Bern

15. Februar 2011 23:15; Akt: 15.02.2011 21:53 Print

Kampftraining für Don Giovanni

von Patrick Marbach - Tritte in den Bauch, Schläge ins Gesicht: Ein Stunt-Team sorgt bei der «Don Giovanni»-Inszenierung am Stadttheater Bern dafür, dass nur künstliches Blut fliesst.

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Das Stunt-Team mit Hauptdarsteller Robin Adams in der Mitte. (mar)

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«Kampfszenen gab es in der Oper schon immer, nur sind Fechtduelle heute nicht mehr modern», sagt Stunt-Coach Tobias Moser. Seit fünf Wochen nimmt er die Schauspieler hart ran und hilft ihnen, Mozarts Klassiker ins Brutalo-Zeitalter zu überführen. «Nach den ersten Proben taten mir alle Knochen weh», so Hauptdarsteller Robin Adams. Es mache aber Spass, mit dem Körpereinsatz ans Limit zu gehen, ohne dass der Gesang darunter leide.

Grenzen könnte die Inszenierung auch beim Publikumsgeschmack ausloten. Sie betont die düsteren, exzessiven Seiten Don Giovannis. Er erscheint als dämonischer Verführer, der zur Befriedigung seiner Lust vor Mord und Totschlag nicht zurückschreckt. «Vielleicht können wir damit auch Zuschauer begeistern, die sonst mit Opern nichts am Hut haben», hofft Adams. Auch für die Berner Stunt-Legende René von Gunten ist das Stadttheater Neuland: «Beim Film tricksen wir und wiederholen, was nicht klappt. Doch hier muss bis zur Premiere jeder Schlag sitzen.»

Vom Kino hat das Theater nicht nur die Action-Szenen, sondern auch die deutsche Untertitelung, die zum italienischsprachigen Stück auf eine Leinwand über der Bühne projiziert wird. Wer «Don Giovanni» noch besser verstehen möchte, kann an der Volkshochschule einen Kurs dazu besuchen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Manuel am 16.02.2011 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    ....

    Sehr schönes foto .-) gruss manuel

  • Berner Bär am 16.02.2011 09:44 Report Diesen Beitrag melden

    Mozart würde sich im Grab umdrehen!

    Wenn das klassische Theater so pervertiert wird, müssen sich die Verantwortlichen nicht wundern, wenn die Zuschauer ausbleiben. Dass man damit auch die Zuschauer, in das Theater bringt, die mit Opern (und Operetten) sonst nichts am Hut haben, ist Wunschdenken. Wenn das Stadttheater Bern finanziell auf Rosen gebettet wäre, könnte man es verstehen, wenn man auch mal einen teuren Reinfall produzieren möchte, aber in der momentanen Situation wäre man gut beraten, dies tunlichst zu vermeiden ...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Manuel am 16.02.2011 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    ....

    Sehr schönes foto .-) gruss manuel

  • Berner Bär am 16.02.2011 09:44 Report Diesen Beitrag melden

    Mozart würde sich im Grab umdrehen!

    Wenn das klassische Theater so pervertiert wird, müssen sich die Verantwortlichen nicht wundern, wenn die Zuschauer ausbleiben. Dass man damit auch die Zuschauer, in das Theater bringt, die mit Opern (und Operetten) sonst nichts am Hut haben, ist Wunschdenken. Wenn das Stadttheater Bern finanziell auf Rosen gebettet wäre, könnte man es verstehen, wenn man auch mal einen teuren Reinfall produzieren möchte, aber in der momentanen Situation wäre man gut beraten, dies tunlichst zu vermeiden ...

    • Patrick am 16.02.2011 17:58 Report Diesen Beitrag melden

      Armer Mozart!

      Dann kaufe ich mir lieber den "Don Giovanni" auf DVD. Ist preisgünstiger und man kann sich die Inszenierung aussuchen, welche einem gefällt.

    • hauptdarsteller am 19.02.2011 21:23 Report Diesen Beitrag melden

      Hingehen bevor urteilen

      Das ist in keinste weise "pervertiert", es geht um 2 "streit" szenen die schon im Stück von Mozart und Da Ponte existieren, ob man das mit degen, fäuste oder waffen ausführt ist eine freie entscheidung und durchaus stücktreu. Es handelt sich hier um ein sehr stücktreue erzählungsweise von dieser Meisterwerk, und vielleicht sollten Sie es anschauen bevor sie solche vorurteilungen machen.

    • Urs am 25.02.2011 09:41 Report Diesen Beitrag melden

      Mozart würde sich freuen!

      War gestern gerade an der Premiere. Es war super und Robin Adams hat den Don Giovanni sehr lustig und überzeugend gespielt.

    • giovanni am 25.02.2011 13:57 Report Diesen Beitrag melden

      Mozart hätte sich schon wieder zurückgedreht

      Klassisches Theater pervertiert? Was soll denn das??? Ich habe die neue Produktion am Berner Theater gesehen und sie kann mehr als mithalten mit den beiden letzten Giovanni-Produktionen am Stadttheater. Tolle Personenregie und mit einigen Ausnahmen sehr gut gesungen, viele neue Einsichten, auch wenn zwischendurch die Ideen ausbleiben und zur Freude der Fans des "klassischen Theaters" viel in Pose und an der Rampe gesungen wird.

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