«Ladies please!»

29. März 2019 04:50; Akt: 29.03.2019 04:50 Print

Jetzt wirbt das Matterhorn für Frauenquote

Das Matterhorn wird von Bergsteigern aus aller Welt überrannt. Doch nur ein kleiner Teil der Gipfelstürmer ist weiblich. Dies soll sich nun ändern.

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«Wir wollen mehr Frauen animieren, das Matterhorn zu besteigen», heisst es bei den Zermatter Alpinisten. Noch immer ist die Frauenquote auf dem Schweizer Wahrzeichen auffällig niedrig Am mangelnden Interesse der Frauen liege es eigentlich nicht: «Viele hegen den Traum, dereinst das Wahrzeichen der Schweiz zu besteigen», sagt Daniel Luggen, Kurdirektor von Zermatt. Im Rahmen des aktuellen Projekts «Matterhorn: Ladies please!» hat die lokale Tourismusbehörde nun vier Frauen ausgewählt, die das Matterhorn besteigen und ihre Erlebnisse via soziale Netzwerke publik machen. Dank den Bildern und Posts der Frauen könne man die Erlebnisse, Erfahrungen und Gefühle hautnah miterleben – und so vielleicht den Mut aufbringen, den 4478 Meter hohen Berg selber zu besteigen. ber 150 kreative Bewerbungsvideos sind eingegangen – nun stehen die vier Teilnehmerinnen für das Projekt fest. Es sind Judith Wernli, Radiomoderatorin aus Baden-Dättwil, Anne-Sophie Thilo, ehemalige Profi-Seglerin aus Lausanne, Sue Hirschi, Pflegefachfrau aus Solothurn und Steffi Hunziker, Web- und Multimedia-Publisherin aus Bern. Der Aufstieg aufs Matterhorn sei keine Männersache: «Frauen, die ich auf die Bergtour mitnehme, sind oft gar besser vorbereitet als männliche Gipfelstürmer», weiss ein einheimischer Bergsteiger. Der Grund für die (noch) tiefe Frauenquote am Berg ist geschichtlich begründet. n den Anfängen des Alpinismus waren Frauen am Berg unerwünscht; der Bergsport war lange Zeit ausschliesslich eine Männerdomäne. Mutige Pionierinnen kämpften dann gegen diese gesellschaftlichen Vorbehalte. So setzte etwa die Britin Lucy Walker vor über 100 Jahren für die weibliche Akzeptanz im Alpinismus ein Zeichen gesetzt: 1871 erklomm sie als erste Frau das berühmte Matterhorn.

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Die Destination Zermatt-Matterhorn geht auf Frauenjagd: «Wir wollen mehr Frauen animieren, das Matterhorn zu besteigen», sagt der Zermatter Bergführer Andreas Perren. Noch immer ist die Frauenquote auf dem Schweizer Wahrzeichen auffällig niedrig: «Wir verzeichnen viel weniger Bergsteigerinnen als Bergsteiger», weiss der einheimische Alpinist. Das Motto für die bevorstehende Sommersaison rund um den Walliser Berg lautet darum «Frau am Berg».

Am mangelnden Interesse der Frauen liege es eigentlich nicht: «Viele hegen den Traum, dereinst das Wahrzeichen der Schweiz zu besteigen. Sie wissen aber nicht genau, was es dazu braucht und was alles dazugehört», sagt Daniel Luggen, Kurdirektor von Zermatt. Im Rahmen des aktuellen Projekts «Matterhorn: Ladies please!» hat die lokale Tourismusbehörde nun vier Frauen ausgewählt, die das Matterhorn besteigen und ihre Erlebnisse via soziale Netzwerke publik machen. Dank den Bildern und Posts der Frauen könne man die Erlebnisse, Erfahrungen und Gefühle hautnah miterleben – und so vielleicht den Mut aufbringen, den 4478 Meter hohen Berg selber zu besteigen.

Historische Männerdomäne

Der Aufstieg aufs Matterhorn sei keine Männersache: «Frauen, die ich auf die Bergtour mitnehme, sind oft gar besser vorbereitet als männliche Gipfelstürmer», weiss Perren.

Der Grund für die (noch) tiefe Frauenquote am Berg ist geschichtlich begründet: In den Anfängen des Alpinismus waren Frauen am Berg unerwünscht; der Bergsport war lange Zeit ausschliesslich eine Männerdomäne. Mutige Pionierinnen kämpften dann gegen diese gesellschaftlichen Vorbehalte. So setzte etwa die Britin Lucy Walker vor über 100 Jahren für die weibliche Akzeptanz im Alpinismus ein Zeichen gesetzt: 1871 erklomm sie als erste Frau das berühmte Matterhorn.

Die Geschichte der damals 35-jährigen Alpinistin wird im Sommer 2019 als Freilichttheater in Zermatt aufgeführt. Auch die Uraufführung des Stücks «Matterhorn: No Ladies Please!» könnte der niedrigen Frauenquote am Schweizer Wahrzeichen entgegenwirken.

(miw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Oskar am 29.03.2019 06:19 Report Diesen Beitrag melden

    und täglich grüsst das Murmeltier

    Lustig, überall Frauenquote fordern ausser beim Militär :).

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  • dani87 am 29.03.2019 06:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unnütz...

    Wozu eine frauenquote beim bergsteigen? Wem bringt das was?

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  • Roli1966 am 29.03.2019 06:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    soll doch einfach jeder

    selber für sich entscheiden ob er aufs Matterhorn will oder nicht. Ohne Werbedruck usw und egal ob Männlein oder Weiblein

Die neusten Leser-Kommentare

  • Burgdorfer P am 29.03.2019 21:36 Report Diesen Beitrag melden

    Probleme haben wir!

    Jede Frau kann ja selber entscheiden ob sie das Matterhorn besteigen will oder nicht. Da braucht es wirklich keine spezielle Aktion !

  • Steiger am 29.03.2019 15:03 Report Diesen Beitrag melden

    für die Statistik wichtig

    Ja, liebe Frauen, macht den selben Blödsinn wie die Männer und setzt noch einen oben drauf. Wie auf den einen Bildern, am besten noch in Turnschuhen. Ist ja nicht fair für die Statistik. Am Matterhorn gibt es pro Jahr acht bis zehn Menschen welche tödlich verunglücken... 99% Männer. Wenn das so weitergeht, werdet ihr Euch in Zukunft um einen Mann prügeln müssen.

  • Scotty am 29.03.2019 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Beam me up

    Zu gefährlich und zu anstrengend über den Konvetionellen Weg. Aber mit Lift oder Heli kein Problem. Wie überall mit der Frauenquote, nix für tun aber nach ganz oben wollen

  • Major Tom am 29.03.2019 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Wir brauchen mehr Gleichstellung

    Bin auch für eine Frauenquote. Und solange diese nicht erfüllt ist, darf kein Mann mehr auf den Berg

    • Aschi vom Berg am 29.03.2019 14:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Major Tom

      am Berg und im Tal wäre etwas Ruhe am Hore ein Sicherheitsgewinn...aber ein Verdienstausfall für Matterführer auch.

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  • Markus am 29.03.2019 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Der Berg ruft

    «Wir wollen mehr Frauen animieren, das Matterhorn zu besteigen.» Fangt doch einfach zuerst mal mit dem Hörnli oder dem Schnäbihorn (Schnebelhorn) an. Man sollte nicht von 0 auf 100 starten. Es muss ja als Start nicht gleich der Mount Everest sein, oder?