Prozess in Bern

10. Januar 2019 16:08; Akt: 10.01.2019 16:08 Print

Lehrer verliert nach Sex mit Schülerin (15) den Job

Er kaufte ihr High-Heels und schlief mit ihr: Ein Berner Pädagoge wurde wegen dem Verhältnis zu seiner Schülerin verurteilt.

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Ein Lehrer musste sich vor dem Berner Obergericht wegen einer Liebesbeziehung mit einer Schülerin verantworten. Die Treffen zwischen dem damals 43-Jährigem und seiner Schülerin, die zu jener Zeit im Heim lebte, fanden an mehreren Wochenenden zwischen dem 26. Oktober 2013 und dem 5. Januar 2014 statt. Die beiden kannten sich schon von früher, da der Mann das Mädchen in der 7. Klasse unterrichtet hatte. Nachdem sie wegen Magersucht während fast zwei Monaten stationär behandelt wurde, wollte das Mädchen bei ihm Gitarre lernen.

Doch beim Gitarre spielen blieb es nicht: Kochen, Badminton, Alkohol, Rauchen und Sex standen auch auf dem Programm der beiden. Dem Gericht zu Folge hatten das ungleiche Paar eine Liebesbeziehung, die auf gegenseitigem Einverständnis basierte.

Doch beide Parteien hatten bei der Verhandlung Einwände: Während der Lehrer von «platonischen Schwingungen» ohne Sexualität sprach, erzählte das Mädchen von Vergewaltigung und Missbrauch. Beide Aussagen waren für das Gericht jedoch unglaubwürdig.

«Talentierter Liebhaber»

In den vielen Liebesbriefen, die sie sich schickten, betitelte der Mann sie mit Kosenamen wie «Goldschatz» und «Zouber-Ängu» und signierte diese mit «di Prinz». Das Mädchen beschrieb ihn als «sehr talentierten Liebhaber». Zeilen wie «du musst bald kein Kondom mehr verwenden, dann geht es richtig ab», bestätigten die körperliche Zuneigung ihrerseits, wie die Richter ausführten.

Der Mann musste sich vor Gericht wegen sexueller Handlungen mit einem Kind verantworten. Bei diesem Delikt blieb es jedoch nicht – auch der Strafbestandteil der Pornografie kam hinzu: Der Lehrer kaufte ihr High-Heels und Stiefel und fotografierte sie in Unterwäsche in anzüglichen Posen, wie «Der Bund» berichtete.

Eifersuchtsdrama

Die Situation eskalierte schliesslich Anfang 2014. Als die Schülerin Liebesbriefe einer anderen Frau fand, tobte sie vor Eifersucht. Sie würde sein Leben «zur Sau» machen und werde ihn anzeigen. Sogar mit dem Tod drohte sie ihm. In den Akten wird die Schülerin als labil und impulsiv bezeichnet. Das Verhältnis kam ans Licht, als sie sich einem Psychiater anvertraute, der daraufhin die Polizei informierte.

Tagessatz von nur 30 Franken

Dem Mann wurde das Lehrerpatent entzogen. Er wurde zu einer Geldstrafe von 270 Tagessätzen verurteilt. Weil er sich in finanziellen schwierigen Verhältnissen befindet, wurde der Tagessatz auf lediglich 30 Franken festgelegt. Dazu kam eine Busse von 2000 Franken, eine Genugtuung an sein Opfer und die Verfahrenskosten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(pal)