Zickenkrieg

22. Juli 2013 11:56; Akt: 22.07.2013 13:51 Print

Jungbärin Berna muss Bärenpark verlassen

Die Zusammenführung der Bärenfamilie im Berner Bärenpark ist gescheitert. Vor allem Bärenmutter Björk und Bärentochter Berna gerieten immer wieder aneinander. Jetzt muss Berna den Bärenpark verlassen.

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Kaum im neuen Gehege in Dobric (Bulgarien), stürzte sich Berna bereits in ihren «Privatpool». «Berna hat sich prächtig eingelebt», so Bärenpark-Chefin Cornelia Mainini. Berna erkundet das stark bewaldete Gelände nahe des Schwarzen Meeres. Dem Berner Mutz gefällt die neue Umgebung und pflückt fleissig Früchte von Pflaumenbäumen. Am Dienstagabend war das Tier nach einer 36-stündigen Reise in Dobric eingetroffen. Als erstes wurde Berna mit einer frischen Gurke für die Strapazen belohnt. Helfer tragen die Bären-Box aus dem klimatisierten Transporter. Berna und Ursina (oben) nähern sich Bärenmutter Björk. Björk (rechts) und Berna geraten aneinander. Björk (links) und Berna im Kampf. Björk (hinten) und Berna. Björk (hinten) und Berna. Björk (links) und Berna. Björk (unten) und Berna (rechts), oben die Beine von Ursina. Ursina (links) beisst Björk (Mitte) seitlich in den Rücken. Rechts Berna. Gemeinsamer Angriff von Ursina (links) und Berna (rechts) auf Björk. Ursina (links) und Berna (rechts) drängen Björk den Hang hinunter ins Wasser. Ursina (links) und Berna (rechts) lassen Björk während längerer Zeit nicht aus dem Wasser. Ursina (links) und Berna (rechts) lassen Björk während längerer Zeit nicht aus dem Wasser. Ursina (links) und Berna (rechts) lassen Björk während längerer Zeit nicht aus dem Wasser. Ursina (links) und Berna (rechts) lassen Björk während längerer Zeit nicht aus dem Wasser. Ursina (links) schaut sich um und rennt dann weg. Bärenvater Finn (links) nähert sich Björk (Mitte). Jetzt weicht auch Berna zurück. Finn (links) beschwichtigt Björk (Mitte). Rechts Berna. Finn (links) liebkost Björk (Mitte). Finn (links) läuft davon. Björk (im Wasser), daneben Berna und Ursina (rechts). Björk schwimmt davon und sucht anschliessend die Nähe zu Finn.

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Zickenkrieg im Berner Bärenpark: Seit August 2012 lebten Finn, Björk, Ursina und Berna zusammen im Bärenpark. Doch vor allem Bärenmutter Björk und Bärentochter Berna stritten sich oft.
Weil die Konflikte in den vergangenen Monaten zunahmen, haben die Verantwortlichen jetzt gehandelt. Um zu verhindern, dass sich die Bären töten, muss eines der Tiere den Park verlassen. Die im Jahr 2009 geborene Berna kommt in einen Bärenpark im bulgarischen Dobric, wie die Bärenpark-Leitung gestern bekanntgab.

«Wir mussten den Zickenkrieg beenden», sagte Bärenpark-Direktor Bernd Schildger vor den Medien. In den vergangenen Monaten waren die Konflikte zwischen Bärenmutter Björk und ihren Töchtern Berna und Ursina häufiger und schlimmer geworden.

Als Hauptaggressorin stellte sich Berna heraus. Sie reizte ihre Mutter und griff sie immer wieder an. Wenn Ursina dazu kam, geriet Björk weiter in Bedrängnis. Die beiden dreieinhalbjährigen Jungbärinnen bissen zu, drängten ihre Mutter ins Wasserbecken und liessen sie nicht heraus.

Bärenvater Finn als Schlichter überfordert

Oft intervenierte Bärenvater Finn, um dem gefährlichen Treiben ein Ende zu setzen. «Das kann er aber nicht immer tun», sagte Schildger. Demnach wäre Finn völlig überfordert, wenn er an 365 Tagen im Jahr und 24 Stunden pro Tag auf Berna, Ursina und Björk aufpassen müsste.

Zum Wohl der Tiere entschied die Bärenpark-Leitung deshalb, dass Berna gehen muss. «Es bestand die Gefahr, dass bei den Streitereien ein Bär getötet wird», sagt Schildger. «Bären scheinen gemütlich und langsam zu sein, doch wenn es darauf ankommt, sind sie es nicht.»

Ausserdem lasse der Park eine dauerhafte Abtrennung eines Bären nicht zu, sagte Schildger weiter. Das habe die Erfahrung mit Finn gezeigt, der während der Aufzucht der beiden Jungbärinnen von Björk, Berna und Ursina vorübergehend getrennt leben musste.

Neuer Bärenwald in Bulgarien

Berna ist indes nicht nur die Hauptaggressorin, sondern auch die Selbständigere der beiden Jungbärinnen. Die Bärenpark-Leitung geht deshalb davon aus, dass sich Berna in ihrem neuen Zuhause in Bulgarien problemlos einleben wird.

