Bundesgericht entscheidet

03. Oktober 2019 08:56; Akt: 03.10.2019 11:48 Print

Ex-DJ Christopher S. muss vier Jahre ins Gefängnis

Das Bundesgericht hat das letzte Wort gesprochen, der ehemalige Star ist abgeblitzt: Ex-DJ Christopher S. muss für vier Jahre ins Gefängnis.

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Das Bundesgericht hat die Verurteilung von Christopher S., des ehemals national bekannten DJs aus der Region Bern, zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren bestätigt. Der Mann wurde auch von der obersten Instanz der Anstiftung zu Brandstiftung und weiterer Delikte schuldig gesprochen. Der Familienvater aus Bern muss nun definitiv für vier Jahr ins Gefängnis.

Der Ex-DJ beantragte einen Freispruch von allen Anklagepunkten, wie aus einem am Donnerstag veröffentlichten Urteil des Bundesgerichts hervorgeht. Er rügte unter anderem, dass der Grundsatz «im Zweifel für den Angeklagten» verletzt worden sei. Er argumentierte, aufgrund der Beweislage hätte das Obergericht des Kantons Bern erhebliche Zweifel an seiner Täterschaft haben müssen. Das Bundesgericht stützt in seinem Entscheid jedoch die Sicht der Vorinstanz. Diese habe aufgrund des sehr dichten Mosaiks von Indizien ein klares Bild aufgezeichnet und keine willkürlichen Schlüsse gezogen.

Lagerhalle in die Luft gejagt

Im Prozess gegen den Ex-DJ und zwei weitere Personen ging es im Wesentlichen um einen Brand in einer Lagerhalle in Ostermundigen im Jahr 2012. Kurz vor dem Brand hatte der DJ seine 13'000 Stück umfassende Plattensammlung in die Lagerhalle verlegt.

Er hatte die Sammlung für 200'000 Franken versichert und die ausstehenden Prämien endlich nachbezahlt. Vor dem Brand erkundigte er sich zudem bei der Versicherung, ob ein solches Ereignis tatsächlich gedeckt sei.

Danach gab der Verurteilte zwei Bekannten den Auftrag, die Sammlung in Brand zu stecken. Die beiden Männer verwendeten dafür Brandbeschleuniger und lösten ungewollt eine Explosion aus. Beide wurden verletzt, einer von ihnen mittelschwer.

Komplize muss auch ins Gefängnis

Einer der beiden Mittäter zog sein Urteil ebenfalls bis vor Bundesgericht weiter. Die Lausanner Richter bestätigten seine Verurteilung in einem separaten Verfahren zu einer Freiheitsstrafe von 42 Monaten.

Auch beim Ex-DJ bleiben Schuldspruch und Strafe wie vom Berner Obergericht ausgesprochen: 48 Monate Freiheitsstrafe für die Anstiftung zur Brandstiftung, die ungetreue Geschäftsbesorgung und die Anstiftung zu falschem Zeugnis.

(miw / sda)