Flugunfall Bern-Belp

09. August 2018 11:32; Akt: 09.08.2018 15:19 Print

Flugschüler schmiert bei Landemanöver ab

Beim Flughafen Belpmoos stürzte am Donnerstag ein Kleinflugzeug ab. Der Unfall verlief jedoch relativ glimpflich, wie der Inhaber der Flugschule sagt.

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Am Flughafen Bern-Belp ging am Donnerstag für Stunden nichts mehr. Grund war ein Flugunglück, das sich am Morgen ereignet hatte. Die Spuren sind auch Stunden später noch sichtbar: Nahe der Landepiste liegt ein Kleinflugzeug mit einer beschädigten Nase im Rasen. Es handelt sich um eine Maschine des Typs Aero AT-3, ein zweisitziger Tiefdecker.

Die Motorabdeckung des kleinen weissen Flugzeugs ist nicht mehr vorhanden, auch der Propeller wurde offenbar abgerissen. Vor Ort sind Mitarbeiter des Flughafens und der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle Sust. Kurz nachdem verschiedene Medienvertreter am Unglücksort eintrafen, wurde die Unfallstelle abgeschirmt.

«Er hat nicht einen Kratzer»

Der Vorfall ereignete sich um 9.40 Uhr, wie die Kapo Bern gegenüber 20 Minuten ausführt: «Wir wurden wegen eines Unfalls mit einem Kleinflugzeug alarmiert», sagt Kapo-Sprecherin Letizia Paladino. «Die Maschine stürzte jedoch aus einer geringen Höhe ab. Nach aktuellen Informationen wurden keine Personen verletzt.»

Beim Unfall handle es sich nicht um einen klassischen Absturz, sondern um ein missglücktes Durchstartmanöver. Die Maschine wurde von einem Flugschüler gelenkt, sagt der Inhaber der betroffenen Flugschule auf Anfrage von 20 Minuten. Dem Bruchpiloten, der alleine in der Maschine war, gehe es gut: «Er hat nicht einen Kratzer.» Jedoch sei das ganze glimpflich abgelaufen, ist der Fluglehrer überzeugt: «Zwar fiel die Maschine nur rund eineinhalb Meter, doch es hätte schlimmer kommen können.» Der Flugschüler sei alleine im Cockpit gesessen. Dies, weil jeder Pilotenscheinanwärter mindestens 10 Flugstunden alleine absolvieren müsse.

Die Absturzstelle beim Flughafen Belpmoos

Passagiere warteten auf Abflug

Nach dem Absturz war der Flughafen für mehrere Stunden gesperrt, wie José González, Sprecher des Flughafens Bern, bestätigt: «Dabei handelt es sich um einen normalen Prozess.» Mathias Gantenbein, CEO Flughafen Bern-Belp, zeigt sich zufrieden mit der Bewältigung des Ereignisses: «Die Abläufe sind trainiert, wir sind ein kleiner Platz, man kennt sich»

Mathias Gantenbein, CEO Flughafen Bern-Belp im Interview

Erst gegen 13 Uhr konnte der Betrieb im Belpmoos wieder aufgenommen werden. Von der Sperre waren insgesamt drei Maschinen der Skywork Airline betroffen.

Flüge nach Amsterdam und London hoben mit einer Verspätung von einer Stunde ab. Länger warten mussten die Passagiere der SX0600 nach Wien. Sie sollten bereits um 9.45 Uhr Richtung Österreich abheben. Der Start wurde auf 12.45 Uhr verlegt.

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(cho)