«Magische Erscheinung»

17. September 2018 05:48; Akt: 17.09.2018 06:41 Print

Albino-Rehkitz streift durch Freiburger Wälder

Ein Leser-Reporter hatte diese Tage ein besonderes Erlebnis: In einem Wald im Kanton Freiburg sichtete der Bauer ein Albino-Reh. Das Tier dürfte es im Leben nicht einfach haben.

Zum Glück hatte der junge Freiburger das Handy schnell zur Hand. So filmte der Bauer, wie das weisse Bambi über die Wiese lief. (Leser-Reporter / 20 Minuten)
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Plötzlich knackte es im Unterholz – «und dann erblickte ich etwas, was ich meiner Lebtag noch nie gesehen habe», sagt Leser-Reporter Yanic Vonlanthen (26): Auf einem Spaziergang im Kanton Freiburg lief ihm im Wald ein junges Albino-Reh über den Weg. Für den Landwirt eine beinahe magische Erscheinung: «Das weisse Fell leuchtete richtig, es sah sehr schön aus.» Grund für das helle Fell: Albinos fehlen rote, braune oder schwarze Farbpigmente, die sogenannten Melanine. Dieser Pigmentierungs-Fehler ist in der Natur äusserst selten.

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Zum Glück hatte der junge Freiburger das Handy schnell zur Hand. So konnte er filmen, wie das weisse Bambi über die Wiese lief, dicht gefolgt von dessen wachsamen Mutter: «Im Gegensatz zum Rehkitz war das Fell der Mutter ganz braun», so Vonlanthen.

Obwohl der Landwirt die einmalige Szenerie mucksmäuschenstill beobachtete, entdeckte ihn das Duo nach kurzer Zeit. Sofort suchten Mutter und Albino-Baby im Dickicht des Walde Schutzs.

Ganz in Weiss

Wer ein Albino-Reh erschiesst, wird verflucht

Wo genau die Tiere gesichtet wurden, will der Leser nicht verraten: «Die genaue Ortschaft möchte ich nicht bekannt geben, da die Jagdsaison gerade angefangen hat. Ich möchte nicht, dass das Albino-Reh geschossen wird.» Er habe Angst, eine Trophäenjagd auf das seltene weisse Kitz könnte beginnen.

Doch ein Albino-Tier zu erlegen, ist eine Art Tabu und gilt gar als äusserst gefährlich. Wer ein solches Tier schiesst, den erwartet laut einer Legende nämlich innert einem Jahren den eigenen Tod. Als Beispiel gilt der Tod von Franz Ferdinand: Der österreichische Thronfolger schoss eine weisse Gämse. Ein Jahr später wurde er 1914 beim Attentat in Sarajewo getötet, was als Auslöser des Ersten Weltkrieges gilt.

Weisses Bambi ist dennoch leichte Beute

Während sich wohl kein Jäger an einem Albino-Reh die Finger verbrennen will, hat es das weisse Freiburger Rehli dennoch nicht leicht: Albinos sind in freier Wildbahn besonders gefährdet. Tiere, die normalerweise durch eine braune oder dunkle Farbe gut getarnt sind, fallen durch ihr leuchtendes Fell auf und werden dadurch leichte Beute. Laut dem Leserreporter geht es dem Freiburger Kitz aber noch bestens: «Das Albino-Reh machte einen gesunden Eindruck. Es war zwar sehr zart, aber dennoch gut genährt.» Und äusserst süss, versteht sich.


(miw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • humpty am 17.09.2018 06:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schön

    im winter wird sein tarnkleid perfekt passen. hoffen wir mal es überlebt bis dahin.

  • Tim am 17.09.2018 07:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfaches Leben

    Dass Reh wird es wohl eher einfacher als Artgenossen haben. Jäger werden es bestimmt nicht anfassen, und wirklich viele natürliche Feinde gibt es ja nichtmehr in unseren Wäldern.

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  • Weisser am 17.09.2018 06:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich weiss

    Dieses weisse Ding soll möglichst schnell in die Berge umziehen, denn bekanntlich ist der Schnee auch weiss!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dave74 am 17.09.2018 13:53 Report Diesen Beitrag melden

    Qualität

    "...den erwartet laut einer Legende nämlich innert einem Jahren den eigenen Tod." Und das nicht etwa in einem Kommentar.

  • Buckaroo Banzaii am 17.09.2018 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    Fehlinformation im Text

    Wann merkt Ihr Journis Euch endlich, dass ein Rehkitz kein Bambi ist? Bambi war ein Hirsch und noch nie ein Reh!

  • Eine am 17.09.2018 10:08 Report Diesen Beitrag melden

    auch gekannt

    Bei uns in der Gegend lebte 3-4 Jahre ein weisser Rehbock, der uns immer wieder besucht hatte und auch zutraulich wurde (er kam bis auf 10m zu uns hin). Sein Glück war, dass von uns niemand zur Presse rannte und er so seine Ruhe hatte. Leider wurde er kürzlich von einem Auto überfahren.

  • Ulla am 17.09.2018 08:54 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Glück!

    Hoffen wir, dass es dort noch keine Wölfe hat. Es wäre wirklich schade um das schöne Tier.

  • Martin am 17.09.2018 08:35 Report Diesen Beitrag melden

    Albino

    Hoffentlich erfahren das die in Malawi nicht, sonst ist das Tier bald tot.