Uni Bern

07. August 2018 08:19; Akt: 07.08.2018 09:46 Print

Dem Luchs droht im Wallis die Ausrottung

Die Universität Bern warnt vor dem extrem tiefen Luchsbestand im Kanton Wallis. Geht es so weiter, könnte der Luchs in der Region bald Geschichte sein.

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Experten der Universität Bern schlagen Alarm: Bei einer flächendeckenden Zählung von Raubtieren wurde den Forschern bewusst, dass der Luchsbestand in der Region Wallis extrem gering ist. «Nicht einmal ein Dutzend unabhängige Individuen wurden während fünf Wintern fotografiert», berichtet Professor Raphael Arlettaz von der Uni. Hinzu kommt, dass sich die gesichteten Luchse kaum fortpflanzen würden. «Während sieben Jahren mit systematischer Populationsüberwachung hat man insgesamt nur vier bis fünf Fortpflanzungsfälle dokumentieren können. Das ist dramatisch.» Die Forscher versuchen nun, die möglichen Gründe für den Rückgang der Population zu eruieren.

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Dramatische Situation

Der Luchs ist ein Waldbewohner, der sich in unseren Breitengraden extrem wohl fühlt. Ob im Wald oder im Schnee – die seltene Raubkatze kommt überall zurecht. Umso mehr wundern sich die Experten über das plötzliche Verschwinden des Luchses im Wallis.

Grund für die geringe Population könnten unter anderem auch illegale Abschüsse durch Wilderer sein. «Die illegale Wilderei bleibt nach wie vor unsere Hypothese Nummer eins», sagt Arlettaz. Denn der Luchs ist nicht überall gern gesehen. Mittlerweile gibt es in der Region Wallis sogar Politiker und Vereine, die sich für einen Kanton ohne Luchs, Wolf oder Bär einsetzen und deren Abschuss fordern.

Auf die tiefen Bestandeszahlen im Wallis stiessen die Forscher der Universität Bern nur zufällig: Eigentlich arbeiteten sie an einer Studie zum Verhältnis zwischen wilden Huf- und Raubtieren im Wallis. Dabei stellten sie über 100 Fotofallen auf und untersuchten insgesamt über 218 Fährten im Schnee. Erschrocken mussten sie festgestellen, dass lediglich ein Fünftel des erwarteten Luchsbestandes gesichtet wurde. Die Lage sei dramatisch: «Wenn von den Behörden keine Massnahmen ergriffen werden, kann der Luchs in ein paar Jahrzehnten wieder ausgestorben sein», so Arlettaz gegenüber 20 Minuten.


Seltener Anblick: Junge Luchse im Kanton Wallis (Video: François Allégro)

Der vertriebene Feind

In der Vergangenheit war der Luchs vielerorts verhasst. Man ärgerte sich über die Risse an Schaf und Vieh. Die Tiere wurden systematisch verfolgt und schliesslich am Anfang des 20. Jahrhunderts in der Schweiz ausgerottet. Erst im Jahre 1967 entschloss sich der Bundesrat, versuchsweise Luchse auszusetzen um das vertriebene Tier wieder in die Schweizer Natur einzugliedern.

(rc)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Inner Schwiizer am 07.08.2018 07:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Im Wallis

    erntet man lueber Aprikosen um sie in die Rhone zu werfen. Bigotter heuchlerischer Kanton.

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  • upupa am 07.08.2018 07:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke Wallis

    Wir Üsserschwizer sind froh, dass ihr auf alles schiesst, was in der Natur lebt und euch die Wuere kommt! Lieber alles überbauen, das passt euch besser.

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  • Mike M. am 07.08.2018 08:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wilderer ?

    Wilderer ? Es sind unsere Jäger und Bauern. Die fordern ja alle die Abschüsse dieser Wildtiere. Die sollten sich einmal hinterfragen wer zuerst dort war. Diese Wildtiere gab es bereits bevor die Menschen sich dort niederliessen. Nur weil die Bauern, Hirten etc. Ihre Tiere nicht zusätzlich schützen wollen müssen diese Wildtiere sterben ? Nicht zu glauben was der Mensch sich alles erlaubt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter am 16.08.2018 02:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine

    Freue mich wenns keine Grossraubtiere mehr gibt in ganz Europa!

  • Peter am 10.08.2018 06:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tierqäulerei

    Kein Grossraubtier gehört nach Europa! Die Befürworter müssen für Nutz- und Haustiere die volle Verantwortung übernehmen! Aber auch für die getöteten Grossraubtiere sind sie Verantwortlich! Zuletzt ist die volle Verantwortung für die verletzten und getöteten Menschen zu übernehmen!(gefundene Beine von Menschen)

  • Piti am 08.08.2018 21:07 Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Hoffentlich wird der Luchs in der ganzen Schweiz ausgerottet!! Bravo Wallis!! Danke!

  • Andreas Zenklusen am 08.08.2018 20:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Schade, dass ihm nur im Wallis die Ausrottung droht...

  • jasmin am 08.08.2018 15:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade......

    Schade darf man die Walliser nicht ausrotten wäre sinnvoll denn anscheinend können die nicht mit der Natur leben.

    • Daniel am 08.08.2018 20:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @jasmin

      du darfst alles machen, einfach nicht jammern wenn du erwischt wirst. viel Spass

    • jasmin am 09.08.2018 03:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Daniel

      Nein darf ich nicht laut gesetzt. Aber Tiere ausrotten darf man.

    • Peter am 10.08.2018 06:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @jasmin

      Die Walliser machen es richtig vor! Die Verantwortung dafür liegt bei den Befürwortern. Die sind für die Tierquälerei zur Verantwortung zu ziehen!

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