Schwer verletzte Buben

20. Oktober 2019 09:59; Akt: 20.10.2019 15:49 Print

«Mein Bruder hat Verbrennungen 2. Grades»

Im Keller eines Mehrfamilienhauses in Olten experimentierten zwei Buben mit Chemie. Sie wurden schwer verletzt und mussten in eine Spezialklinik überführt werden.

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In der Oltner Klarastrasse, wenige Gehminuten vom Bahnhof entfernt, ereignete sich am Samstagabend ein Brand – allerdings kein gewöhnlicher: Ursache waren Chemikalien, mit denen zwei Teenager im Keller eines Mehrfamilienhauses experimentierten. Dabei kam es zu einer Verpuffung – eine schlagartig auftretende Druckwelle, die durch das Zünden einer explosionsfähigen Atmosphäre entsteht.

Den Vorfall bekamen auch die Anwohner mit. «Ich hörte einen dumpfen Knall und jemand, der um Hilfe schrie», sagt eine Frau aus der Liegenschaft nebenan. Als sie aus dem Fenster blickte, habe sie den Rauch gesehen.

Kurz darauf waren Feuerwehr, Ambulanz und Polizei vor Ort. «Zahlreiche Einsatzfahrzeuge standen in der Strasse, Schläuche waren ausgelegt, Leute mit Atemschutzflaschen rannten herum – es war ein Riesen-Puff», sagt eine weitere Nachbarin.

Warum hat es geknallt?

Mit welchen chemischen Stoffen die beiden Freunde im Alter von 14 und 15 Jahren herumtüftelten, ist derzeit nicht bekannt. Einem Gerücht zufolge soll Phospor zum Einsatz gekommen sein. Doch auch über eine Sprühdose und Feuer wird im Quartier gemunkelt.

Nicht einmal der Bruder eines der Opfer wusste, wie es zur Mini-Explosion gekommen ist. «Ich war nicht zuhause, als es passiert ist», gibt er an. Sein Bruder befinde sich nun in einer Spezialklinik in Zürich. «Er hat Verbrennungen zweiten Grades erlitten», so der Jugendliche. «Ich gehe ihn heute noch besuchen.»

Auch Mutter musste ins Spital

Einen der Buben habe es am Arm erwischt, sagt eine Bewohnerin auf der gegenüberliegenden Strassenseite. «Meine Tochter hat ihn nach dem Unfall gesehen. Die Verbrennungen sahen schlimm aus», so die Frau mittleren Alters.

Eine dritte Person, eine 55-jährige Frau, wurde mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Spital eingeliefert. Es handelt es sich dabei um die Mutter eines der Buben.

Beim Vorfall entstand kein Sachschaden. Zur Klärung der genauen Umstände hat die Jugendanwaltschaft eine Untersuchung eingeleitet.

(sul)