Strassen-Auktion

23. Dezember 2019 04:40; Akt: 23.12.2019 04:40 Print

Künstler verschenkt Obdachlosen seine Bilder

Der junge Künstler Vierwind verschenkt drei Bilder an Obdachlose. Diese konnten die teuren Gemälde versteigern und so an Geld für die Festtage kommen.

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Micha Häni hat sich als Vierwind in der Kunstszene einen Namen gemacht. Die Bilder des 25-Jährigen verkaufen sich mittlerweile für mehrere Tausend Franken. Weil er «der Gesellschaft etwas zurückgeben» wollte, hat er am Wochenende eine spezielle Weihnachtsauktion ermöglicht: Am Samstag verschenkte der Berner drei grosse Bilder an Randständige in der Berner Innenstadt. Diese sollten die Bilder noch an Ort und Stelle versteigern, damit sie genug Geld für die Weihnachtstage hätten.

Die Aktion wurde auf seinen Social-Media-Kanälen angekündigt:

Bei der Heiliggeistkirche in der Berner Innenstadt konnten Passanten für die Street-Art-Bilder bieten. Der Startpreis lag jeweils bei 80 Franken. Der Erlös ging vollumfänglich an die Obdachlosen. Innert kürzester Zeit versammelte sich eine Menschentraube um die drei Obdachlosen. «Die Leute haben sofort begonnen zu bieten», sagt Vierwind. Der Preis der Bilder stieg innert Minuten auf 200 Franken, den maximalen Preis den Vierwind mit den Obdachlosen ausgemacht hatte. «Für Fans meiner Kunst ist dies ein Schnäppchen, für die Obdachlosen ein Haufen Geld», sagt Vierwind.

«Es ist schön, dass jemand an uns denkt», sagte ein glücklicher Randständiger nach der Aktion. Er könne das Geld gerade jetzt über Weihnachten besonders gut gebrauchen.

Win-win

Die Aktion zog viele Schaulustige an. Neben zufälligen Passanten waren auch Fans und Follower des Künstlers bei der Strassenauktion dabei. «Ich bin über Instagram auf die Aktion gestossen. Zusammen mit dem sozialen Hintergedanken, gebe ich dafür gerne Geld aus», sagt einer der glücklichen Käufer. Auch für die Obdachlosen sei die Aktion ein aussergewöhnliches Erlebnis, so Häni: «Die drei Männer hatten extrem Freude und waren sehr dankbar.» Er hat eine solche Aktion zum ersten Mal durchgeführt: «Mir gefiel die Idee, dass ein Austausch zwischen den Käufern und den Bedürftigen entsteht», sagt der Künstler. Ausserdem konnte er so auch Personen, die seine Kunst mögen, eine Freude machen: «Wirklich alle hatten etwas davon.»


(rc)