Prozess in Biel

10. Mai 2012 12:20; Akt: 10.05.2012 14:00 Print

Ivorer ist der skrupellose Dirnenmörder

Ein 32-jähriger Ivorer ist des Mordes an einer Prostituierten schuldig gesprochen worden. Das Strafmass wird am Freitag verkündet. Der Täter würgte das Opfer und schnitt ihm die Kehle auf.

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Hier in diesem Haus wurde die 45-jährige Prostituierte aus Brasilen skrupellos ermordert. (Bild: Newspictures)

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Da der Mann von der Elfenbeinküste die schweren Vorwürfe bestritt, hatte das in Biel tagende Gericht auf Antrag der Verteidigung das Verfahren geteilt und zuerst über die Schuldfrage geurteilt. Am Donnerstagmorgen eröffnete und begründete es das Zwischenurteil. Am Freitagmorgen wird es das Gesamturteil verkünden.

Die Aussagen des Beschuldigten seien widersprüchlich und zum Teil nachweislich falsch, stellte Gerichtspräsident Maurice Paronitti fest. Sie seien deshalb unglaubwürdig.

Fingerabdrücke auf Tatwaffe

Aufgrund der Indizien - wie Fingerabdrücke des Angeklagten auf dem Messer und Blut des Opfers auf seinen Schuhen - sei das Gericht zur festen Überzeugung gelangt, dass er der Täter des Tötungsdelikts vom Oktober 2010 an einer Bieler Prostituierten sei.

Die beiden anderen Opfer, ebenfalls Prostituierte, die in ihren Salons überfallen wurden, hätten den Beschuldigten auf Fotos sofort erkannt. Es gebe keinen Anlass, an ihren Aussagen zu zweifeln

Skrupelloses Vorgehen

Der Staatsanwaltschaft folgend qualifizierte das Gericht das Tötungsdelikt als Mord. Denn der Täter habe besonders skrupellos gehandelt, indem er das Opfer zuerst mit dem Messer angegriffen, dann stark gewürgt und schliesslich mit einem tiefen Schnitt durch die Kehle getötet habe.

Ebenfalls schuldig gesprochen wurde der Ivorer des qualifizierten Raubs in drei Fällen sowie der qualifizierten Vergewaltigung und des Versuchs dazu. Freigesprochen wurde er vom Vorwurf der Störung des Totenfriedens und des Diebstahls.

(sda)