Nach Hochwasser

11. Oktober 2011 11:40; Akt: 11.10.2011 11:40 Print

Kandersteg räumt auf

Kandersteg hat die Überschwemmungen vom Montag gut überstanden. Der Pegel der Kander ist bereits wieder am Sinken. Strassen und Keller sind beinahe alle wieder trocken.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Im Wallis, in der Zentralschweiz und im Berner Oberland herrschte am Montag Hochwasser-Alarm. Mehrere Flüsse waren über die Ufer getreten, Strassen und Schienen wurden überschwemmt. Besonders stark betroffen waren das Kandertal, das Lütschinental und das Haslital in Bern sowie das Lötschental im Wallis. Mittlerweile hat der Regen aufgehört und die Lage in den Bergregionen hat sich entspannt.

Für die Gebiete entlang des Thunersees und der Aare hat das Bundesamt für Umwelt (Bafu) aber die Hochwasserwarnung Stufe 3 «erheblich» herausgegeben. Im Mittelland steigen die Pegel. In der Stadt Bern bleibt die Situation angespannt.

Kandersteg räumt auf

Das Hochwasser hat besonders im Kandertal Spuren hinterlassen. Strassen und Schienen wurden überschwemmt, der Strassentunnel in Mitholz wurde von der Kander geflutet. Häuser mussten von der Rega bis in den Abend evakuiert werden. Das genaue Ausmass der Schäden ist noch nicht bekannt. Die Strasse zwischen Frutigen und Kandergrund bleibt noch die nächsten zwei bis drei Tage gesperrt. Das Militär ist mit schweren Maschinen an den Aufräumarbeiten.

Kandersteg war am Montag von der Aussenwelt abgeschnitten. Viele Einwohner konnten nicht mehr in ihre Häuser zurückkehren und mussten in Kandergrund übernachten. Auch Evakuierte wurden dort untergebracht. Der Zivilschutz war die ganze Nacht an der Arbeit. Die Kander hat seit 2005 nie mehr so viel Wasser geführt.

Mittlerweile hat sich die Lage im Dorf normalisiert. Die Versorgung ist über das Wallis wieder gewährleistet, sagt Fritz Jost, Stabschef des Gemeindeführungsorgans von Kandersteg, gegenüber 20 Minuten Online. Der vor zwei Jahren errichtete Hochwasserkorridor habe seine Arbeit getan und grössere Schäden verhindert.

«Zurzeit sind wir daran, die letzten Keller und Strassen vom Wasser zu befreien», berichtet Jost. Das Gröbste habe man überstanden. Der Pegel der Kander sei praktisch wieder normal, sagen auch Anwohner zu 20 Minuten Online. Es herrsche schönstes Wetter.

Auf dem Bahnhofplatz sind die Räumungsarbeiten bereits weit fortgeschritten. Geschäfte, Banken und das Tourismusbüros sind wieder geöffnet. Einzige das Internet funktioniert noch nicht.

Lötschental teilweise abgeriegelt

Vom vielen Wasser überrascht wurden die Leute im Lütschinental. Immerhin konnte bereits am Montag die Strasse nach Lauterbrunnen wieder geöffnet werden. Zwischen Zweilütschinen und Lauterbrunnen verkehren Ersatzbusse. Auch zwischen Brienz und Meiringen ist die Eisenbahnlinie unterbrochen.

Im Wallis wurden der Polizei in der Nacht keine weiteren Grossschäden gemeldet. Die Rhone ist aber gestiegen. Und in Siders habe es kleine Überschwemmungen gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Besonders getroffen hatte es zuvor das Lötschental sowie die Region Gampel-Steg. Das Lötschental wurde ab Goppenstein gesperrt, Leute mussten evakuiert werden.

Der Staudamm bei Ferden war am Montag bis zum Rand gefüllt, deshalb musste Wasser abgelassen werden. Der Lonzabach schwoll an. Die Brücke zwischen Gampel und Steg wurde gesperrt, der Autoverlad durch den Lötschberg eingestellt.


Die Kander zwischen Frutigen und Kandersteg am 10.10.2011.


Gampel-Steg kämpft gegen das Wasser.


Bilder von der Kander in Frutigen.

(aeg)