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Legion 9 am 28.06.2018 10:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Herz

    Als ob ein Känguru grossen Schaden anrichten könnte, einfach gleich Erschiessen ? Kein Herz für Tiere

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  • Antheya am 28.06.2018 10:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    :(((

    :((( Ich hätte dem Abschuss nie zugestimmt!

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  • Heidi Heidnisch am 28.06.2018 10:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freiheitskämpfer

    So, so, das ist also die Art wie heutzutage in der Schweiz mit freiheitsliebenden Wesen umgegangen wird. Als wenn der Verkehr nicht hätte angehalten werden können.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tierpflegerin am 28.06.2018 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    RIP

    Ich bezweifele, dass ein Betäubungspfeil irgend etwas genützt hätte. Bei uns im Zoo haben wir Abstände von nur 3m und die Tiere sind sich an uns gewöhnt. Hingegen bei einem Fluchttier, in freier Natur da haben sie keine Chance. Die Pfeile brauche meist 30min bis sie wirken. Dieses kleine Tier hätten sie danach kaum noch gefunden. Ich weiss wie es schmerzt seine Schützlinge zu verlieren aber manchmal gibt es keinen anderen Weg. Stellen sie sich vor es hätte einen Unfall verursacht, dann würden hier die Wutbürger von Polizei versagen sprechen.

  • Antonio Giovenni am 28.06.2018 13:34 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso?

    Da gibt es andere Möglichkeiten aber das Tier zu töten ist halt einfacher. Voll daneben!!!

  • Makatitom am 28.06.2018 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    In Biel hat es

    eine Tierpark mit Luchsen, dort wären sicher auch Betäubungsgewehre vorhanden. Aber die Polizei mietet ja lieber Helikopter um Balkone auf verbotene Cannabispflanzen zu kontrollieren.

  • Delta am 28.06.2018 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    Versteh ich nicht

    Eigentlich hätten Autos ja Bremsen und hätten dem Eigentümer die Tiere etwas bedeutet, dann hätte er auch dem Abschuss nie zugestimmt. Wurden sie so einfach billig entsorgt? Muss denn immer jedes Tier gleich getötet werden?

  • Maus am 28.06.2018 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    Fachkompetenz?

    Polizisten sind nicht für das fachgerechte Erlegen von Wildtieren ausgebildet. Wenn schon dann der Wildhüter oder ein geübter + erfahrener Jäger. Vermutlich war auch die Art der verwendeten Waffen ungeeignet. Die Polizei hat nämlich keine Jagdgewehre. Abgesehen davon: Das Erteilen einer Bewilligung für das Halten solcher Tiere (sofern kein grosser Zoo) ist völlig unverständlich und dilettantisch.

    • Schmid am 28.06.2018 13:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Maus

      Steht im letzten Absatz: ...wurden von einer Fachperson erlegt. Es war wohl nicht die Polizei, die die Wallabies geschossen hat.

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