Adelboden BE

09. April 2019 04:51; Akt: 09.04.2019 09:40 Print

Darum stehen die Influencer hier Schlange

Ein Pool mit Panoramablick auf die Alpen zieht Influencer magisch an. Das Hotel The Cambrian in Adelboden wird mit Kooperations-Anfragen überschüttet – und genehmigt diese oft.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Influencer sind ständig auf der Jagd nach dem perfekten Foto. Dazu brauchen sie eine spektakuläre Kulisse. Der Pool mit
Alpenblick des Hotels The Cambrian in Adelboden ist dafür wie geschaffen.

Fotoshootings im Pool

Riesige Kameras, Full-Face-Make-up und anzügliche Posen – die Influencer geben alles, um mit ihren Bildern möglichst viele Likes zu ergattern. «Sie machen richtige Fotoshootings», erzählt Marion Wyss, Social Media Coordinator im Cambrian gegenüber der «Jungfrau Zeitung».

Pro Monat erhalte man etwa 20 Kooperations-Anfragen: «Mal erreichen uns ganz ausführliche E-Mails mit vielen Bildern und einer Beschreibung ihres Channels, andere fragen über Instagram einfach nur: Kooperation?», erklärt Wyss. Vor allem Fitness- und Modeblogger meldeten sich häufig beim Hotel.

Geben und Nehmen

Das Hotel ist solchen Kooperationen nicht abgeneigt. Die Social-Media-Blogger erhalten bei einer Zusammenarbeit eine kostenlose Übernachtung oder einen Aufenthalt zur Media Rate, also zu einem Sonderpreis. Und manchmal geht die Initiative auch vom Hotel aus: «Es kann auch vorkommen, dass wir auf Fotografen und Blogger zugehen und diese direkt anfragen», so Wyss.

Doch Geld zahlen würde man niemandem, damit er das Hotel besucht. Die Zusammenarbeit ist eine Win-win-Situation: Der Internet-Star kann kostenlosen Urlaub machen und bekommt viele Likes auf das Foto aus dem Hotel. So werden andere Benutzer im Netz auf das Haus aufmerksam. «Ja, es ist ein Geben und Nehmen», sagt Wyss.

Follower-Anzahl nebensächlich

Doch was muss ein Influencer erfüllen, um in den Genuss einer Zusammenarbeit zu kommen? «Wenn wir den Eindruck haben, dass die Blogger zu uns passen und nicht nur sich selbst in den Fokus stellen möchten, bieten wir eine Kooperation an», so die Social-Media-Expertin.

Die Anzahl der Follower sei nicht ausschlaggebend: «Wenn uns eine Seite gefällt und der Betreffende hat nur 2000 Follower, dann ist das für uns interessanter als ein sexy Supermodel mit Millionen Abonnenten», so Anke Lock, Direktorin des Cambrian.

Die Zahlen zeigen, dass die Marktstrategie funktioniert: «Wir hatten vor fünf Jahren keinen einzigen Asiaten bei uns im Haus, wir sind uns sicher, dass der Foto-Hype der Asiaten andere Gäste hierhergebracht hat», so Lock. Mittlerweile seien rund 30 Prozent der Gäste im Hotel Asiaten.

(pal)