Angebot auf Ricardo

05. Februar 2019 05:46; Akt: 05.02.2019 07:15 Print

Privatperson bietet BE 37 an – ab 40'000 Franken

Das begehrte Autokennzeichen BE 37 kann derzeit auf einer Auktionsplattform ersteigert werden – Anbieter ist eine Privatperson. Nicht jeder Kanton erlaubt diese Praxis.

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1,5 Millionen Franken hat der Kanton Bern letztes Jahr mit dem Versteigern von tiefen Autonummernschilder eingenommen – so viel wie noch nie. Wie ein Augenschein auf Ricardo zeigt, wollen auch Private ihre Haushaltskasse auf diese Weise aufpolieren. So etwa der Halter von BE 37. Seit Sonntag kann diese Nummer auf der Auktionsplattform Ricardo ersteigert werden – für mindestens 40'000 Franken.

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Was ist cooler als ein tiefes Autonummernschild.

«Der Preis war für uns schwierig zu definieren. Wir haben uns einfach an den anderen Autonummern-Auktionen orientiert», sagt Jan Eckmann, der BE 37 für eine Bekannte versteigert. Diese habe die tiefe Autonummer vor 12 Jahren erworben und dafür auch eine höhere Summe bezahlt. Verglichen mit dem, was solche Nummern einbringen würden, sei das Minimumgebot von 40'000 nicht sehr viel. In der Tat verkaufte der Kanton Bern Ende 2018 etwa das Kontrollschild BE 5 für 151'000 Franken.

Nicht in allen Kantonen erlaubt

«So viel werden wir wohl nicht einnehmen», sagt Eckmann. Er hoffe aber, dass sich «zwei, drei Liebhaber» der Nummer 37 finden, damit bei der Auktion etwas Wettbewerb herrsche. Bisher habe noch niemand ein Gebot abgegeben – «es haben sich jedoch bereits mehrere Interessierte bei mir gemeldet», so Eckmann. Der Berner geht davon aus, dass die Gebote erst kurz vor Auktionsende abgegeben werden. «Und falls gar keine kommen, ist das auch nicht weiter tragisch», sagt Eckmann. Dann werde die Besitzerin das Nummernschild einfach weiter benutzen.

Wer auf den Auktionsplattformen nach Kontrollschildern sucht, merkt schnell, dass diverse spezielle oder tiefere Nummernschilder online feilgeboten werden – die meisten jedoch unter der 1000-Franken-Marke. Besonders oft vertreten sind Schilder aus den Kantonen Bern, Neuenburg und Thurgau. Denn nicht alle Behörden erlauben das Überschreiben von Nummern. Im Kanton Zürich etwa ist das Abtreten von Kontrollschildern nur «unter Blutsverwandten in gerader Linie (Grossvater - Vater - Kind) sowie Ehegatten unter sich und Geschwistern» erlaubt. Der Kanton Luzern erlaubt die Überschreibung nur in Ausnahmefällen.

Zusätzliche Kosten vom Amt

Damit die Übertragung der Nummer im Kanton Bern ohne Probleme von statten geht, braucht es eine unterzeichnete Kontrollschildübertragung – und eine Zahlung an das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kanton Berns. Denn auf die Käufer würden weitere Kosten zukommen, warnt Beat Keller, Sprecher des Amtes: «Neben dem Kaufpreis können verschiedene Gebühren anfallen. Diese können bis zu 2000 Franken betragen.» Dies sei etwa der Fall, wenn die Nummer zuvor für gewerbliche Zwecke verwendet wurde und neu ein privates Auto schmücken soll.

Dass Private ihre Autonummern selber online versteigern ist laut Keller nicht die Regel. Wer ein solches Angebot nutzen will, dem empfiehlt er: «Interessenten sollen sich besser vorgängig bei uns melden, um zu erfahren, was für Zusatzkosten auf sie zukommen.»

(cho)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kurt C. Hose am 05.02.2019 07:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nummer

    Zum Glück muss man das Geld haben für solche Nummern. Stelle man sich vor, wenn man die Leasen könnte! Viele würden das vermutlich tun.

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  • Mike am 05.02.2019 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    Was bringt sowas?

    Solche Auto-Nummern kauft man wohl nur, wenn man absolut keinen Plan mehr hat, was man mit seinem Geld sonst anfangen soll. Ich meine das Auto sieht damit nicht besser aus, es fährt nicht schneller, verbraucht nicht weniger Treibstoff, es schützt nicht vor einem Unfall. Die Liste, wie unnütz so eine Nummer ist, kann wohl beliebig erweitert werden. Aber hey, als Kompensation für gewisse Defizite wird das schon passen. Ich wünsche dem Käufer jedenfalls viel Spass damit.

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  • Michelle Müller am 05.02.2019 07:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spenden

    Sie würden das Geld lieber spenden statt für so einen Mist auszugeben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Röné am 08.02.2019 01:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Worte

    Wer 40'000 für eine Nummer bezahlt ist entweder Reich oder bescheuert.

  • Händler am 06.02.2019 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn die Nummer gestohlen oder

    verloren geht. Pech gehabt, und vielleicht bekommt der Käufer nach zwei Jahren wieder die Nummer zugeteilt. Darüber kann dann die MFK entscheiden.

  • Seine am 05.02.2019 21:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jedem

    Ich liebe Ragusa,mein Suzuki Celerio,meine Elisabeth,herrliches Essen,Schuldenfrei leben zu können u.s.w..also jeder darf lieben was er will..halt auch ein Auto Nr.. darf etwas kosten.! Ich darf ich sein .. Er/Sie darf das auch..!

  • lisi am 05.02.2019 15:54 Report Diesen Beitrag melden

    winterlandschaft

    welcher ist der klügere? ders kauft oder welcher es verkauft?????????

  • Rene am 05.02.2019 12:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Preisüberwacher

    Lieber Preisüberwacher. Gehen Sie doch bitte mal bei den Ämtern vorbei und lassen Sie sich erklären, warum das Umschreiben einer geschäftlichen Nummer auf Privat einen Aufwand von bis zu 2000 Stutz generieren soll. Meine Vermutung: 5% Aufwand, 95% Gewinn.

    • fred am 07.02.2019 08:25 Report Diesen Beitrag melden

      Umschreiben Teuer als ein neues Schild

      Ja Rene, das sind die Fragen, die wohl niemand wirklich beantworten kann. Früher hatte man dafür allerdings seinen Namen "Raubrittertum" oder so

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