Stadt Bern

05. April 2016 05:35; Akt: 05.04.2016 09:59 Print

Lehrerin entlassen, weil sie Hund zur Arbeit mitnahm

von Mira Weingartner - Weil sie keinen Hunde-Sitter gefunden hatte, wurde einer Berner Lehrerin gekündigt. Schüler und Eltern können den Entscheid nicht begreifen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Entlassung einer Unterstufenlehrerin des Berner Bitzius-Schulhauses begründete die Schulleitung am Montagmorgen in einem Elternbrief: «Es ist der Lehrerin nicht gelungen, eine künftige Betreuung ihres Hundes Minya im neuen Schuljahr nach Vorgabe der Schulleitung zu finden.» Bis anhin hatte die Lehrerin ihren Jack Russell Terrier ins Klassenzimmer mitgenommen. Weil der kleine Vierbeiner blind ist, kann er während den Schulstunden nicht allein gelassen werden.

Für die Schüler sei die Massnahme der Schulleitung ein harter Schlag, sagt Mattebewohner Philippe Cornu. Sein siebeneinhalbjähriger Sohn drückt derzeit bei der betroffenen Lehrerin die Schulbank. Auch die Eltern könnten die Kündigung nicht verstehen, es sei eine «Lappalie», ein «Paragraphen-Krieg». Am Zaun des Pausenplatzes flattert derzeit ein Transparent – die Lehrerin solle bleiben. Hund Minya störe nicht. «Eine gute, beliebte Lehrerin einfach so entlassen? Wir sagen nein», steht zudem auf einem Flugblatt.

Bereits zweite Kündigung

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Eltern für die entlassene Primarlehrerin einsetzen: Bereits letzten Sommer erhielt die Frau wegen des Hundes den blauen Brief. Doch der damalige Entscheid wurde zurückgezogen: Der Jack Russell durfte ein weiteres Schuljahr vom Körbchen aus dem Unterricht der Erst- und Zweitklässler beiwohnen. Nun sei es aber nicht mehr möglich, «dass der Hund weiterhin in der Schule betreut werde», steht im Schreiben der Schule. Genauere Angaben will die Schulleitung gegenüber 20 Minuten nicht machen. Das Kündigungsverfahren sei noch nicht abgeschlossen.

Auch die Lehrerin wollte gegenüber 20 Minuten keine Auskunft geben. Sie werde die Schule per Ende Schuljahr im Sommer zusammen mit Minya verlassen, weiss Cornu. So habe sein Bub beim Mittagessen gesagt: «Wir sind alle sehr traurig. Doch wir können verstehen, dass sie nicht mehr mag.»

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Renata am 05.04.2016 06:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    geht gar nicht

    da sollte wohl besser die Schulleitung entlassen werden...

    einklappen einklappen
  • Puschek am 05.04.2016 07:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kündigung wegen Hund

    In was einer Gesellschaft leben wir den und ich nehme an der Hund ist gut Sozialisiert und war sicher eine gute Lehrstunde für die Kinder und sie hat sicher auch erklärt wie man Auf so einen Hund zu geht also wo ist das Problem die Stadt Bern und Verantwortlichen sollten sich schämen

  • Pralinchen am 05.04.2016 06:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Versteh ich nicht...

    Sonst gehts aber noch?? So ein Hund ist eine soziale Bereicherung für alle.. Die Kinder lernen Verantwortung.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andrea Mordasini am 05.04.2016 17:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine grosse Bereicherung :)!

    Was für ein "bireweicher" Entscheid der Schulleitung :(! Dabei könnte ein Hund in der Schulklasse eine Winwin-Situation für alle Beteiligten sein (Schüler und Tier). Dass ein solches Experiment funktionieren kann, zeigt die Schulklasse meines Sohnes, wo "Teilzeit" auch der Hund der Klassenlehrerin teilnimmt. Die Kinder lernen so behutsam den Umgang mit dem Tier und bauen eventuelle Ängste an. Das Tier lernt umgekehrt das Verhalten mit anderen Menschen, insbesondere Kindern, dies übrigens an einer Stadt Betner Schule ;). Eine tolle Bereicherung für alle, wo alle profitieren. Danke Frau Z. :D!

  • Jaga am 05.04.2016 13:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Es ist nicht nur das, dass der Hund nicht stört. Von ihm dürfen die Kinder sogar profitieren! So zeigt die Lehrerin, dass man Verantwortung im Leben nehmen muss. Dass die Hunde nicht nur schön und lustig zum Spielen sind, aber auch mal alt werden und vielleicht auch krank. Die Schulleitung hat einen grossen Fehler gemacht. Was sollen die Kinder von seiner Schule von ihm denken?

  • allright am 05.04.2016 12:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schon seltsam

    Niemand kennt den Hund, aber alle wollen wissen, dass er gut erzogen ist, nie bellt und den Unterricht ganz bestimmt nicht stört. Ich kenne genügend Hunde, die einfach alle paar Minuten sinnlos bellen, nur um auf sich aufmerksam zu machen. Dies würde garantiert den Unterricht stören.

  • IAbbey am 05.04.2016 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hundemami

    Ist doch gut wenn ein Hund dem Unterricht beiwohnt, die Kinder lernen so, wie wertvoll ein Lebewesen ist und dass man es mit Respekt, Liebe und Verantwortung behandeln muss. Die Kündigung finde ich persönlich absolut nicht gerechtfertigt.

  • jana-alex am 05.04.2016 12:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lehrer mit Hund

    Wir hatten auch einen Lehrer, der seinen Hund oft mitgebracht hat. Er lag allerdings immer brav unter dem Schreibtisch und es hat nie jemanden gestört.