«Klima und Wetter verändert sich»

30. September 2019 04:51; Akt: 30.09.2019 04:51 Print

Bauern arbeiten jetzt mit Klima-Jugend zusammen

Am Samstag demonstrierten 100'000 Menschen gegen den Klimawandel. Gleichzeitig meldeten sich auch die Berner Bauern zu Wort.

Bildstrecke im Grossformat »

Fehler gesehen?

Missernten, Dürreperioden und azyklische Jahreszeiten: Der Klimawandel ist auch für Schweizer Bauern in ihrer täglichen Arbeit deutlich spürbar. Pünktlich zum nationalen Klimastreik wendete sich jetzt der Berner Bauernverband an die Öffentlichkeit. Die Landwirten stellen dabei klar: «Die Auswirkung der Wetter- und Klimaveränderung bedeuten für Mensch und Tier eine Belastung.» Verbandspräsident und Landwirt Hans Jörg Rüegsegger sagt gegenüber 20 Minuten weiter: «Wir Bauern spüren den Klimawandel enorm – es ist offensichtlich, dass sich das Wetter und das Klima verändert.» Sie hätten Respekt: «Sich den neuen Situationen anzupassen ist eine grosse Herausforderung für uns.»

Bauern machen gemeinsame Sache mit Aktivisten

Länger nur zuschauen, wie auf den Strassen demonstriert wird, wollen die Berner Bauern deshalb nicht – sie machen jetzt Nägel mit Köpfen. Im Kontakt mit jungen Klima-Aktivisten, aber auch dem Bund, Kanton und der Wirtschaft, hofft man, gewinnbringende Lösungen gegen den Klimawandel auszuarbeiten. «Konkrete Vorschläge vermissen wir nämlich bis anhin etwas», bemängelt Rüegsegger.

Während der Präsident des Berner Bauern Verbandes versucht, gemeinsame Sache mit der Klimajugend zu machen, will er sich auch aufs nationale Politparkett begeben. Er kandidiert derzeit als Nationalrat für die SVP. Mit deren Parteiprogramm geht der Berner Bauer aber nicht ganz einig. Sätze wie «unseren Böden und Gewässern geht es ausgezeichnet», könne er nicht ganz vertreten. Für ihn ist schliesslich klar: «Es muss ein allgemeines Umdenken stattfinden.»

Unförmige Rüebli und robuste Wälder

Jeder Einzelne müsse bewusster, nachhaltiger Leben, meint der Berner. Beispielsweise sollten in Gemüseregalen von Detailhändlern wieder Rüebli in ihren unterschiedlichsten Formen verkauft werden. Oder sollten Bauern Pflanzensorten setzen, die ohne Dünger auskommen. Besonders einsetzen will sich der Berner Bauern Verband auch für den Forst: «Der Berner Wald leidet unter dem Klimawandel. Er ist aber auch tragender Pfeiler im Kampf gegen CO2.»

Am 9. Oktober veranstaltet der Verband nun einen ersten Medienanlass, an dem konkrete Massnahmen für das Überleben der Wälder vorgestellt werden.

(miw)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bauern Schläue am 30.09.2019 05:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In eigener Sache

    Naja, dauert nur noch max. 3 Wochen, danach wird er kaum noch gemeinsame Sache mit der Klimajugend machen. Aber hauptsache, er wird gewählt.

    einklappen einklappen
  • Frage am 30.09.2019 05:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fragezeichen

    Ablenkung vom vergifteten Wasser durch Überdüngung?

    einklappen einklappen
  • Evergreen am 30.09.2019 05:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heuchler!

    Die Bauern verfüttern den Urwald den Tieren in der CH mit Soja aus Brasilien, sorgen für Schrumpfung der Biomasse der Insekten um 75% mit Pestiziden, vermindern die Artenvielfalt mit Monokulturen. Und dann an die Klimademo. Na Bravo dann!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • 1234 am 02.10.2019 15:54 Report Diesen Beitrag melden

    5200 Tonnen Chemikalien verbrannt

    in Frankreich, geht doch dagegen demonstrieren. Ihr könnt das alles nicht aufhalten. Vielleicht in der Schweiz. Dann werden wir aber zum ärmsten Land der Welt während alle anderen einfach weiterleben.

