06. April 2005 22:24; Akt: 06.04.2005 22:26 Print

Mäuse-Alarm: Den Bauern drohen grosse Schäden

Experten warnen: Wenn nichts passiert, drohen der Berner Landwirtschaft enorme Schäden. Die Berner Bauern sollten sich rasch zusammenschliessen und auf Mäusejagd gehen.

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«So viele Mäuse – das habe ich noch nie erlebt», sagt Landwirt Rudolf Bigler aus Moosseedorf. «Statt saftig grün ist mein Acker braun – die Mäuse haben ihn völlig umgegraben.» Ans Grasmähen sei nicht mehr zu denken. «Ich werde den Acker pflügen und etwas Neues anpflanzen», sagt Bigler.

Denn: Über den Winter haben sich die Schärmäuse explosionsartig ausgebreitet. «Unter der Schneedecke herrschte im Januar ein regelrechtes Mäuse-Eldorado», erklärt Rafael Gago von der Forschungsanstalt Reckenholz in Zürich. Ungestört hätten die Nager grasen und Wur-zeln knabbern können. «Sie mussten nicht einmal Gänge graben», sagt er. Die Mäuse nutzten die Zeit für Schäferstündchen: Munter produzierten sie Nachwuchs – und das mitten im Winter.

Was der Mäuse Freud, ist des Bauern Leid. «Für einige Landwirte ist die Situation dramatisch», sagt Mäusefänger Jean Malevez. Sobald es etwa zweihundert Mäuse pro Hektare habe, nütze kein legales Mittel mehr. Mäuse-Experte Gago: «Die Berner Bauern sollten die letzte Chance nutzen und gemeinsam gegen die Mäuse kämpfen, bevor es zu spät ist.»
Andrea Abbühl