Glas, Alu, PET – alles wird abgeholt

09. Dezember 2019 18:18; Akt: 10.12.2019 07:49 Print

Berner dürfen den Müll vor der Haustür entsorgen

Die Stadt Bern geht Pionierwege: Jeglicher Recycling-Müll bzw. -Wertstoff soll bald bequem vor der Haustüre entsorgt werden können.

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Laufen Sie auch wöchentlich mit Säcken voll PET-Flaschen, Aludosen und Glasabfällen zur nächsten Sammelstelle? Oder nehmen sie dazu gar das Auto? Bernerinnen und Berner sollen in Zukunft darauf verzichten können.

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Würden Sie das neue Modell begrüssen?

Während eines einjährigen Pilotprojkets wurde ein neues Abfallmodell erfolgreich gestestet: Haushalte bekamen von der Stadt einen Container vor die Türe gestellt, in dem sie sämtliche Abfälle (Kehricht, PET, Glas, Papier, Kunststoffe und Alu) fachgerecht in verschiedenfarbigen Säcken entsorgen konnten. Aus dem Bring- wird so ein Holsystem. 2022 soll dieses nun in der ganzen Stadt in Kraft treten.

Farbsack-Trennsystem nennt sich das Modell. Es ist freiwillig: Nach wie vor können sämtliche Abfälle an den bekannten Sammelstellen entsorgt werden.

Viele Befürworter

Die Stadt Bern ist damit die erste Stadt der Schweiz, welche Wertstoffe bei den Bewohnern abholen will. Bei den Bernerinnen und Bernern kam das neue System bisher gut an: 85 Prozent aller Teilnehmer des Testversuchs begrüssen die definitive Einführung, wie die Stadt gestern mitteilte. Der Gemeinderat hat nach dem positiven Feedback bereits Fachpersonen beauftragt, die öffentliche Vernehmlassung vorzubereiten. «Mit allergrösster Wahrscheinlichkeit wird es 2021 eine Volksabstimmung dazu geben», sagt Gemeinderätin Ursula Wyss.

Gemeinderätin Ursula Wyss hat das System selbst getestet. Im Video erzählt sie, wie sie die Zeit erlebt hat. (Video: RC)

Zu gut um wahr zu sein?

Das System ist einfach: Der Container wird von der Stadt zur Verfügung gestellt und von der Kehrichtabfuhr geleert. Dort können sämtliche Abfälle, die zuvor zu einer Sammelstelle gebracht werden mussten, in verschiedenfarbigen Säcken entsorgt werden. Hinzu kommt, dass Altpapier im neuen System nicht mehr fein säuberlich gebündelt werden muss, sondern ganz einfach im Container entsorgt werden kann.


Christian Jordi, Leiter Entsorgung+Recycling Bern, erklärt das System. (Video: RC)

Fast zu gut, um wahr zu sein? Nicht ganz. Einige Testpersonen bemängelten bei der Befragung, dass der Platzbedarf für Abfall im Haushalt durch das Trennsystem zugenommen habe. Die Vorteile würden jedoch überwiegen: Teilnehmende gaben an, durch die Entsorgung vor dem Haus Zeit zu sparen und den Abfall bewusster zu trennen. Ausserdem wurde begrüsst, dass der Müll rund um die Uhr vor die Türe gestellt werden konnte.

Je mehr, desto besser

Noch unklar ist derzeit, was die Farbsäcke im Detailhandel kosten sollen. «Sie werden deutlich billiger als die regulären Kehrichtsäcke», sagt Gemeinderätin Ursula Wyss dazu. Die genauen Kosten würden jedoch noch berechnet.

Neben den ökologischen Vorteilen des neuen Trennsystems weist Ursula Wyss auch auf die Gesundheit der Mitarbeiter von Entsorgung + Recycling Bern hin: «Derzeit müssen sämtliche Abfällsäcke von Hand in den Kehrichtwagen geworfen werden. Das kann früher oder später zu Rückenproblemen führen.» Mit dem neuen System leert der Kehrichtwagen die Tonnen automatisch.

Die Stadt Bern hofft, dass möglichst viele Personen das neue Modell nutzen werden: Je mehr Haushalte sich am Farbsacksystem beteiligten, desto ökologischer werde das System, geht aus einem Bericht des Instituts für Umwelt und Verfahrenstechnik der Hochschule Rapperswil hervor.

Was halten Sie vom Farbsack-Trennsystem? Erzählen Sie uns in den Kommentaren davon.

(rc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mauxion am 09.12.2019 18:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Flasche Richtung

    Sehe ich richtig das es Beutel aus Plaste sind?! Wenn ja, super. Im/an der Kasse haben wir den Verbrauch mehr als halbiert, nun generieren wir ihn wieder wo anders. Bravo

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  • Z P am 09.12.2019 18:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Farbige Kehrrichtsäcke

    Wo deponiere ich die 6 verschiedenen Säcke in meiner Wohnung bis sie voll sind ?

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  • Zoroaster am 09.12.2019 18:50 Report Diesen Beitrag melden

    Allerlei Mixturen sind möglich

    Und dann alles was nicht gebraucht wird, in den Säcken gut getarnt, entsorgen. Elektroteile, Farbreste, Medis, Grümpel etc. Gibt's da Kontrollen?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • tgdstre3 am 10.12.2019 16:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abfallkontainer im Garten

    Wenn das kommt haben wir, in Zukunft, x Abfalleimer im Garten statt Rasen und wunderschöne Pflanzen. Und in der Wohnung 10 verschiedene Abfallsäcke!!!! Ich finde es einfach idiotisch.

  • Martial2 am 10.12.2019 14:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Besser als das jetzige System...

    Eine glänzende Idee, das sollte gesamt schweizerisch angewendet werden. Man rennt schlussendlich nicht 3 Mal der Woche im Laden um PET-Flaschen zu entsorgen!

    • joli am 10.12.2019 22:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martial2

      Immer wenn man einkaufen geht nimmt man Pet und Büchsen mit und entsorgt es im gleichen Durchgang. Wo ist das Problem?? Ist doch nicht kompliziert. Diese Sammlerei, welche nur Platz im Keller (riecht sicher super dort) einnimmt ist wirklich nicht nötig.

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  • harryN am 10.12.2019 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    aber sonst gehts gut ?

    kommt so weit wie in Deutschland für jeden Sack ne separate Müllabfuhr dazu noch mehr Plastikmüll

  • Mättu am 10.12.2019 11:28 Report Diesen Beitrag melden

    Passt oder!?

    Ist sowieso voll Müll die Stadt Bern. Stinkt an jeder Ecke. Also egal.

  • ganchopancho am 10.12.2019 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    nichts als Stadtmist

    Gute Idee, jetzt schmeissen wir alle unsere Säcke vor die Säcke. Zero Points für Ursi-Müll.