Jungfraubahnen

08. Dezember 2019 15:41; Akt: 08.12.2019 17:49 Print

Zahl der Schneesportler soll limitiert werden

Maximal 17'800 Menschen pro Tag: Die Jungfraubahnen wollen künftig in einem Teil ihres Skigebiets die Zahl der Ski- und Snowboardfahrer begrenzen.

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Auf den Pisten oberhalb von Wengen und Grindelwald sollen künftig maximal 17'800 Menschen pro Tag herumfahren. Urs Kessler, Direktor der Jungfraubahnen, gab die Begrenzung in einem Interview mit dem «SonntagsBlick» bekannt. Diese Absicht gründe nicht nur auf Überlegungen des Umweltschutzes, sondern auch auf solchen des Marketings, sagte er. «Je knapper ein Gut ist, desto wertvoller ist es.»

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Schon seit 2009 begrenzen die Jungfraubahnen die Zahl der Gäste auf dem Jungfraujoch. Maximal 5500 Personen können heute pro Tag dieses weltweit bekannte Ausflugsziel besuchen. So soll verhindert werden, dass an Schönwettertagen in den Zügen hinauf aufs Joch und auf dem Jungfraujoch selber das Gedränge zu gross wird.

Ab Saison 20/21

Das Jungfrau-Skigebiet umfasst die Pisten der Skigebiete Grindelwald-Wengen, Grindelwald-First und Mürren-Schilthorn. Die Begrenzung wird in den Skigebieten Grindelwald-Wengen und Grindelwald-First zur Anwendung kommen. Das sagte Kathrin Naegeli, Mediensprecherin der Jungfraubahnen, am Sonntag auf Anfrage.

Die Beschränkung auf 17'800 Personen soll in einem Jahr eingeführt werden, also zu Beginn der Saison 2020/21. Geplant ist, dass sie bei den Tagesgästen greift. Abonnementsbesitzer werden also nicht betroffen sein. Mit der Limitierung gehe es darum, den Leuten Qualität zu bieten, sagt Naegeli weiter. Die Gäste sollten das Erlebnis geniessen können.

Indirekte Kritik an SBB

Das Interview mit Kessler drehte sich um die Frage, ob sich Investitionen in den Schneesport weiterhin lohnen. Kessler bejahte diese Frage resolut. Er sagte, die Jungfraubahnen investierten viel Geld, damit die Skigebiete besser mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar würden.

Auf die Frage, ob er mit der Qualität der SBB als Zubringerin zufrieden sei, sagt Kessler: «Also. . . wenn ich mich als Chef mit Mittelmass zufriedengebe, dann gibt sich auch mein Team mit Mittelmass zufrieden. Wir müssen aber immer besser werden.»
Verbesserungspotenzial beim Zugang zu den Skigebieten des Oberlands sieht Kessler beim Bahnhof Interlaken Ost: Die Wege beim Umsteigen seien zu lang. Am kommenden Freitag weihen die Jungfraubahnen zusammen mit der Männlichenbahn und der Berner Oberland-Bahn (BOB) in Grindelwald Grund einen neuen Bahnterminal ein.

An der neuen Station BOB-Station «Grindelwald Terminal» werden Bahnpassagiere ab diesem Tag direkt auf die Männlichenbahn umsteigen können, welche ins Skigebiet Grindelwald-Wengen führt. Der Bau des Terminals gehört zum V-Bahn-Projekt der Jungfraubahnen, welche dafür zusammen mit der Männlichenbahn 470 Millionen Franken investieren.

(cho/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nick am 08.12.2019 19:08 Report Diesen Beitrag melden

    Clever

    Mit der angeblichen Limitierung wird natürlich Druck erzeugt, Abos zu kaufen oder früh da zu sein. Wie viele Leute dann tatsächlich auf die Piste dürfen bleibt das Geheimnis der Betreiber. Bin gespannt, wie viele tatsächlich abgewiesen werden. Meine Vermutung: Wenige, wenn überhaupt. Da würde man ja Geld wegschicken.

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  • markus schmid am 08.12.2019 18:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    pfuii

    hmmm und was ist mit den chinesischen/asiatischen touristen??? die verstopfen den zug zu 98% immer werden di einheimischen schweizer benachteiligt im eigenen land! wollte letztes jahr auf die Jungfrau hoch aber die gondel war rappel voll mit asiaten-.-

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  • Ki am 08.12.2019 18:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kratz am kopf

    Ja was nun zubringer sollen effizienter und bequemer werden, damit man danach eine quote einführen kann.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Apres-Skier am 18.12.2019 02:04 Report Diesen Beitrag melden

    Massenwanderung

    Vernueftiger Ansatz . Je mehr Leute desto groesser die Gefahr auch fuer Unfaelle

    • AVALANCHE am 23.12.2019 16:42 Report Diesen Beitrag melden

      SCHMÖGSCHES...???

      Ich bin generell nur für Skifahrer auf den Pisten die Ihre Latten oder Brett im Griff haben. Die Zahl wäre geringer als die von CEO Kessler vorgeschlagen und Wir eben Wintersportler hätten alle genügend Platz...!!! Es geht aber nur ums "chlotzen und in die eigene Tasche wirtschaften".

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  • Realist am 13.12.2019 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    Es geht auch ohne.

    Ich betreibe seit 20 Jahren keinen Wintersport mehr. Habe keine Problem.

    • Eremit am 15.12.2019 10:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Realist

      Ich auch nicht.Und wohne im Skigebiet..Amüsiere mich nur über den Skizirkus...

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  • Realist am 13.12.2019 14:31 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich wird reagiert

    Absolut richtig und vernünftig: Snowboarder und Skifahrer auf einer Piste aufgrund der unterschiedlichen Fahrweise, Carver mit den SKIS und den hohen Geschwindigkeiten...alle wollen das Maximum am Tag herausholen.. Ich sage es schon seit Jahren; Das ist fahrlässig und schwere Unfälle sind so vorprogrammiert.

  • Hilgrid Elster am 11.12.2019 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    Pablo Escobar

    Lass uns mit Schnee fette Kohle machen.

  • Roland am 10.12.2019 23:50 Report Diesen Beitrag melden

    Ade

    Da werde ich nicht mehr hingehen, plötzlich wird man abgewiesen, dafür fahren vollverhüllte Gäste hoch. Es gibt genügend andere schöne Gebiete, ob in der Schweiz oder in Österreich.