  • HellVeticus am 01.10.2019 11:51 Report Diesen Beitrag melden

    Klar doch....

    ....beide Seiten können und werden durch den Klimahype abkassieren.

  • der seher am 01.10.2019 08:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anschauungsunterricht

    Jeder Mensch sollte einmal bei Pontresina zum Morteratschgletscher wandern. Dort kann man alle Angaben, Dokumentationen und Jnformationen, aufgezeichnet seit ca. 1850 in eindrücklicher Weise sehen. Die Meinung dazu sollte man sich ganz unvoreingenommen bilden. Die Antwort regt zum weiteren Nachdenken an.

    • wetter am 01.10.2019 10:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @der seher

      Gletscher haben sich schon immer ausgebreitet und zurückgezogen. Was soll daran so aussergewöhnlich sein?

    • der seher am 01.10.2019 11:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @wetter

      Ich habe geschrieben "unvoreingenommen", nehme aber an, dass sie noch nie dort waren.

    • wetter am 01.10.2019 12:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @der seher

      Wenn wir 1850 leben würden, könnte man dort sehen, wie er sich seit 1680 ausgebreitet hat.

    einklappen einklappen
  • Albert am 01.10.2019 07:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Honigtopf

    Bei all den massnahmen und vorkehrungen geht es um geld viel geld. Da wollen die bauern doch dabei sein um sich am honigtopf zu bereichern. Die umwelt ist den meisten eh egal weill man da verzichten muss

  • Georges am 30.09.2019 22:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ah was

    Bauern streiken für Klima... fass ich nicht lache.. gleichzeitig durch die Lebensmittelproduktion zerstören sie die Natur. Überdüngung, Pestizide überall , Monokulturen.. alles um den Gewinn zu steigern. Also Bauern sind wirklich nicht glaubwürdig.

    • Rob de Bob am 30.09.2019 22:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Georges

      Der Bauer produziert was der Konsument will. Also ist es der richtige Ansatz das Verhalten des Konsumenten zu ändern. Eine richtige verwöhnte Gesellschaft schaft sind wir geworden. Und etwas muss auch mal gesagt werden die Mehrheit der SVP Wähler ist sicher nicht das Hauptproblem der resursen Verschwendung.

    • Konsument am 01.10.2019 07:22 Report Diesen Beitrag melden

      Irrtum Rob de Bob

      Ich verlange nicht, dass die Bauern unser Grundwasser mit Pestiziden verschmutzen.

    • Magnus am 01.10.2019 10:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rob de Bob

      Ah ja? Dann was machen die Milch, Butter und Fleischberge die wir nicht essen können? Exportieren ohne Subventionen geht auch nicht weil zu teuer. Und nicht vergessen. Bei Bauern wird nicht das subventioniert was verkauft sondern das was produziert. Kein Wunder dass sie Produktion hochschrauben bis zu nicht mehr geht. In keinem Land in Europa werden so intensiv Pestizide versprüht wie bei uns. Nur um Gewinn zu steigern. Man stelle sich eine Fabrik vor die Subventionen für die Überproduktion erhält.. für Ladenhüter

    • Leser am 01.10.2019 10:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rob de Bob

      Wir sind keine verwöhnte sondern abgezockt Gesellschaft. Wenn Bauern so jammern dass sie für ihre Produkte zu wenig bekommen dann das einfachste wäre Preise zu erhöhen und dafür Subventionen streichen. Dann werden Bauern nur so viel produzieren wie sie verkaufen können. Das wäre eine Win Situation auch für die Natur. Sinnlose subventionierte Überproduktion und dann Lebensmittel Vernichtung weil keine Abnehmer entbehrt jeder Logik.

    • Rob de Bob am 01.10.2019 14:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Leser

      Dann wäre es so das keine Lebensmittel mehr importiert werden dürften. Gute Idee so würden die Lebensmittel den Stellenwert erhalten der ihnen eigentlich zusteht. Nur was machen wir mit dem Siedlungsdruck auf unser Kulturland?

    einklappen einklappen