Ballenberg-Dampfbahn

23. Juli 2018 15:20; Akt: 23.07.2018 16:15 Print

Antiker Lok droht das Aus – weil sie zu schnell ist

Aufgrund neuer Vorschriften ist die Zukunft der 105-jährigen Dampflokomotive 208 gefährdet. Es fehlt an Geld. Die letzte Hoffnung ist eine Crowdfunding-Aktion.

Mit diesem Video, wollen die Verantwortlichen Geld sammeln, um die Dampflok weiterhin fahren lassen zu können. (Video: Mit Volldampf in die Zukunft/ Ballenberg Dampfbahn)
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Nach einem verheerenden Depotbrand im Jahre 2013 brannte nicht nur die Einstellhalle der Ballenberg-Dampfbahn komplett aus, sondern auch zwei wertvolle, antike Lokomotiven wurden Raub der Flammen. Nach dreijähriger Wartezeit und zwei Jahren andauernden Restaurationsarbeiten feierte die Liebhaber-Lok mit der Nummer 208 am 1. April ihre Wiedereinführung. Ein Augenschmaus für Nostalgiker, denn: Die picco bello in Stand gesetzte, 105-jährige Dampflok gilt als die schnellste ihrer Art in Europa.

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Würden Sie die Dampflokomotive 208 vermissen, wenn sie nicht mehr fahren dürfte?

Nun die akute Hiobsbotschaft: Künftige Fahrten der Lok 208 sind gefährdet – denn die Lokomotive ist tatsächlich zu schnell.

Neue Vorschriften, neue Probleme

Neue Vorschriften des Bundesamts für Verkehr verlangen, dass historische Fahrzeuge, ohne Zugsicherungssystem, höchstens 45 Stundenkilometer fahren dürfen. Für öffentliche Fahrten auf dieser Strecke unmöglich: «Mit 45 Stundenkilometern könnten wir nicht ohne eine Fahrplanverzögerung von A nach B kommen, da wären wir einfach zu langsam», erklärt Hans Peter Maurer von der Ballenberg Dampfbahn.

Da die Linie der Zentralbahn von Interlaken bis Meiringen sehr dicht befahren ist, ist es laut Maurer eine Temporeduktion gleichbedeutend mit einem Ende des Dampflokbetriebes auf dieser Strecke.

Es besteht ein Fünkchen Hoffnung

Einzig ein Zugsicherungssystem könnte die schöne Loki retten – doch dafür fehlt es an Geld. Der Kostenpunkt der technischen Anlage beträgt 25'000 Franken. Dies ist klar zu viel Geld für die Ballenberg-Dampfbahn.

Dennoch stecken die Bahnliebhaber aus dem Oberland die Köpfe nicht in den Sand: Via Crowdfunding sind sie nun auf der Suche nach gleichgesinnten Gönner. Auf die Bahn verzichten wäre für viele Liebhaber ein Schock. Auf der Crowdfunding-Seite der Ballenberg-Dampfbahn teilten einige Unterstützer ihre Erinnerungen an die Bahn: «Als Kind durfte ich mit meinem Vater mit auf die Lok. Ich war fasziniert von der Technik, der frischen Luft und der Hitze, die einem beim Öffnen des Feuertürchens entgegenkam. Es war ein sehr schönes Erlebnis meiner Kindheit.»

Die Spendenaktion ist bis am 31. Juli am Laufen. Die Bähnler bibbern: Erst 23 Prozent beziehungsweise 5770 von 25'000 Franken, sind zusammengekommen. Man hofft nun sehr, den Betrag zusammenzubringen – nur so kann das Sicherungssystem installiert werden und die Bahn somit weiterhin durchs Berner Oberland dampfen.

Nostalgiefahrten mit 105-jähriger Lok gefährdet

(rc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • bähndler am 23.07.2018 15:25 Report Diesen Beitrag melden

    ja klar

    typische schweizer vorschrift. immer allem schön den garaus machen. ich kann es nicht mehr hören. schweiz wohin steuerst du.....

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  • M.Furrer am 23.07.2018 15:33 Report Diesen Beitrag melden

    Schützenswert!

    Für alles Mögliche werden Steuergelder verlocht. Wie wärs, wenn die Rennovationskosten dieser historischen Lokomotive davon bezahlt würden?

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  • Tschutschu am 23.07.2018 15:28 Report Diesen Beitrag melden

    Link?

    Ein Link zur Crowdfunding-Seite wäre praktisch gewesen...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Andreas Schlegel am 29.07.2018 20:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nach dem Ballenberg

    Viel wichtiger wäre mal das Gleis zum Ballenberg legen. Aber bei uns gibts für vieles Geld. Dem Ballenberg wäre geholfen. Wie wärs mit Stiften und freiwilligen und andere Vom RAV usw.

  • Noris am 29.07.2018 14:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Augen auf

    Immer wird Milionen ins Ausland verschenkt , macht mal Stopp und lässt das Geld in der Schweiz , und unterstützt diese Bahn , es wäre schade dies aufzugeben . Klopft mal in Bern an , die schlafen da drum wissen die nicht das diese Bahn geholfen muss .

  • Walter Marti am 26.07.2018 11:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dipl. Kfm. HKG

    Wieso spielen die giftigen Emissionen bei solchen Stinkern keine Rolle. Haben wir in der CH dafür Spezialbewilligungen von höchster politischer Stelle? Sonst zahlen wir doch auch für jedes mg, welches nicht einmal bewiesen ist, dass wir damit einen Umweltschaden wirklich verursachen. Wieso wird nicht mehr über die erhöhte Sonnenaktivität diskutiert und in den Medien berichtet, wenn es um die allenfalls immer wieder übliche Klimaerwärmung geht? Würden sonst den Staaten Milliardeneinnahmen entgehen und Tausende von damit bestens bezahlte Pösteli wegfallen?

  • Tüpfli Schisser am 25.07.2018 17:08 Report Diesen Beitrag melden

    Antike Lok?

    Gar nicht gewusst, dass in der Antike neben den Streitwagen auch schon Loks verkehrten. Ist das etwa die Erklärung für die Rillen in den Römerstrassen? Historische Loks aus dem 19. und dem beginnenden 20. Jahrhundert sind mir natürlich ein Begriff, aber aus der Antike kenne ich nur den Lokus.

  • Ottokar Rex am 25.07.2018 08:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wichtige Ergänzung vornehmen!

    Bitte den Artikel um das Spendenkonto (Bank, Postcheck, etc.) ergänzen! Wie sollen wir denn sonst spenden können?!

    • Innerschweizer am 25.07.2018 08:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ottokar Rex

      Punkt 1. Der Link ist im Text vorhanden. Punkt 2. Das Spendenziel von 25k ist erreicht.

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