Drama im Bärenpark

Lebensgefahr: «Finn hat Kriegsverletzungen»

von Adrian Müller, Bern

Die Verletzungen von Bär «Finn» sind schlimmer als zuerst angenommen: «Es ist fraglich, ob er überlebt», sagte der Tierparkdirektor unter Tränen. Dem Mann, der gestern absichtlich in den Bärenpark eingestiegen ist, geht es wieder besser. 20 Minuten Online zeigt neue, dramatische Bilder der Bärenattacke.

Der Berner Tierparkdirektor Bernd Schildgerbrach brach während der Pressekonferenz mehrmals in Tränen aus.
Der Berner Tierparkdirektor Bernd Schildgerbrach brach während der Pressekonferenz mehrmals in Tränen aus. (Bild: 20 Minuten/Nina Jecker)
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Vier Tote im alten Bärengraben

Vor dem dramatischen Vorfall im neuen Bärenpark in Bern hat es im alten Bärengraben fünf vergleichbare Situationen gebeben. Vier davon endeten tödlich. Zuletzt war Ende 1998 ein betrunkener Mann zum Entsetzen anderer Besucher des Bärengrabens beim hinteren Gehege über die Umzäunung gestiegen und dann ausgerutscht. Dem Tierpfleger gelang es jedoch, die Bärin Selma abzulenken und den verletzten Mann zu retten.

In den 140 Jahren davor, in denen der Bärengraben in Betrieb war, wurden vier Menschen von Bären getötet. Bereits in den Vorfällen von 1860 und 1896 war Alkohol im Spiel. 1920 fiel ein Mann in den Graben und starb später im Spital. 1926 schliesslich ereignete sich ein Verkehrsunfall. Ein Velofahrer, dessen Bremsen versagten, raste auf den Bärengraben zu, wo er ein Kind mit sich in die Tiefe riss. Der Bärenwärter stellte sich den Bären mutig entgegen, doch das Kind starb später im Spital. (SDA)

Der Berner Tierparkdirektor Bernd Schildger ist am Sonntagnachmittag sichtlich bewegt und mit Tränen in den Augen vor die Medien getreten: «Es ist fraglich, ob der Bär Finn überlebt. Dies ist ein tragischer Tag für uns alle.» Der durch den Schuss eines Polizisten schwer verletzte Bär liege derzeit im Stall und zeige ein gestörtes Allgemeinverhalten. «Die Stoppmunition ist im Körper des Bären explodiert und hat ihm wahrscheinlich Rippen zerschmettert. Finn hat Kriegsverletzungen.»

Passanten kümmerten sich nicht um Behinderten

Dem Opfer ist es besser ergangen: «Der Mann schwebt nicht in Lebensgefahr», sagte der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause. Er schilderte, wie genau sich der Vorfall abgespielt hat: Der behinderte Mann sei zuerst von der Treppe auf die Mauer am Aarehang gestiegen (siehe Bildstrecke) und dort einige Minuten in «Kauerstellung» verharrt. Währenddessen seien etliche Passanten vorbeigelaufen, ohne einzugreifen.

Ob der 25-Jährige dann ins Gehege hinuntergefallen oder absichtlich gesprungen ist, sei aus den Aufnahmen der Überwachungskameras nicht ersichtlich. Der Mann sei dann direkt auf den Bären zugerannt, worauf dieser den Mann attackierte. «Der Bär hat völlig normal reagiert – der Mann ist schliesslich in sein Revier eingedrungen», so Schildger. Bereits gestern schilderten verschiedene Augenzeugen die dramatischen Momente: «Der Bär biss dem Mann ins Gesicht, schleifte ihn am Boden herum.» Wie Nause weiter ausführte, sei das Opfer während sieben Minuten dem Bären ausgeliefert gewesen, bis ein herbeigeeilter Streifenpolizist Finn mit einer Maschinenpistole in die Brust schoss.

Betäubungsgewehr keine Alternative

Der Tierparkdirektor dankte an der Medienkonferenz dem Polizisten für seinen beherzten Einsatz: «Er hat die einzige richtige Entscheidung getroffen und geschossen.» Auf die Frage, warum kein Narkosegewehr eingesetzt worden sei, sagte Schildger: «Bis das Betäubungsmittel wirkt, geht es vier bis acht Minuten. Dann ist es aber zu spät.»

Ob das Sicherheitsdispositiv des Bärenparks anzupassen sei, bleibe offen, sagte Nause. Das hänge nicht zuletzt von den Ergebnissen der polizeilichen Ermittlungen ab. Es sei aber schwierig, den Park vollständig gegen ein aktives Eindringen in das Gehege zu schützen. Über das Motiv des Mannes ist weiterhin nichts bekannt. Das Opfer habe aufgrund seines Zustandes noch nicht befragt werden können.

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Das Tier
Immer sind es die Tiere die falsch zu handeln scheinen, obschon sie seit Jahrtausenden immer gleich handeln, nämlich nach ihrem Instinkt...Wir Menschen hingegen handeln mit unserem Verstand...wenn jedoch jemand nicht weiss, dass es gefährlich ist, zu einem Bären ins Gehege zu springen, um einen Plastiksack zu holen, ist sein Verstand soweit eingeschränkt, dass diese Person eine Aufsicht Benötigt....aber es sind ja immer die bösen Tiere schuld, wenn das Hirn des ach so unschuldigen Menschen ausschaltet..obwohl wir eigentlich die mit Verstand sein sollten!!! Doch dies ist fragwürdig..immer mehr!
von: C.Hitz   am: 10.12.2009 14:11

Peinlich
Ich schäme mich für die Schweiz in der Tierschützer Behinderte und Polizisten bedrohen. PS: Manstop erfüllt ziemlich genaue Kriterien: kontrolliertes aufpilzen auf Kalibergrösse um die Schussenergie im Angreifer abzugeben und Durchschüsse zu vermeiden. Die Gleichsetzung mi Hohlspitz / Dum-Dum ist eine Erfindung der Linken lieb zum Dieb Liga. Die wollen lieber auf die Polizei schimpfen wenn es dritte getroffen hat.
von: Tom   am: 29.11.2009 11:50

Bären gehören in die Natur !
Und nicht als Schau in einem Stadt ! Wo ist die Freiheit des Tieres ? - Der Mann ist nicht schuldig - Der Polizist ist nicht schuldig - Der Initiator der Idee ( und Bärenpark in der Stadt als unsicheres Objekt für ein Wildtier ) einen Bär in die Stadt zu bringen als Schauobjekt ist schuldig !
von: E.Bähler   am: 29.11.2009 09:59

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