Kölliken AG

11. Februar 2019 18:14; Akt: 04.03.2019 09:33 Print

Bauer lässt leidendes Lamm auf Wiese zurück

Ein Leser-Reporter beobachtete, wie ein Bauer ein neugeborenes Lamm in schlechter Verfassung auf einer gefrorenen Wiese zurücklässt. Nun wurde das Veterinäramt eingeschaltet.

Neugeborenes Lamm in schlechter Verfassung wird auf einer Wiese zurückgelassen. (Video: Leser-Reporter)
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Zwei Lämmer kamen letztes Wochenende in Kölliken im Aargau auf die Welt. Während das eine Lamm kurz nach der Geburt seine ersten Schritte machte, lag das andere reglos auf einer gefrorenen Wiese. Dieses Szenario beobachtete Leser-Reporter A.R* und filmte das Ganze. Dabei ist sich der Mann sicher: «Der Landwirt hatte Kenntnis von der Geburt, liess aber das leidende Lamm in Stich und fuhr davon.» Das schwache Neugeborene habe gehinkt und sei in schlechter Verfassung gewesen. «Ich habe dann sofort das Veterinäramt eingeschaltet und eine Strafanzeige eingereicht.»

Anzeige erstattet

Claudius Gemperle vom Department Gesundheit und Soziales des Kantons Aargau bestätigt auf Anfrage, dass das Veterinäramt Kenntnis von dem Fall und der Strafanzeige hat. Ob der Vorfall für den Bauer Folgen haben wird, kann er wegen der Schweigepflicht nicht sagen.

Bauer soll Tiere misshandeln

Allgemein bemängelt der Leser die dortigen Zustände: Die Schafe weilen laut Leser-Reporter seit mehreren Wochen bei eisigen Temperaturen ohne jeglichen Witterungsschutz auf der Wiese. Zudem stünden den Tieren kein Wasser zur Verfügung. «Es ist einfach das Allerletzte», erzählt der Anwohner.

Bauer lässt leidendes Lamm auf Wiese zurück

Auch laut dem Veterinäramt gilt: «Adulte Schafe auf der Wiese benötigen bei extremer Witterung einen künstlichen Unterstand, ausgenommen an Tagen und Nächten ohne Niederschläge.»
Neugeborene Lämmer müssen zudem in einem Stall untergebracht werden.

Dem Leser-Reporter geht der Fall nahe: «Es tut einem schon weh zu beobachten, wie das arme Tier zurückgelassen wird. Ich hoffe, dass ihm seine Tiere weggenommen werden.» Und noch etwas beschäftigt den Mann: «Ich befürchte, dass der Bauer keine Strafe erhält.»

*Name der Redaktion bekannt

(pal)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marco Wipfli am 11.02.2019 18:33 Report Diesen Beitrag melden

    Geliebte Tiere

    Aber wehe ein ach so böses Raubtier fügt einem ihrer geliebten Tieren schaden zu... Dann ist feuer unter dem Dach bei den Bauern... Ich kann dies nicht mehr ernst nehmen.

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  • fränzi am 11.02.2019 19:14 Report Diesen Beitrag melden

    war schon mit dabei..

    als lämmer auf die welt kamen..das eine hatte leider schlechte karten. doch der hirte lies der natur seinen lauf. als es tot neben dem mutterschaf lag, sagte mir der hirte dass er es noch eine weile liegen lässt bis die mutter es begriffen hat, dass ihres junge wirklich tot ist. zja liebe mitmenschen..wir leben halt nicht mer mit der natur..die ist für die meisten zu brutal. das mit dem wasser und unterstand ist aber sicher etwas dass man anschauen könnte. kleiner tipp.. organisiert mal ein paar kollegen, nehmt eine kiste bier mit und baut bei einem lustigen abend spontan einen unterstand.

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  • Anni am 11.02.2019 18:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Direkt ansprechen

    Wie wäre es wenn der ach so arme Leserreporter direkt den Bauern ansprechen würde?! Andere anschwärzen ist einfach nur charakterlos, aber leider normal in der heutigen Zeit.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • bruno Boger am 11.02.2019 21:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jedes Tier

    Wir Menschen nehmen doch von unseren Verstorbenen auch Abschied,auch für ein Tier ist das schmerzlich,ich finde jedes Tier braucht auch Zeit dazu ,ich denke 1224 St sollte es Abschied nehmen,ich sehe das die Schafe ein schönes Feld haben,und vermute der Lese Reporter hat übertrieben,

  • Anazazi am 11.02.2019 21:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht ankreiden, engagieren!

    Werbung im tv für einen film über das leben eines rentieres und seinen lebensraum beginnt mit: die mama sagt nach der geburt: in einer stunde musst du stehen können, eine weitere stunde später musst du mit der herde mithalten oder bleibst du zurück. Dh es stirbt. Natur. In der zivilisation klar ein ethisch diskutiertes thema. Das lamm nicht überlebensfähig. Die mutter nimmt es deswegen nicht an. Ein bauer hat nicht zeit sich aller dieser fälle pflegetechnisch anzunehmen. Tierheime stehen auch an den limits. Lösung? Tod! Oder patenschaft Paten meldet euch, unterstützt tierheime, nehmt tiere auf

  • Christoph am 11.02.2019 21:12 Report Diesen Beitrag melden

    Reiche auch eine Strafanzeige ein

    und zwar wegen der vielen Krähen hier, welche ohne beheiztem Vogelhaus mit fliessendem Trinkwasser und automatischem Vogelfutter-Dispenser und ohne Rollkragenpullover auskommen müssen. Die allerärmsten Tiere, wie sollen die bloss diese wahnsinnig krass tiefen Temperaturen von -1°C überleben. Das ist einfach herzlos. Vor tausenden von Jahren hatten die Vögel es noch viel besser, als es noch kaum Menschen gab...

  • Lars am 11.02.2019 21:10 Report Diesen Beitrag melden

    Seltsam

    Auf dem Video ist ein Teil einer grossen Wiese, einige Schafe, ein Lamm und ein wahrscheinlich totes Lamm zu sehen. Vielleicht wurde es gerade erst tot geboren. Wir wissen nicht was passiert ist, wie lange es da liegt. Wir wissen nicht wie kalt es ist und auch nicht ob irgendwo eine Tränke für die Tiere steht. Einen davonfahrenden Bauer kann ich auch nirgends sehen. Sorry, ich will hier niemanden in Schutz nehmen aber gleich wieder gegen Bauern zu hetzen wegen einem Video welches jetzt also wirklich keine offensichtliche Tierquälerei zeigt, finde ich etwas übertrieben.

  • Mfah am 11.02.2019 21:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hää?

    Ich frage mich da immer, wie die Tiere das in der "Natur" gemacht haben. Da jammert ihr, dass alles Naturnahe sein soll, aber sobald ein Tier der Natur überlassen wird ist es dann zu viel des Guten! Entscheidet euch!