Hektik in Grenchen SO

20. Juni 2019 20:28; Akt: 20.06.2019 20:28 Print

Passanten retten Mädchen aus heissem Auto

In Grenchen SO wurde ein Kind vom Vater im Auto zurückgelassen. Dank der Zivilcourage einer Passantin konnte Schlimmeres verhindert werden.

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Am Dienstag gegen 12.30 Uhr mittags herrschte Hektik auf dem Parkplatz vor der Landi im solothurnischen Grenchen. Bei einer Aussentemperatur von über 25 Grad Celsius und brütender Mittagssonne wurde eine Passantin auf ein kleines Mädchen aufmerksam, das in einem Auto mit leicht getönten Scheiben eingeschlossen war. Nach Angaben von Zeugen waren die Fenster des Fahrzeugs geschlossen. Laut der «Mittelländischen Zeitung» suchte die äusserst beunruhigte Passantin umgehend nach dem Fahrer des abgeschlossenen Fahrzeugs.

Roter Kopf, durchnässte Kleider

Sie fand unweit des Autos schliesslich den Vater der Unterstufenschülerin. «Er war gerade am Rauchen und Telefonieren. Er hatte wohl die Zeit vergessen», sagt der Solothurner David Aebischer, der ebenfalls Zeuge des Vorfalls wurde. Schnell habe man das Auto geöffnet und das Kind aus dem Wagen geholt.

Der Vater habe versichert, er sei «nur ganz kurz» weg gewesen. Aebischer sagt: «Das Mädchen hatte bereits einen roten Kopf und seine Kleider waren patschnass.» Draussen an der frischen Luft habe sich das Kind aber schnell erholt. Weniger gut soll es dem Vater gegangen sein: Laut Aebischer hat sich der Vater in Grund und Boden geschämt. «Er hat sich auch ununterbrochen entschuldigt und war selbst schockiert über seine Nachlässigkeit.»

Die Polizei hat man schliesslich nicht informiert; die Retter wollten keine Anzeige gegen den Mann erstatten. Der Schockmoment sei ihm wohl Lehre genug gewesen.

Die Gefahr ist schwer einzuschätzen

Doch wie dramatisch war die Gefahr vor Ort wirklich? Laut der Sanitätspolizei Bern ist es schwierig, die Gefahr des aktuellen Vorfalls einzuschätzen. Mehrere Faktoren seien entscheidend, wie gefährlich die Situation für ein eingeschlossenes Kind ist. Die körperliche Kondition des Kindes, wie viel Wasser es getrunken hat, die Aussentemperatur und vieles mehr hätten Einfluss.

Fakt ist: Kein Kind sollte je in einem Auto eingeschlossen werden.
Gemäss der «Ärzte Zeitung» heizt das Innere eines Autos bei einer Aussentemperatur von 26 Grad Celsius in nur 10 Minuten auf 33 Grad auf. Nach 30 Minuten wäre es im Innern dann bereits bedrohliche 42 Grad heiss.

Tödlicher Vorfall im Tessin

Am 21. Juli 2015 wurde ein 6-jähriges Mädchen auf dem Parkplatz des Campingplatzes La Piodella bei Muzzano im Tessin im Auto vergessen – das Kind starb schliesslich an Überhitzung. Trotz Wiederbelebungsversuchen der ausgerückten Rettungskräfte ist das Mädchen beim Campingplatz gestorben.

(km)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alfi am 20.06.2019 21:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Armes Kind

    Generation Handy wichtiger als alles andere, tragisch und traurig!

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  • Lumawa am 20.06.2019 20:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unglaublich!

    mittlerweile müsste jeder Mensch bei uns wissen wie gefährlich es ist, ein kind oder auch ein Tier in gschlossenen Fahrzeugen zu lassen. sowas gehört einfach bestraft, wenn jemand nicht mehr Hirn hat und eins und eins zusammen zählen kann!

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  • Streamer am 20.06.2019 21:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Meinung

    Danke an die Lebensretter, bei nur schon 21 Grad wärmt sich ein Auto im Innern Lebensgefährlich auf! An den Vater, einfach unverantwortlich und dumm!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Toni Maccaroni am 21.06.2019 18:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Elektrisches Dies, elektrisches Das...

    Das Handy ist Schuld? Oder die Zigarette? Als ich noch Kind war gabs manuelle Fensterheber...

  • Rosi am 21.06.2019 17:14 Report Diesen Beitrag melden

    Benebelt

    Rauchen war schon immer keine gute Idee...

  • Lillyfee am 21.06.2019 17:12 Report Diesen Beitrag melden

    Gefühlt endlos

    Wie lange raucht man eine Zigi?

  • Stopp Smoking am 21.06.2019 17:11 Report Diesen Beitrag melden

    Wer hat Schuld?

    Warum finden hier eigentlich alle, dass das Handy schuld an allem ist? Im Bericht steht doch ausdrücklich, dass der Vater eine Zigi rauchte. Nicht E-Zigi oder Wasserpfeife, versteht sich...

  • Solothurn am 21.06.2019 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    Zu spät

    Warum wurde die Polizei nicht eingeschaltet? Die hätte zum Beispiel auch dafür sorgen können, dass die Familie nicht hier gehetzt wird...