Antifa-Demo

08. Oktober 2017 18:26; Akt: 08.10.2017 19:04 Print

Kapo Bern markiert auch auf Twitter Präsenz

Eine angekündigte unbewilligte Demonstration aus dem linken Lager hielt die Kapo Bern am Freitag auf Trab – auch in den sozialen Medien.

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Eine angekündigte unbewilligte Antifa-Demonstration beschäftigte die Kapo Bern am Freitag – weniger in der realen, dafür umso stärker in der virtuellen Welt. Zum ersten Mal während einer Demo verfolgte die Polizei eine offensive Kommunikationsstrategie. Neben relevanten Meldungen wie:


wurden auch weniger ernste Tweets abgesetzt.


Die offene Kommunikation fand grossen Zuspruch in der Community. «Gefällt mir, eure Berichterstattung», twittert etwa Ann Brita Dähler. Nutzer Markus Zürcher zwitschert: «Merci! Auch für die stets aktuellen Informationen! Gut gemacht!»

Reine PR?

Jedoch hatten nicht alle Freude am Twitter-Ticker der Kapo, wie ein Tweet von Stadtrat Manuel C. Widmer zeigt.


Auf Anfrage sagt der GFL-Politiker: «Solche Live-Berichterstattung bin ich mir von Medien gewohnt – jedoch nicht von der Polizei.» Widmer findet die Strategie fahrlässig. Mit dieser Live-Berichterstattung würde das Kommunikationsteam der Kapo riskieren, dass Demoteilnehmer Unfug treiben, um einen Tweet gewidmet zu kriegen.

Er spricht von einer reinen PR-Aktion. «Die Polizei hat damit nur Werbung für sich gemacht. Das soll die Polizei auch dürfen – jedoch erst nach der Demo.»

Lob vom Experten

Social-Media-Experte Jürg Kobel spricht von einer gelungenen Aktion: «Das Kommunikationsteam hat sich vorbereitet und gut geplant.» Die Strategie sei aufgegangen: «Bei der Mehrheit der Twitter-Community kam die Aktion gut an», so der Thuner. Ein besonderes Lob gibt es von ihm etwa, weil die Kapo auch in den Dialog mit den Nutzern trat.


Twitter-Schlagabtausch blieb aus

Nicht nur die Polizei war während der Demo auf Twitter aktiv. Auch die Demo-Organisatoren waren in der virtuellen Welt unterwegs. Sie informierten ebenfalls über die aktuelle Lage.


Von den Demo-Organisatoren gab es denn auch mal mehr oder weniger starke Seitenhiebe Richtung Polizei.


Auf diese reagierte die Kapo jedoch nicht: «Wir gehen nicht auf alle Bemerkungen ein und lassen uns nicht provozieren», so Mediensprecher Christoph Gnägi. Wie oft die neue Kommunikationsstrategie zum Einsatz komme, ist laut Gnägi noch unklar – jede Situation werde einzeln geprüft. In diesem Fall sei die Strategie zweckdienlich gewesen: «Viele Polizeiwachen im Kanton waren geschlossen. Das Informationsbedürfnis der Bevölkerung war entsprechend vorhanden.»

An dieser Aussage stosst sich Stadtrat Widmer. Die Bevölkerung zu informieren sei Sache der Medien: «Und die Polizei ist noch immer kein Medienunternehmen.»

(cho)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bobby-Lee am 08.10.2017 19:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anti-antifa

    Weshalb wird diese antifa Chaostruppe nicht verboten? Sonst wird alles als Bedrohung angesehen aber eine Gruppe arbeitsscheuer lebenslanger Studenten welche nichts anderes tun als Kiffen, Trinken, Sachschäden zu begehen und unsere Polizei zu beleidigen nicht...

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  • M.Z am 08.10.2017 19:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Transparenz

    Da wollen die Linken doch immer mehr Transparenz seitens Polizei und wenn dem Folge geleistet wird, ist's auch nicht gut... Liebe Linke, was wollt ihr denn nun?!

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  • ChriguBE am 08.10.2017 20:37 Report Diesen Beitrag melden

    GUT so!

    Finde solches Kommunikations-Verhalten von Kapo und PoliceBern hervorragend! Klar geht der Einsatz vor, da muss man die Polizisten sicherlich auch nicht dazu belehren... Ganz abgesehen von dem sicherlich nicht sehr schönen Einsatz an einem Wochenende. Sind auch Eltern... Gut gemacht & Merci!

Die neusten Leser-Kommentare

  • ale c. am 10.10.2017 11:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke KaPo

    War an dem Abend in der Stadt, einfach ein bisschen im Ausgang, und die Polizei hat einen wunderbaren Job gemacht. Ich wurde mehrmals kontrolliert und die Polizisten waren jedes mal äusserst freundlich. Die linke Gewalt wurde effizient verhindert. Vielen Dank, liebe Polizei.

  • Bärner Gring am 10.10.2017 00:23 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo!

    Die Berner Kantonspolizei hat in der Stadt Bern einen hervorragenden Job gemacht. Es war vollkommen richtig, auch nur Ansätze von Chaos und Zerstörung von Anfang an zu unterbinden. Es ist natürlich klar, dass dieses Vorgehen den JUSO, dem Stadtrat Manuel Widmer und Co nicht passt. Solche Leute haben nichts in der Politik verloren.

    • Manuel C. Widmer am 12.10.2017 11:30 Report Diesen Beitrag melden

      Replik

      2 Fragen, Bärner Gring: 1) In der Politik haben andere Meinungen als Ihre nichts verloren? Wie ensteht denn eine Diskussion oder eine Demokratie, wenn alle die gleiche Meinung haben? 2) Alles, was ich kritisiere, ist die Twitter-Orgie der KaPo. Haben sie sonst wo im Artikel etwas gelesen, was sie glauben lässt. dass ich "Chaos & Zerstörung" unterstützen würde?

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  • Dash Camera am 09.10.2017 22:25 Report Diesen Beitrag melden

    Unverhältnismässige Polizeigewalt

    Hypothese. Würde mir ein vermummter Polizist mein Handy beschlagnahmen um Beweismittel (!) zu vernichten und mich dabei auch im Bereich meiner schon beschädigten Halswirbelsäule anfassen, so wie das im Video aus Bern zu sehen ist (...), würde der in Kauf nehmen, mich zum Tetraplegiker zu machen.

    • Bärner Gring am 10.10.2017 00:43 Report Diesen Beitrag melden

      Fragen

      Dann stellt sich hier die Frage, was du als Beinahe-Teilinvalider an einer unbewilligten Demo verloren hast und wieso du dich einer Personenkontrolle gewaltsam widersetzt. Um deine Hypothese etwas weiterzuspinnen: Da der Polizist nichts über dein medizinisches Problem weiss, kann er auch nicht in Kauf nehmen, dass er dich ernsthaft verletzen würde.

    • Dash Camera am 10.10.2017 17:53 Report Diesen Beitrag melden

      @B. Gring

      Ich hatte einen Traum. Du hingst an einem Baum. Ich hätte noch viele Träume, aber es gibt leider zuwenig Bäume!

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  • Germane am 09.10.2017 18:09 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Wenn das dann auch noch an 1. Mai klappt habe ich Hoffnung.

  • Sensorische Deprivation am 09.10.2017 16:16 Report Diesen Beitrag melden

    Einzelhaft und Beugehaft

    Die Polizei kann es beweisen, einzeln sind ihre Kunden lammfromm, nur im Kollektiv fühlt sich die Kundschaft der Polizei stark. - (In der Türkei und in Russland gehe das auch so...?)