Polizeieinsatz in Langenthal BE

17. Juni 2019 19:17; Akt: 18.06.2019 08:06 Print

Mann (25) schlägt mit Beil auf Passanten ein

In Langenthal wurden am Samstag zwei Männer angegriffen. Die Tatwaffe war ein Beil. Der Angreifer war der Polizei bereits bekannt.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Am Samstagnachmittag kam es in Langenthal zu gewaltsamen Szenen: Vor einem asiatischen Shop an der Spitalgasse wurden zwei Männer tätlich angegriffen und verletzt. Der Angreifer flüchtete nach der Attacke, konnte später allerdings von der Polizei festgenommen werden.

20 Minuten sprach mit einem der Opfer. In holprigem Deutsch erklärt der Sri Lanker mittleren Alters, er sei mit seinem Kollegen vor dem Eingang des Shops am Plaudern gewesen, als der Täter sie unterbrochen habe: «Er suchte nach einem Mann, mit dem er Probleme hatte. Ich hatte den Eindruck, dass er nicht ganz richtig im Kopf ist.» Er und sein Kollege hätten ihm gesagt, dass sie den Gesuchten nicht kennen würden.

25-jähriger Schweizer mit sri lankischen Wurzeln

Doch der junge Mann, den er nie zuvor gesehen habe, habe sich nicht abschütteln lassen und sei zunehmend aggressiver geworden. Ein lautes Wortgefecht mündete schliesslich in ein Handgemenge. Dann habe der Unbekannte plötzlich ein Beil aus seiner Jacke gezogen und auf die beiden Männer eingeschlagen. «Ich wurde getroffen und ging zu Boden», erzählt das Opfer. Während der Täter geflüchtet sei, habe er blutend den Laden betreten und den Besitzer gebeten, die Ambulanz zu rufen. Auch sein Kollege sei mit dem Beil am Kopf verletzt worden. Mittlerweile konnten beide das Spital wieder verlassen.

Die Kantonspolizei Bern bestätigt, dass die beiden Männer mit einem Beil angegriffen wurden.

Unter Langenthals Tamilen ist der Schock ob des Vorfalls gross. «Die beiden Männer könnten tot sein, wenn der Angreifer sie richtig getroffen hätte», sagt M.P.* (28), der sowohl Täter als auch Opfer kennt. Beim Angreifer handle es sich um einen 25-jährigen Schweizer mit sri lankischen Wurzeln, der in der tamilischen Community berüchtigt sei.

«Gefahr für die öffentliche Sicherheit»

Denn es sei bei Weitem nicht das erste Mal, dass er durch gewalttätiges Verhalten negativ aufgefallen sei. «Er ist nach dem Ausgang schon auf Frauen losgegangen oder hat willkürlich auf Passanten eingeschlagen», erzählt der Softwareentwickler, der einst im selben Quartier lebte wie der Täter. Dieser sei drogenabhängig und leide an Wahnvorstellungen, weshalb er schon mehrfach in psychiatrischer Behandlung gewesen sei. «Er haute aber jedes Mal ab oder wurde entlassen», sagt P.

Dass der Täter immer wieder auf freien Fuss komme, könne er nicht nachvollziehen, sagt P.: «Er ist eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit. Doch die Justiz schaut zu und unternimmt nichts.» Ein weiterer Tamile, der die Aussagen von P. bestätigt, teilt dessen Sorge: «Offenbar muss es zuerst Tote geben, damit dieser Mann dauerhaft in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen wird.»

Der mutmassliche Täter sei «polizeilich bekannt», wie es bei der Kantonspolizei Bern auf Anfrage heisst. Er befinde sich derzeit in Haft. Weiter habe die Staatsanwaltschaft beim Zwangsmassnahmengericht Antrag auf Untersuchungshaft gestellt.


(sul)