Einbruchserie

10. August 2018 10:39; Akt: 10.08.2018 11:12 Print

Berner Gangster steht vor Gericht

Ein 31-jähriger Einbrecher steht derzeit vor dem Regionalgericht Bern-Mittelland. Seine Einbruchserie gipfelte in einem bewaffneten Raubüberfall, bei dem er erwischt wurde.

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Heute wird das Gerichtsurteil über einen Mann verkündet, der unter anderem für zwei Raubüberfälle, mehrere Diebstähle und Einbrüche im Raum Bern verantwortlich sein soll. Beim Beschuldigten wurde zudem eine unerlaubte Waffe gefunden.

Laut der «Berner Zeitung» gibt es keine Zweifel an der Schuld des 31-Jährigen, der seit dem 9. August vor Gericht steht. Die Frage laute nur, wie hoch das Strafmass ausfallen werde – und ob der Mann die Schweiz verlassen müsse.

Geboren und aufgewachsen in Bern

Der Angeklagte hat den Pass von Bosnien-Herzegowina, ist jedoch in Bern geboren und aufgewachsen. Er besuchte hier die Schule und verbrachte sein ganzes Leben hier. Einen Beruf erlernte er nicht. Stattdessen kam er auf die schiefe Bahn und liess sich in die Kriminalität ziehen.

Auf der Suche nach dem schnellen Geld begann er im August 2017 eine regelrechte Einbruchserie. Seine Tour startete er im Berner Breitenrainquartier. Dort brach er eines Morgens die Scheibe eines Restaurants ein und verschaffte sich so Zutritt. Als er kein Geld fand, versuchte er sein Glück gleich nebenan – in einem Kosmetik- und Tanzstudio. Aber auch dort erbeutete er kein Geld.

Im September unternahm der Einbrecher weitere Versuche im Raum Bern, doch ohne Erfolg: Die Beute blieb aus. Einzig in einem Kirchgemeindehaus konnte er 450 Franken und ein paar Reka-Checks stehlen. Doch das war ihm nicht genug.

An einem Samstag im November betrat der 31-Jährige eine Bäckerei in Schliern und bedroht die Angestellte mit einer Pistole. Neben den paar tausend Franken verlangte er von der Verkäuferin noch eine Flasche Cola und zwei Dosen Red Bull.

Der grosse Coup

Nur drei Tage nach dem Überfall auf die Bäckerei schaute der Angeklagte bei Otto's vorbei: Dort erbeutete er 18'000 Franken und drei Stangen Marlboro. Kurz drauf wurde er von der Polizei geschnappt. Verraten wurde der Räuber von Fussspuren am Boden. «Ich wollte nicht noch grösseren Schaden anrichten», sagte der Beschuldigte vor Gericht und bestritt sogleich, dass die Waffe während der Überfälle geladen gewesen sei.

Das glaubte ihm Staatsanwältin Claudia Hostettler nicht. Denn als die Polizei die Wohnung des Angeklagten durchsuchte, fanden die Beamten eine durchgeladene Waffe. Der Angeklagte begründete seine Taten damit, dass er ein paar Männer zufriedenstellen musste, mit denen nicht zu spassen sei.

Zugute hielt die Staatsanwältin dem Angeklagten, dass er sich bei den Ermittlungen kooperativ verhielt und seine Opfer nicht anfasste – sie sogar siezte. Da der Mann schon mehrmals vorbestraft ist, sei eine gute Prognose schwierig. Sie forderte fünf Jahre Gefängnis, darin eingerechnet zehn Monate für eine frühere unbedingte Strafe, die nun widerrufen werden soll. Die Verteidigung des Angeklagten fordert 32 Monate Haft.

Das Gericht verkündet das Urteil heute.

(rc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Henry am 10.08.2018 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Mengenrabatt

    Zwei Raubüberfälle, mehrere Diebstähle und Einbrüche. Das gibt sicher einen gewaltigen Mengenrabatt.

  • Jack The Ripper am 10.08.2018 11:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gangster?

    Darf man einen noch nicht Verurteilen, Gangster nennen, bis jetzt habe ich geglaubt es gilt die Unschuldsvermutung

Die neusten Leser-Kommentare

  • Henry am 10.08.2018 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Mengenrabatt

    Zwei Raubüberfälle, mehrere Diebstähle und Einbrüche. Das gibt sicher einen gewaltigen Mengenrabatt.

  • Jack The Ripper am 10.08.2018 11:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gangster?

    Darf man einen noch nicht Verurteilen, Gangster nennen, bis jetzt habe ich geglaubt es gilt die Unschuldsvermutung