Koffer weg

21. November 2019 17:02; Akt: 21.11.2019 17:15 Print

Vor Dieben in den Ferien gewarnt, zuhause beklaut

Die Rückkehr aus den Ferien geriet für eine Thunerin zum Albtraum: Am Bahnhof wurde ihr der Koffer gestohlen. Doch es gab ein Happy End.

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Silvia Gutknecht* kehrte am vergangenen Montagabend von ihrer dreiwöchigen Indien-Reise zurück. Entgegen zahlreicher Vorwarnungen aus dem Bekanntenkreis, sie solle vor Diebstählen auf der Hut sein, habe sie keinerlei negative Vorfälle erlebt. Im Gegenteil: Die Inder seien sehr ehrliche Menschen. «Als ich einmal mein Handy im Taxi liegen liess, hat es mir der Fahrer sofort gegeben», so Gutknecht. «Mir wurde nie etwas geklaut.»

«Es waren höchstens fünf Minuten»

Die gegenteilige Erfahrung machte die 60-Jährige am Bahnhof Thun. Als sie kurz in den Coop Pronto ging, um Brot zu kaufen, liess sie ihren grossen, schweren Koffer beim Eingang stehen. «Es waren höchstens fünf Minuten», sagt sie. Der Schreck war gross, als Gutknecht aus dem Laden kam: Das Gepäckstück, in dem sich zahlreiche Souvenirs und Geschenke befanden, war weg. «Ich habe nur noch geweint», sagt sie.

Die Thunerin rief umgehend die Polizei. Diese sei die Plätze abgefahren, an denen in der Vergangenheit schon Diebesgut festgestellt worden sei. Vergebens: Der Koffer blieb verschollen. Der Dieb, glaubt Gutknecht, sei wohl nicht von weit her gekommen: «Ein Verkäufer sagte mir, am Bahnhof treibe sich viel Gesindel herum und es werde so einiges gestohlen.» Ihren Verlust meldete die Frau auch dem SBB-Fundbüro.

Koffer im Zug aufgefunden

Das hat sich gelohnt: Am Dienstag erhielt Gutknacht den freudigen Bescheid, dass ihr Koffer in einem Zugabteil bei Kerzers gefunden wurde. «Das Fundbüro sagte mir, dass er komplett durchwühlt worden sei.» Erst am Samstag wird sie den Koffer in Empfang nehmen. Gutknecht ist sich aber sicher, dass einige Wertsachen fehlen werden: «Als ich etwa nachfragte, ob ein weisses Geschenkpäckli mit einer Uhr drin sei, war die Antwort Nein.»

Vor der Nachricht des Fundbüros hatte Gutknecht die Mitglieder einer Thuner Facebook-Gruppe um Mithilfe bei der Suche nach ihrem Koffer gebeten. Dabei musste sie auch viel Kritik und Belehrungen einstecken. Sie sei selber Schuld, man lasse schliesslich einen Koffer nie unbewacht stehen, meinten mehrere User. «Solche Kommentare waren nicht sehr hilfreich in meinem Zustand», sagt Gutknecht. Dennoch habe sie aus dem Diebstahl ihre Lehren gezogen: «Ich werde künftig vorsichtiger sein.»

*Name geändert

(sul)