13. April 2005 04:52; Akt: 12.04.2005 22:25 Print

Keine Chance auf Rettung: Der Schweizerhof bleibt zu

Der Schweizerhof ist am Ende: Niemand will das Berner Nobelhotel weiterführen. Die Besitzer suchen neue Nutzungsmöglichkeiten für das Gebäude.

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«Es gibt keine Interessenten, die den Schweizerhof übernehmen wollen», bedauert der Anwalt Beat Hodler. Er vertritt die Firma Rosebud, der das Hotel gehört. Auch dass die Eigentümer die baufällige Nobelherberge selber weiterführen, schliesst Hodler aus: Der Investitionsbedarf von rund 30 Millionen Franken sei einfach zu hoch. Man habe den Schweizerhof im Februar auf Druck der Behörden und der Gebäudeversicherung schliessen müssen. Damit ist klar: Der Hauptstadt bleibt nur noch das Bellevue als einziges Fünfsternehotel.

Rosebud will in den nächsten Tagen über das weitere Vorgehen informieren. «Am wahrscheinlichsten ist eine kombinierte Nutzung», erklärt Hodler. Er denkt dabei an Geschäfte und Gastrobetriebe an der attraktiven Passantenlage und Büros in den Obergeschossen. Mit einem solchen Mischkonzept wäre das Verlustrisiko geringer. Trotzdem gibt es auch für diese Variante keinen Käufer. Rosebud lässt nun selbst Projekte ausarbeiten. Bis die längst angekündigten Renovationsarbeiten in Angriff genommen werden, kann noch viel Zeit vergehen. So lange bröckelt das einst so glamouröse beste Haus am Platz weiter vor sich hin – als Mahnmal an bessere Zeiten.

Patrick Marbach