Bern

09. März 2011 14:54; Akt: 09.03.2011 17:40 Print

Kirche und Staat tragen weiterhin das Care Team

Der Kanton Bern und die Landeskirchen tragen und finanzieren das Care Team des Kantons auch in Zukunft gemeinsam. Zwei Ämter in der Kantonsverwaltung und die Interkonfessionelle Konferenz der Kirchen haben eine neue Leistungsvereinbarung abgeschlossen.

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Neu an der Vereinbarung ist laut einer Mitteilung der Kantonsverwaltung und des Synodalrats der Reformierten Kirchen Bern- Jura-Solothurn, dass sich der Kanton Bern und die Kirchen künftig zu gleichen Teilen an den Personalkosten der Leitung beteiligen.

Das Care Team bleibt im bernischen Amt für Bevölkerungsschutz, Sport und Militär angesiedelt; neu erhalten die Milizangehörigen des Teams von der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion eine Funktionszulage.

Das Care Team des Kantons Bern geht auf das Canyoning-Unglück von 1999 im Saxetbach zurück, als 21 Menschen starben. Seither kommt das Team mit seinen zwei professionellen Leitern und rund 180 Milizangehörigen jeweils bei Katastrophen oder traumatisierenden Alltagsereignissen zum Einsatz. Es betreut die Opfer und leistet Seelsorge und notfallpsychologische Unterstützung.

Schweizweite Pionierrolle

Das Care Team des Kantons Bern nimmt laut Hanspeter von Flüe, dem Vorsteher des kantonalen Amts für Bevölkerungsschutz, Sport und Militär, eine schweizweite Pionierrolle ein. Es gibt ihm zufolge nur ganz wenige dieser staatlich-kirchlichen Care Teams in der Schweiz, hingegen aber ein paar private, wie er auf Anfrage sagte.

An den Kosten des Teams beteiligen sich die Landeskirchen und die jüdischen Gemeinden des Kantons im Verhältnis zur Anzahl Gläubige. Wenn die Milizangehörigen des Teams zum Einsatz kommen, gilt dies für sie als Zivilschutzeinsatz.

(sda)