Berna zieht in einen neuen Bärenwald des Zoos von Dobric an der Schwarzmeerküste um. Der Bau des dortigen Bärenparks wurde vom Tierpark Bern begleitet.

Auf einer Fläche von 6000 Quadratmetern entstand in Dobric ein grosser, moderner und bärengerechter Bärenwald, wie die Berner Bärenpark-Verantwortlichen festhalten. Finanziert wurde die Anlage mit EU-Geldern. Berna zieht als erste Bewohnerin in den Bärenwald, ein Partner dürfte aber bald folgen.

Für den Verlad in ihre Transportbox erhielt Berna gestern eine Narkose. Nachdem sie in der Box erwacht war, startete der Autotransport nach Bulgarien. Bärenpark-Verantwortliche überwachen die Reise nach Dobric beziehungsweise den Bezug der neuen Anlage durch Berna.

Wie sich die drei im Berner Bärenpark zurückgebliebenen Tiere künftig verhalten, wird sich zeigen müssen. Im Moment sieht es aus, als gebe es Harmonie zwischen Finn, Björk und Ursina. «Wie lange das gut geht, kann ich aber nicht voraussagen», räumte Schildger ein. Er erinnerte daran, dass Bären unberechenbar seien.

(drh/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sandra am 22.07.2013 21:31 Report Diesen Beitrag melden

    Geht's noch?

    Genau nachdem man für die andern 2 schon ewig keinen Platz gefunden hat, wollen sie jetzt wieder junge herzige Bärli haben, damit man dann wieder keinen Platz findet. Ich finde es sollte mal gesetzlich geregelt weden, dass Zoos und Parks keine Jungtiere "produzieren" dürfen, für die nicht bereits ein Platz da ist. Werden viel zu viele eingeschläfert.

  • c. w. am 22.07.2013 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    Bulgarien?

    Bärenpark in Bulgarien? Das kommt ja einem Todesurteil gleich... Tanzbären, Bärenjagd etc... Die tun mir jetzt schon leid...

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  • Erwin B. am 22.07.2013 13:19 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso ?

    Bernerbürger, machts doch wie ihr es den Bündner empfielt und lasst den Bär in der Stadt frei. Der Bär braucht doch Raum und ist dem Menschen nicht gefährlich.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jessy am 23.07.2013 19:36 Report Diesen Beitrag melden

    Und wohin mit neuen Jungtieren???

    Äxgüsi, aber hatte man nicht damals bei Berna und Ursina Mühe, einen geeigneten Platz zu finden, weshalb sie dann schliesslich im Bärenpark belassen und Finn sterilisiert wurde? Ich meine mich zu erinnern, dass sogar befürchtet wurde, man müsse die Bären töten, weil man keinen Platz fand. Und nun denkt man ernsthaft darüber nach, wieder neue Bären zu züchten? Für die man dann wieder keinen Platz ausserhalb des Bärengrabens findet? Irgendwie nicht ganz nachvollziehbar, diese Logik... Finn ist schon sterilisiert, lasst's doch einfach gut sein!!

  • anti bär wolf und luchs am 23.07.2013 16:34 Report Diesen Beitrag melden

    wallis

    Ansiedeln und dann nicht mehr wissen wohin.So geht es uns mit dem unerwünschten Wölfen.Können wir sie nicht kastrieren oder irgendwo ins Ausland schicken.Bitte.

  • Sandra B am 23.07.2013 15:03 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Verständnis für die Tiere!

    Herr Direktor des Tierparkes Bern, normalerweise sollte man in gewissen Führungsebenen lernen VORAUSSCHAUEND zu denken. Das dann bitte auch noch mit sozialem Hintergrund. Alleine schon russ.Bären aufzunehmen, wenn die stationären Nachwuchs erwarten können...war unbedacht. Vieles, vieles danach und vermutlich davor auch. Aber das nun mit Finn zeigt doch wirklich nur die Provitgier! Die arme Tierwelt! Warum immer Jungtiere? Lasst doch den armen "Grossen" alleine den winzigen Bärenpark sorgt für mehr Beschäftigung der Bären, da bleiben dann auch die Zuschauer ohne Jungtiere zufrieden.

    • Edith Zellweger am 23.07.2013 19:27 Report Diesen Beitrag melden

      Genau so ist es. Alles unfähige Leute!

      Super und danke!

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  • Bärnerin am 23.07.2013 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Verantwortungslos

    Ich hoffe innständig, dass die Situation im Bärengraben jetzt so belassen wird, wie sie ist. Bitte keine Jungtiere mehr!!! Profit und Profilierung sollen nicht auf dem Pelz der Bären ausgetragen werden. Hoffentlich fühlen sich die drei verbleibenden Tiere in Zukunft wohl!

  • kiki am 23.07.2013 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Dümmer geht immer

    dazu bleibt mir nur Kopfschütteln. Damit die Kasse stimmt müssen wohl wieder Jungbären her und wenn diese dann älter werden, werden diese wieder irgendwo verschachert oder entsorgt. Warum nicht gleich wieder Bärenfleisch ins Angebot der Stadt Bern aufnehmen? Es wird sich wohl eh kein Platz finden um diese "neuen" alten bären dann unterzubringen.