Frutigen BE

23. September 2019 04:52; Akt: 23.09.2019 04:52 Print

Schule ging an Klimademo – Regierung äussert sich

Jugendliche der Oberstufe von Frutigen BE nahmen im Frühling an einer Klimademo in Thun teil. Darüber unterhält sich die Politik noch immer.

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Oberstufenschüler aus dem bernischen Frutigen demonstrierten im letzten März in Thun gegen den Klimawandel. Mit Pappschildern und Parolen unterstützten die Jugendlichen dabei andere junge Klimaaktivisten. Begleitet wurden die Frutiger Demonstranten auch von ihren Lehrern, denn das politische Engagement war Teil des Unterrichts. Im Rahmen des Geschichte-Themas «Das politische System der Schweiz» sollten die Schüler erfahren, wie freie Meinungsäusserung hierzulande funktioniert.

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Alles andere als «frei» empfand jedoch der SVP-Grossrat Samuel Krähenbühl diesen politischen Ausflug ins Tal. «Es darf doch nicht sein, dass Jugendliche von der Schule derart zu politischen Zwecken instrumentalisiert werden», meinte der SVPler. Und so machte der Berner prompt ein Politikum daraus.

Regierungsrat will keine weltfremden Schulen

Beim Regierungsrat ging er schliesslich mit dem Vorstoss «Kein Demozwang an Volksschulen» gegen diesen und ähnliche Klassenausflüge vor. Er forderte die Berner Regierung auf, den Schulen zu untersagen, «Propaganda für bestimmte politische Themen, wie namentlich Aufrufe zur Teilnahme an Demos oder Abstimmungsmaterial in ihren Räumlichkeiten aufzuhängen oder deren Aushang zu tolerieren.»

Jetzt, im September, hat der Berner Regierungsrat auf Krähenbühls Motion geantwortet. «Die Volksschule darf sich vor politischen und gesellschaftlichen Diskussionen nicht verschliessen, sondern baut diese adäquat im Unterricht ein», heisst es in der Antwort. Denn die politische Bildung sowie Themen zu Umweltfragen gehörten zum Lehrauftrag der Schulen.

Keine Demo-Freizeit mehr für Frutiger Schüler

Doch der Regierungsrat unterstützt im Allgemeinen die vom Motionär aufgeführten Punkte. Und zwar, dass in der Volksschule die politische Neutralität weiterhin stets gewahrt wird. Dies ist aus Sicht des Regierungsrates so bereits gewährleistet. Denn in Frutigen sowie an anderen Schulen des Kantons «wurde niemand zur Teilnahme am Streik gezwungen». Dies sagte damals auch der Schulleiter aus Frutigen: Wer nicht an der Klimademo habe teilnehmen wollen, hätte den Unterricht in einer Parallelklasse besuchen dürfen. Das habe man den Schülern so im Vorfeld mitgeteilt.

Zudem hat sich die Gemeinde Frutigen in der Zwischenzeit selber um die Situation vor Ort gekümmert: Die örtliche Behörde wies die Schule an, die Teilnahme an Demonstrationen während des Unterrichts künftig nicht mehr zu erlauben.

(miw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der die Welt nicht versteht am 23.09.2019 05:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    in den Ferien wo wahrt ihr Schüler?

    ich habe mal eine frage an die ganzen Schüler die an die demos gehn wo wart ihr eigendlich die ganze Ferien zeit?ist ja schon komisch das nur werdend der Schulzeit demonstriert wird leute geht zur schule lernt was rechtes und bekämpft dann das klima das ist sinnvoller

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  • Jose Perez am 23.09.2019 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    Wäre besser gewesen

    Es wäre besser gewesen wenn sie an diesem Nachmittag Nachilfe in Physik und Klima/Wetter erhalten hätten. Aber das müssten die Lehrer erst selber verstehen, und es dann auch noch mitteilen wollen - aber das hätte Schüler zum Nachdenken bringen können, und hätte Ideologien beschädigt.

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  • Vater von Kindern am 23.09.2019 08:07 Report Diesen Beitrag melden

    die sollen Ihren Job machen !!!

    so dä....ch!! Habe noch ein weiteres Beispiel wie unsere Lehrer funktionieren: Lehrerin will einer Unterstufenklasse das Fleisch essen verbieten/ausreden ("Umwelt"). Fährt selber mit dem Auto 4x 20km inkl. Mittagspause zur Arbeit. Zug und Bus = nur ca. 10min länger.... traurig! Solche Leute prägen unsere Kinder = ist unser Zukunft....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mario am 23.09.2019 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Keine grösseren Probleme?

    Ernsthaft? Das ist jetzt ein halbes Jahr her und die Politik beschäftigt sich immer noch damit? Gibt es denn keine grösseren Probleme mehr? Zum Beispiel gerade das Klima selbst, die schwindenden Gletscher, der bedrohte Schutz von Wolf, Luchs & co, die Zersiedelung, die steigenden Krankenkassenprämien und die nach wie vor ungesicherte AHV sind dann wohl keine Probleme? Merkwürdige "Politik" dort oben...

  • hubbu am 23.09.2019 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    von Kindern vorgeführt

    Respekt. 12 Jährige gehen auf die Strasse weil die erwachsenen es nicht gebacken kriegen. All diese Experten und Menschen mit Einfluss, ein paar Kinder schaffen innerhalb eines Monates was Parteien über Jahrzehnte nicht geschafft haben. Für was braucht's die anderen überhaupt noch? Diese Kinder sind erfolgreicher als alle Politiker zusammen. Kann man auch die wählen anstelle derrer die seit Jahrzehnten hier sind und doch nichts erreicht haben?

  • Federico Salghetti-Drioli am 23.09.2019 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komische Welt

    Wie wäre mal das Vorgehen mit Wissen das man lernt das Klima zu bekämpfen anstatt mit Pappschildern...

  • weiter Denkend am 23.09.2019 11:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    vielleicht zuerst überlegen

    politische Themen im Unterricht , ja , aber zu Demos gehen ist eine persönliche Sache und bitte in der Freizeit. Es sollen alle die an solche Demos gehen aber auch auf alles klimaschädliche verzichten, Natel , Computer, etc. Batterien ( bitte einmal informieren wie Licium hergestellt wird) und vor allem sich nur noch zu Fuss, schwimmend fortbewegen. Dan können wir weiter sehen.

  • Schweizer am 23.09.2019 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    Fragwürdig

    Die Jugend demonstriert für den Klimaschutz, aber nur während der Schulzeit, nicht das ja noch die kostbare Freizeit dafür draufgeht. Die dann jedes Jahr das neuste iPhone brauchen, mehrfach im Jahr in die Ferien gehen, natürlich mit dem Flugzeug. Dauernd die neusten Markenklamotten brauchen und jeden Trend mitmachen. Ist natürlich alles sehr Klimafreundlich. Ich gehe nicht an Klimademos, sondern fange bei mir selber mit Klimaschutz an, Mülltrennung, Recycling, usw.