Ultimatum

26. April 2014 13:05; Akt: 27.04.2014 12:26 Print

Jenische müssen Platz in Nidau bis Montag räumen

Bis Montagmittag dürfen die Jenischen auf dem Areal in Nidau BE bleiben. Zuvor hatten sie ein Camp auf der Kleinen Allmend in Bern eingerichtet, das am Donnerstag aber geräumt wurde.

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Die Stadt Biel hat den Fahrenden auf dem ehemaligen Expogelände in Nidau ein Ultimatum gesetzt: Bis Montagmittag dürfen sie auf dem Areal bleiben.

Diesen Entscheid teilten Behördenvertreter von Biel und Nidau den Jenischen am Samstagmorgen mit.

Bis Montagmittag müssten die Fahrenden das Gelände verlassen haben, sagte André Glauser, Chef der Abteilung Öffentliche Sicherheit der Stadt Biel, am Samstag der sda. Die Stadt Biel ist Grundeigentümerin des Geländes, auf dem die Jenischen sich aufhalten, nachdem ihr Protestcamp in Bern aufgelöst worden ist.

Verschnaufpause

Für die Fahrenden bedeutet dies, dass sie vorerst einmal «verschnaufen» können und «keine Angst» vor einem Polizeieinsatz haben müssen, wie Mike Gerzner, Vertreter der Fahrenden und Präsident der Bewegung der Schweizer Reisenden, auf Anfrage ausführte. Er gehe davon aus, dass es am Montag nochmals Verhandlungen mit der Stadt geben werde.

Was geschieht, wenn die Fahrenden auch nach Ablauf der Frist am Montagmittag auf dem Gelände bleiben, ist noch offen. Ob es in einem solchen Fall zum Beispiel zu einer polizeilichen Räumung komme, sei ein Entscheid auf politischer Ebene, sagte Glauser dazu.

Die ersten Fahrenden waren am Freitagvormittag auf dem ehemaligen Expogelände in Nidau eingetroffen. Kurz darauf liessen die Behörden das Areal abriegeln. Den Jenischen, die bereits auf dem Platz waren, wurde schon zu jenem Zeitpunkt angeboten, bis am Montagmittag zu bleiben. Die Anderen wurden indes gebeten, weiterzuziehen.

Protestcamp aufgelöst

Die Jenischen protestieren gegen den Mangel an Stand- und Durchgangsplätzen für Fahrende. Am vergangenen Dienstag richteten sie deshalb auf der Kleinen Allmend in Bern ein Protestcamp ein.

Das Lager mit einigen hundert Personen befand sich auf einem Stück Land, das seit vergangenem Freitag als Parkplatz für die Berner Frühjahrsmesse BEA benötigt wird. Die Stadt Bern liess das Camp deshalb am Donnerstag nach mehrtägigen Verhandlungen räumen.

(sda)