Rossens FR

10. Juli 2014 07:44; Akt: 10.07.2014 07:52 Print

Interpol jagt gewalttätige Freiburgerin

Eine Frau aus Rossens FR versuchte im April ihren damaligen Mann zu töten. Seither ist die 27-Jährige auf der Flucht – und jetzt auch international zur Fahndung ausgeschrieben.

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Telma Garcia, eine in Rossens im Kanton Freiburg lebende Portugiesin, wollte im April zusammen mit ihrem Freund ihren damaligen Noch-Ehemann umbringen. Zuerst zwang das Paar das Opfer mit vorgehaltener Waffe, einen «seltsamen Cocktail» zu trinken – der Ehemann ging davon aus, dieser sei vergiftet gewesen. Danach kämpfte der 43-Jährige mit seinen Widersachern, wobei seine Frau ihn mit einem Messer am Handgelenk verletzte.

Das Opfer konnte sich anschliessend auf die Strasse retten und dort einen Nachbarn auf sich aufmerksam machen. Von der Täterin und ihrem Komplizen fehlt seither jede Spur. Das Auto des Opfers war nach der Tat verschwunden, wurde später aber an einer Raststätte in Gruyère FR gefunden – leer und verschlossen.

Ist die Täterin in Rio?

Wo Telma Garcia steckt, ist unklar. Bisher hatte die Polizei bei der Suche offenbar keinen Erfolg. Seit Mai ist Garcia von Interpol zur Fahndung ausgeschrieben. Unter ihrem Namen wurde zudem eine Facebook-Seite gegründet, die bei der Suche helfen soll. Wer dahintersteckt, ist unklar. Auf der Webseite wird Rio de Janeiro als Garcias aktueller Wohnort angegeben – die 27-Jährige hatte in der Vergangenheit schon einmal in Brasilien gelebt, als sie dort ein medizinisches Praktikum absolviert hatte.

Aufgewachsen ist Garcia in Portugal. Dort machte sie eine medizinische Ausbildung an der Universität. «Sie hat mehrmals die Klasse gewechselt und hatte nicht viele Freunde», sagte ein Bekannter zur portugiesischen Zeitung «Observador». «Doch ich kann versichern, dass sie ihr Diplom gemacht hat.»

Garcia habe zudem zwei Schwestern. Er habe gewusst, dass sie verheiratet sei, von der versuchten Tötung habe er aber erst erfahren, als er den Fahndungsaufruf von Interpol gesehen habe, erklärt der Bekannte.

Garcia zog es nach der Ausbildung in die Schweiz, wo sie als medizinische Praxisassistentin bei Santésuisse zu arbeiten begann. Seit dem Übergriff fehlt von ihr jede Spur.

Kapo Freiburg korrigiert Interpol

Die Kantonspolizei Freiburg bestätigt, dass sie nach einer Person sucht, will aber weiter keine Angaben machen. Zuerst müsse die Version der Frau angehört werden. Der Polizeisprecher berichtigt aber die fehlerhaften Angaben auf der Seite von Interpol, wo Garcia wegen «Mordes» gesucht wird: Die Portugiesin habe niemanden getötet.

(vro)