Musik im Schwimmbad

02. Juli 2018 19:25; Akt: 03.07.2018 09:44 Print

«Lärmbelästigungen haben stark zugenommen»

von Benjamin Hostettler - Für viele Berner gehören portable Musikboxen mit in die Badi. Viele übertreiben es jedoch mit der Lautstärke. Das sorgt für Konflikte.

Was denken Berner über Musikboxen in Schwimmbäder? (Video: Benjamin Hostettler / Raphael Casablanca)
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Portable Bluetooth-Speaker sind günstig, handlich und qualitativ immer hochwertiger. Vor allem in den Sommermonaten sieht und hört man sie fast an jeder Ecke. Obwohl die Verkaufszahlen stagnieren, ist das Thema aktueller denn je. Denn in den letzten Jahren hat sich die Klangqualität und die Leistungsfähigkeit der Geräte substanziell verbessert. Selbst bei kleineren Geräten dröhnt der Bass beachtlich, wie Digitec auf Anfrage von 20 Minuten erklärt.

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Haben Sie sich auch schon an zu lauter Musik in der Badi gestört?

Diese Entwicklung kann Beat Wüthrich vom Berner Schwimmbad Marzili nur bestätigen: «In den letzten zwei Jahren hat die Anzahl der Lärmbelästigungen extrem zugenommen.» Die jungen Menschen würden mit den Musikboxen im Bad ein «Rambazamba» veranstalten. Er und seine Kollegen seien aber primär für die Überwachung der Schwimmbecken zuständig. Das Kontrollieren von zu lauter Musik habe daher nicht höchste Priorität.

Unklare Rechtslage

Anfangs Mai wurde in Bern die sogenannte «Nulltoleranz-Kampagne» lanciert. Dabei geht es um Belästigungen aller Art. Mit diesen Massnahmen habe man bisher sehr gute Erfahrungen gemacht, erklärt Markus Gasser vom Sportamt der Stadt Bern. Das Deeskalationsprinzip habe sich bewährt. Leute, welche sich durch Musik gestört fühlen, sollen das direkte Gespräch mit den Verursachern suchen und erst danach den Bademeister kontaktieren. Man appelliere an die Eigenverantwortung.

Rechtlich gesehen gibt es im Kanton kein Verbot von portablen Musikboxen in Schwimmbädern. Markus Gasser erklärt, dass in der Bäderverordnung lediglich das Abspielen von lauter Musik als verboten festgehalten sei. Die Verordnung basiere auf dem Prinzip der Verhältnismässigkeit.

Polizei musste noch nicht eingreifen

Auch in den Bestimmungen des Marzili ist der Gebrauch von portablen Musikboxen nicht ganz klar definiert: «Der Gebrauch und das Abspielen von elektronischen Unterhaltungsgeräten ist nur mit Kopfhörern und nur insoweit gestattet, als andere Gäste dadurch nicht gestört werden». Wann sich jemand durch Musik gestört fühlt, bleibt somit sehr subjektiv, bestätigt auch Beat Wüthrich.

Ein Augenschein am Montag vor Ort im Marzili zeigt: Vereinzelt hört man Musik aus Boxen, jedoch ist die Lautstärke angenehm leise. Allgemein präsentiert sich die Lage eher entspannt. Wüthrich und Gasser bestätigen beide, dass nahezu alle Larmbelästigungen durch Gespräche gelöst werden konnten. Vereinzelt mussten Besucher aus dem Schwimmbad gewiesen werden, so Wüthrich, aber die Polizei musste nie eingeschaltet werden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • babs am 02.07.2018 19:59 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Respekt bitte

    Vor 15 Jahren haben wir noch CDs und DVDplayer mit Kopfhörern mitgenommen und wenn ein Freund mithören wollte gabs Doppelstecker. IN der heutigen Zeit wo jeder die Songs auf dem Handy hat wäre es ja noch viel einfacher. Einfach etwas mehr Respekt gegenüber euren Mitmenschen oder wie würden die Jugendlichen es finden wenn sie in der Badi Helene Fischer mithören müssten?

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  • stef Bühler am 02.07.2018 19:39 Report Diesen Beitrag melden

    Rechtlich gesehen

    sind diese Dinger bewilligungspflichtig. So etwas nennt man Ausssenbeschallungsanlage und sind gemäss den meisten Gemeinden - einfach so - verboten.

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  • Marius am 02.07.2018 20:04 Report Diesen Beitrag melden

    Bewilligungspflichtig

    Das Abspielen von Musik im öffentlichen Raum ist immer bewilligungspflichtig in allen Gemeinden der Schweiz. Ohne Bewilligung sind diese Boxen verboten und verstossen gegen das Polizeigesetz der jeweiligen Gemeinden. Das selbe gilt fürs musizieren im öffentlichen Raum. Die Badi ist öffentlich. Die Leute können heute mit Kopfhörern ihre Musik geniessen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Vogler am 04.07.2018 00:06 Report Diesen Beitrag melden

    Vogelgepfeife "mitten in der Nacht".

    Man kann sich auch drüber aufregen,dass diese Pipmatze meinen,sie hätten das Recht gepachtet,einem Morgens um vier Uhr aus dem Schlaf reissen zu müssen,mit ihrem Gepfeife.

  • Martial2 am 03.07.2018 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Vergnügen...

    Diese Pipi Bäder sind nur gut für Kinder. Man badet im See, Fluss oder am Meer, in klarem Wasser urinfrei!!

  • Rosa von der Heydt am 03.07.2018 11:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klarer Fall

    Geht gar nicht! Ich bin für ein Verbot jeder Art von Tonträgern, resp. Abspielgeräten in der Öffentlichkeit, namentlich in Badeanstalten!

  • kiki am 03.07.2018 10:06 Report Diesen Beitrag melden

    Hunde markieren

    Die Jungen heute wollen halt allen zeigen was für tolle Musik sie hören. Auch eine Art markieren um dem andern Geschlecht zu imponieren. Respekt haben diese Leute leider nie gelernt. Die machen was sie wollen. Egal wen sie damit weh tun oder wen sie nerven. Aber wehe wenn sie mal nicht bekommen was sie wollen. Dann stehen ihnen die Tränen zu vorderst.

  • John-Fritz am 03.07.2018 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    Sascha-Kevin

    ist es nicht gewohnt, dass jemand "Nein" sagt. Andere stört das Gedudel aus der Boombastic-Box? Umso besser.