«Besser beim Jäten helfen»

28. August 2019 17:33; Akt: 28.08.2019 17:35 Print

Klimastreiker bei Berner Bauern nicht willkommen

Bei den Land-Demos am 31. August will die Klimajugend die Anliegen der Bauern thematisieren. Deren Vorfreude hält sich arg in Grenzen.

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Seit einem halben Jahr demonstriert die Klimajugend immer wieder in Schweizer Städten. Nun wird die Protestbewegung auf das Land hinausgetragen: Für den kommenden Samstag sind in über 30 Ortschaften in der ganzen Schweiz Klima-Demos geplant. Sieben davon im Kanton Bern: In Münsingen, Schwarzenburg, Zollikofen, Interlaken, Langenthal, Erlach und Lyss.

Mit den Land-Demos sollen für einmal die «Anliegen der Landbevölkerung thematisiert werden», schreibt die Bewegung in einer Medienmitteilung. «Die Landwirtschaft spürt die Auswirkungen des Klimawandels in der Schweiz deutlich, schon letzten Sommer musste das Militär aufgrund Wassermangels und extremer Hitze vielen Landwirten helfen, die Tiere mit Wasser zu versorgen», sagte Aktivist Didier Lusuardi aus Münsingen dem «Bund». Gleichzeitig könne gerade in der Landwirtschaft noch viel CO2 eingespart werden.

«Verstehe nicht, was das bringen soll»

Wie viele Teilnehmer am 31. August mit Plakaten und Parolen die ländlichen Gegenden und Agglomerationen bestreiken werden, kann Lusuardi nicht sagen. Mobilisiert worden sei das ganze Aaretal. Er sei zudem optimistisch, «dass aktuelle Ereignisse wie die Waldbrände in Sibirien, im Amazonas, in Afrika und Madagaskar viele Menschen dazu bewegen werden, sich uns anzuschliessen».

Beim Berner Bauernverband ist man ob der bevorstehenden Land-Demos wenig begeistert. «Ich verstehe nicht, was das bringen soll», sagt der Verbandspräsident Hans Jörg Rüegsegger zur Zeitung. «Nützlicher wäre, wenn die Jugendlichen uns Landwirten bei der Wiederaufforstung von Waldgebieten, beim Jäten oder bei der Ernte helfen würden, sodass auf Pestizide oder Maschineneinsatz verzichtet werden könnte.»

Es wird weiter gestreikt

Rüeggsegger bestreitet nicht, dass die Bauern den Klimawandel jeden Sommer am meisten zu spüren bekommen. Aber: «Natürlich wäre immer noch mehr Umweltschutz möglich. Aber unsere Bauern sind nachhaltig unterwegs und tun im Moment genug.»

Auch nächsten Monat wird fürs Klima gestreikt: Am 28. September rufen die Aktivisten zur ersten nationalen Klimademo in Bern auf. Drei Wochen vor den nationalen Wahlen wollen sie von den Politikern eine konsequente Klimapolitik fordern. Für eine klimafreundliche Anreise wird zu einer Sternfahrt per Velo aufgerufen.

(sul)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • john doe am 28.08.2019 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arbeiten, nein danke.

    Helfen beim Jäten? Sicher nicht, lieber gedankenlose Sprüche klopfen und den Frust bei der arbeitenden Bevölkerung herauslassen.

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  • Urs am 28.08.2019 17:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ferien

    sind fertig, jetz können die grünnasen wieder streiken. Fordere ein Fahrverbot für diese Leute.

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  • Melxher am 28.08.2019 17:50 Report Diesen Beitrag melden

    Denknotstand

    Wer sagt wir hätten einen Klimanotstand, weiss weder was Klima ist und schon immer war noch was ein Notstand ist. Komplette Wohlstandsverblödung gepaart mit einem Denknotstand.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Es kommt wohl wie's muss am 29.08.2019 23:44 Report Diesen Beitrag melden

    Stur, unflexibel, undifferenziert

    Dass die Leute vom Bauernverband "nicht wissen was das bringen soll" zeigt wie sehr diese Leute sich nur für ihre ganz eigenen Interesse, keineswegs aber für die Allgemeinheit interessieren. Wer stur ist, bleibt stur, egal ob man mit offenen Augen in eine Katastrophe rasselt! Höre schon wieder den Spruch, dass es schon seit tausenden von Jahren Klimaveränderungen gab, was zwar stimmt, aber niemals in dem Tempo und in der Intensität wie seit den letzten 50 Jahren! Wer nicht differenziert denken kann, sollte nochmals in entsprechende Weiterbildungskurse geschickt werden. Vielleicht klappt's dann

  • biologe am 29.08.2019 18:24 Report Diesen Beitrag melden

    machmit

    Ob Dürre oder Überschwemmung, die Bauern sind immer die ersten die nach Staatlicher Hilfe schreien. Mit 10 Mia Subventionen jährlich im Rücken und Melkroboter im Stall hat man Geld und Zeit um gegen Klimaaktivisten zu poltern. Wir werden die Mia. brauchen um unser Trinkwasser von jahrzehntelanger IP-Verseuchung (Integrierte Pestizide) zu entgiften. Dank Trinkwasserinitiative, und nur dadurch wird das korrigiert, helfen Sie mit.

  • Josi Anderegg am 29.08.2019 17:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Belanglose Fliegerei

    Liebe Jugend wenn sie in Langenthal eine Demo gegen Umweltschutz lancieren , bitte schaut Euch auch einmal die tägliche Vielfliegerei auf dem Flugplatz Bleienbach an . Nutzlose , sinnlose Herumfliegetei für nichts = unnötige Mehrbelastung unseres Klimas !!!

    • Dr Waggis am 29.08.2019 19:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Josi Anderegg

      Der Neid läuft Dir aus allen Knopflöchern. Aber das muss Dich nicht interessieren. Das CO2 hat nichts mit dem Klima zu tun.

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  • Claude am 29.08.2019 17:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte auch selbst dafür was tun.

    Streikt nur wenn ihr selbst auch Konsequent seit und auf manches verzichtet. Dann nehme ich euch auch ernst. Aber einfach demonstrieren und selbst nicht was dafür tun, geht gar nicht. Ich sehe sie schon in ihren Nike's usw aus Korea ......

  • fäbu am 29.08.2019 12:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die jugend

    Diese Kindis sollten nicht immer nur aufs oberflächliche gehen (auto fahren usw.) Sie sollten doch auch mal erwähnen wie viel unnötigen abfall wir zum beispiel produzieren (Schuhe kommen im karton angeliefert sind dann noch in platsik gehüllt dann in der schuh schachtel und dann has noch viel papier im schuh...)