Schwer verletzt

19. Dezember 2013 08:51; Akt: 19.12.2013 12:09 Print

Krankes Baby geworfen: Mutter muss in Therapie

von Christian Holzer - Aus Wut hat eine junge Mutter ihr Kleinkind auf den Boden geworfen. Am Mittwoch stand sie deshalb vor Gericht.

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Regionalgericht Emmental-Oberaargau: Hier stand die junge Mutter vor Gericht (Bild: Keystone).

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Auslöser für die Tat war ein wüster Streit zwischen dem jungen Paar Anfang Oktober 2011 im Oberaargau.
Während der Verhandlung zeigte sich, dass die Beziehung zwischen Sandra Grub* und dem 27-jährigen Vater zerrüttet war – davon zeugen SMS der Mutter, welche der Richter bei der Urteilsverkündung vorlas: «Hoffentlich verreckst du und das behinderte Kind auch», schrieb sie ihrem damaligen Freund. Dieser war nur selten zuhause und verprügelte sie regelmässig – so auch am besagten Tag. Weil er nach dem Streit das Haus verlassen wollte, warf die Mutter das gemeinsame Kind gut zwei Meter durch die Luft – dem Freund direkt vor die Füsse. «Er wollte mich wieder alleine lassen und ich wollte ihm wehtun», begründet die Frau in ihrem Geständnis die Tat.


Lebesbedrohliche Verletzungen

Das Kind, das an einer schweren Erbkrankheit leidet, erlitt beim Sturz einen lebensbedrohlichen Schädelbruch mit massiven inneren Blutungen. Dennoch liess die Angeklagte 30 Minuten verstreichen, bis sie die Ambulanz rief. Wegen hohen Blutverlustes benötigte das Kind eine Transfusion.


Mildes Urteil

Gegenüber der Frau, die eine Borderline-Störung hat und unter schwierigen familiären Verhältnissen litt, liessen die Richter Milde walten: Ihre zweijährige Freiheitsstrafe wird zugunsten einer Therapie aufgeschoben. Im Erfolgsfall wird auf die Haftstrafe verzichtet. Das Sorgerecht wurde ihr entzogen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • B. B. am 19.12.2013 09:21 Report Diesen Beitrag melden

    Nervvv

    Meine Kindheit war auch alles andere als rosig und ich leide noch heute darunter, ist das jetzt für mich ein Freibrief, irgendwelche Straftaten zu begehen? Absolutes Unverständnis für das Urteil!

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  • Marc am 19.12.2013 09:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zur Adoption freigeben

    Dass ein behindertes Kind viel Arbeit macht, sehe ich auch in meinem Umfeld. Ebenso verstehe ich, dass dies für manche Menschen zu viel ist. Aber dann gebt es doch bitte zur Adoption frei...

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  • M.75 am 19.12.2013 09:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Macht traurig und wütend ! ! !

    Wenn man sowas liest,macht das einem traurig und wütend zugleich.Ein Baby das auf den Schutz und die liebe der Mutter angewiesen ist.Sowas kann ich niemals verstehen,egal in was für umständen die Eltern leben und was für Ausreden sie parat haben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sue R. am 19.12.2013 17:51 Report Diesen Beitrag melden

    Chance

    Bin froh für das Kleinkind, dass es nach dieser qualvollen Zeit endlich eine Chance erhält. Alles Gute und ein schönes Leben!

  • Susi am 19.12.2013 13:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Narrenfreihet?!

    Für bald jeden Pipfax braucht man eine Prüfung aber zum Kinderkriegen nicht!!!

  • Meli am 19.12.2013 10:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alleine gelassen

    Es ist wirklich eine schreckliche Tat. Vielleicht ist die Frau einfach zu wenig begleitet worden. Gerade wenn sie mit einem behinderten Kind heimgeht, sollten da Fachleute sie begleiten. Ich habe erlebt, wie man nach einer Geburt im Stich gelassen wird. Meine Tochter war 3 Tage alt, als ich nach Hause ging. Ich hatte noch einen 3 jährigen Sohn, Haus, Garten, Hund und mein Mann musste ins Spital für eine Rücken OP. Ich bekam keinerlei Hilfe. Zum Glück ging alles gut.

  • Fritz am 19.12.2013 10:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Völlig krank!!!

    Es geht langsam aber sicher bergab mit unserer welt. Schnee in agypten und eltern die ihr kind 2 meter weit werfen... Wo soll das enden??

  • Xx am 19.12.2013 10:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ???

    Warum hat der Vater nicht die Ambulanz gerufen, wenn das Kind sirekt vor seinen Füssen lag? (Von auffangen mal ganz zu schweigen.....)