Kanton Solothurn

16. Juni 2019 21:39; Akt: 17.06.2019 12:01 Print

Eltern in Angst vor angeblichem Kidnapper

Gleich in mehreren Gemeinden in Kanton Solothurn machen Meldungen über versuchte Kindsentführungen die Runde. Einige Schulen informierten gar die Eltern.

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In einem Brief an die Eltern warnt die Primarschule Hägendorf vor einem Mann, der Kinder angesprochen haben soll. Laut der Schule sprach ein Fremder verschiedene Schülerinnen und Schüler an und forderte sie auf, in sein Auto zu steigen. Der Vorfall hat sich laut der Schule am Donnerstag zugetragen.

Wie die Schule mitteilte, wird die Kantonspolizei Solothurn rund um das Schulgelände nun vermehrt präsent sein. Kapo-Sprecher Thomas Kummer bestätigt: «Wir werden in nächster Zeit vermehrt patrouillieren und Kontrollgänge durchführen.»

Nicht alleine

Damit Kinder wissen, wie sie sich sich auf dem Schulweg verhalten sollen, wurde das Thema am Freitag mit den Schülern angeschaut. Ebenfalls bittet die Schule die Eltern darum, das Thema auch zu Hause in Erinnerung zu rufen.

Die Schule in Hägendorf ist nach eigener Aussage erstmals mit einem solchen Vorfall konfrontiert – doch sie ist derzeit nicht die einzige Schule in der Region, die sich mit der Thematik auseinandersetzen muss. Auch die Schule im benachbarten Gunzgen informierte Mitte Mai in einem Brief die Eltern über einen ähnlichen Vorfall.

Polizei bremst Ängste

«Hier in der Region sind wir derzeit sehr sensibel auf die Thematik. Die Meldungen über weitere Fälle überschlagen sich fast – besonders auf Social Media», sagt Mutter Beatrice K. aus der Region Olten. Mütter würden sich ständig gegenseitig warnen. Die Rede sei von versuchten Kindesentführungen in Oberbuchsiten, Egerkingen, Gunzgen und neuerdings auch in Hägendorf und Kappel. «Das macht einem als Mutter unglaublich Angst», sagt die Mutter eines 8-Jährigen. Sie fühle sich im Alltag dadurch gestresst: «Vorher habe ich mir nie überlegt, meinen Sohn zur Schule zu bringen. Dieser Gedanke drängt sich nun auf.» Auch anderen Müttern ginge das so.

Auch die Polizei hat Kenntnisse von den Meldungen die im Internet kursieren. Sprecher Thomas Kummer beschwichtigt jedoch: Einzig der Vorfall von Oberbuchsiten könne derzeit bestätigt werden. Dort seien jedoch keine Kinder angesprochen worden. «Ein weisser Lieferwagen hat bei der Schule gewendet. Das fanden Kinder vielleicht auffällig.» Die Sorgen der Eltern würden trotzdem ernst genommen: «Darum verstärkt die Polizei auch ihre Präsenz», so Kummer.

(cho)