Worb BE

08. April 2019 14:17; Akt: 08.04.2019 14:17 Print

Kirche darf nur noch zur vollen Stunde läuten

Im Worber Glockenstreit hat das Berner Verwaltungsgericht entschieden: Die reformierte Kirche muss die Viertel- und Halbstundenschläge nachts einstellen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Seit Jahren stören sich Anwohner der reformierten Kirche in Worb an den nächtlichen Glockenschlägen. Bereits im September 2013 waren sie deshalb an den Gemeinderat gelangt und hatten die komplette Einstellung des Geläuts beantragt.

Im Sommer 2016 konnten die lärmgeplagten Anwohner einen Teilerfolg verbuchen: Die kantonale Polizei- und Militärdirektion (POM) verfügte, dass sie Kirchenglocken nachts nur noch zur vollen Stunde schlagen sollen. Die reformierte Kirchgemeinde zog den Entscheid des POM vor das Bundesverwaltungsgericht.

30 Tage Zeit für Rekurs

Dieses hat nun die Beschwerde abgewiesen und das Urteil der Vorinstanz gestützt. Die Kirchgemeinde wird folglich angewiesen, die Viertel- und Halbstundenschläge zwischen 22 und 7 Uhr einzustellen. Das Geläut zur vollen Stunde bleibt unverändert bestehen.

Die Kirchgemeinde kann innert 30 Tagen gegen das Urteil beim Bundesgericht rekurrieren. Der Kirchgemeinderat werde nun die Urteilsbegründung analysieren und danach seinen Entscheid fällen, sagt Werner Lüthi, Präsident des Kirchgemeinderates. Persönlich tendiere eher gegen einen Rekurs: «Das Urteil ans Bundesgericht weiterzuziehen, ist ein finanzielles Risiko.»

(sul)