Biel

02. November 2016 12:30; Akt: 02.11.2016 13:10 Print

Justiz-Angestellte zockte eine halbe Million ab

Eine Mitarbeiterin der bernischen Jugendanwaltschaft in Biel hat bis zu 500'000 Franken veruntreut. Sie wurde fristlos entlassen und muss vor Gericht.

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Die Frau arbeitete in der Rechnungsführung der Jugendanwaltschaft in Biel. Nun wird sie es selber mit der Justiz zu tun bekommen. (Bild: www.justice.be.ch)

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Die kantonale Staatsanwaltschaft für die Verfolgung von Wirtschaftsdelikten wirft einer ehemaligen Rechnungsführerin vor, über 400'000 Franken für eigene Zwecke abgezweigt zu haben. Die Frau ist geständig, wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte.

Sie wurde nach der Entdeckung der mutmasslichen Veruntreuungen fristlos entlassen. Gegen sie läuft nun ein Strafverfahren. Die kantonale Finanzkontrolle deckte den Fall im September bei einer Dienststellenprüfung auf.

Belege gefälscht

Aufgrund der bisherigen Ermittlungen geht die Staatsanwaltschaft für die Verfolgung von Wirtschaftsdelikten davon aus, dass die Frau Belege fälschte und fiktive Buchungen tätigte. Im Rahmen eines Revisionsgutachtens werden nun die einzelnen Verbuchungen überprüft. Die ersten Ergebnisse dieses Gutachtens sollen Ende Jahr vorliegen.

Zwischen 400'000 und 500'000 Franken

Derzeit gehe die Staatsanwaltschaft von einem Deliktbetrag zwischen 400'000 und 500'000 Franken aus, sagte Christof Scheurer, Informationsbeauftragter der bernischen Staatsanwaltschaft, auf Anfrage. Wofür genau die Frau das Geld verwendet habe, müssten die weiteren Untersuchungen zeigen.

Derzeit gehe die Justiz von einer Verwendung für den privaten Konsum aus. Sie nehme momentan auch an, dass die Frau in den letzten beiden Jahren deliktisch tätig gewesen sei. Während neun Jahren arbeitete die Frau als Rechnungsführerin für die Dienststelle Berner Jura-Seeland der kantonalen Jugendanwaltschaft.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kastriot Berisha am 02.11.2016 12:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Justiz

    Die Macht haben über jemanden zu urteilen, aber selbst das Recht nicht zu respektieren. Ist kein Einzelfall.

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  • Bieler am 02.11.2016 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    War es nur die Angestellte..

    ..oder musst einfach nur ein Stoh-Opfer her um die Verantwortung zu übernehmen? Wie viel Geld hat denn die Arme Stadt Biel, wenn es bis zur Revision dauerte, bis bemerkt wurde, dass eine halbe Million fehlt?

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  • SonjaA am 02.11.2016 12:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Menschlich oder?

    Clever! Wie sagt man doch so schön: Kontrolle ist besser als Vertrauen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • gloria derungs am 02.11.2016 20:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    orange vs. 0.5 millionen

    eigentümer eines orangenen hauses werden härter angepackt als diese beamtin. wetten?

  • gloria derungs am 02.11.2016 20:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gut gemacht

    klares urteil: 3 monate bedingt, 40'000 strafe plus verfahrenskosten und einen blumenstrauss. deliktsumne abzüglich busse und kosten gibt einem guten stundenlohn. dumm ist, wer s nicht macht. aber bitte, überfahrt keine rotlichter oder zahlt eure parkbussen, sonst seid ihr geliefert.

  • Paplo am 02.11.2016 13:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grössenwahn...?

    Ja,ja...so ist es eben leider! wem und wo kann man noch vertrauen? die ungesättigte gier nach mehr, lässt manch eine/n ins tal der tausend träume ziehn. was danach kommt/geht? lesen wir ja täglich. willkommen im hotel grössenwahn!

  • SonjaA am 02.11.2016 13:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Könnte ich nicht

    Ich habe als Kind meiner Mutter vom Einkaufen einen 5 lieber zu wenig rausgegeben, da ich unbedingt Geld für aufs Rösslispiel wollte. Mama schaute mich an und sagte: Du bist meine Tochter, das Retourgeld wird schon stimmen, ich vertraue Dir. Ich bekam einen hochroten Kopf, gab ihr den 5 lieber und wir lagen uns weinend in den Armen. Seitdem habe ich nie mehr jemanden betrogen und werde das auch nie machen. Bin kein perfekter Mensch, aber mein Gewissen ist hypersensibel.

  • Saki am 02.11.2016 13:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traue niemandem!!

    In der Schweiz hört man immer wieder solche Geschichte!! Gerade in der Schweiz sollte es nicht passieren!!!