Biel-Mett (BE)

24. Juni 2019 18:19; Akt: 24.06.2019 18:19 Print

Uzi-Mord soll nach 20 Jahren geklärt werden

Das Tötungsdelikt von 1999 in Biel-Mett ist weiterhin ungeklärt: Die Kantonspolizei Bern fahndet noch immer nach den Tätern. Zum 20. Jahrestag hat sie ihren Zeugenaufruf erneuert.

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Es passierte in der Nacht auf Freitag, den 25. Juni 1999, in Biel-Mett: Gegen 23 Uhr sitzen ein Ehepaar und dessen 14-jähriger Sohn in ihrem Holzpavillon vor dem Fernseher, als plötzlich drei maskierte Männer in der Stube stehen. Für die Familie beginnt ein Albtraum: In gebrochenem Deutsch fordern die Gangster Geld. Sie fesseln die Opfer, bedrohen sie mit Waffen und quälen sie mit Elektroschocks.

Sohn aus Fenster erschossen

Kurz nach Mitternacht kommen zwei weitere Söhne vom Ausgang nach Hause. Die Täter sind noch immer da. Einer der Täter tritt an ein Fenster und gibt unvermittelt mehrere Schüsse ab. Einen der Söhne, damals 22-jährig, trifft er tödlich. Der andere kann sich im Gebüsch verstecken.

Die Täter, die sich untereinander in einer slawischen Sprache verständigen, flüchten daraufhin. Erbeutet haben sie Schmuckstücke und eine Maschinenpistole des Typs Uzi. Die geknebelten Geiseln lassen sie zurück.

DNA-Spuren werden erneut überprüft

Trotz umfangreicher Ermittlungen, DNA-Auswertungen vom Tatorts und der Befragung von weit mehr als 200 Personen konnte das grausame Verbrechen bis heute nicht aufgeklärt werden. «Der Spurenabgleich – wofür verschiedentlich
auch gezielte DNA-Abnahmen durchgeführt worden waren – sowie die übrigen Ermittlungsansätze erlaubten es bisher nicht, die Täterschaft dingfest zu machen», teilt die Kantonspolizei Bern in einem Communiqué mit.

Doch die Polizei gibt nicht auf. So prüfe sie unter anderem auch, ob und inwiefern Zusammenhänge zu anderen Kapitalverbrechen bestehen, wie es weiter in der Mitteilung heisst. «Auch werden bereits ausgewertete DNA-Spuren mit Blick auf den technischen Fortschritt fortlaufend einer erneuten Überprüfung unterzogen.» Polizei und Staatsanwaltschaft erneuern deshalb ihren Zeugenaufruf. Im Internet publizierten sie ein Bild, das Schmuck zeigt, wie ihn die Täterschaft seinerzeit entwendete.

Wer Angaben zu den Tätern, zu einem verdächtigen Auto – einem VW Scirocco mit Solothurner Kontrollschildern – oder zum genannten Deliktsgut machen kann, wird gebeten sich bei der Polizei unter der Telefonnummer +41 32 324 85 31 zu melden.


(sul)