«Durchimpfungsrate geringer»

19. Februar 2019 10:02; Akt: 19.02.2019 10:32 Print

Masern-Epidemie an Steiner-Schule

Nicht geimpfte Schüler der Bieler Rudolf-Steiner-Schule müssen derzeit zu Hause bleiben. Grund ist ein Masern-Ausbruch.

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Die Weltgesundheitsorganisation schlägt Alarm, denn eigentlich könnten die Masern längst ausgerottet sein. Dabei führt laut einer US-Studie eine Verringerung der Quote bei der Kombi-Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) um 5 Prozent zu einer Verdreifachung der Masernfälle. Auf die Schweiz angewandt würde das bedeuten, dass die Fallzahl von 66 Fällen (2016) auf knapp 200 steigen würde. Um die Bevölkerung vor einer Infektion zu schützen, ist es wichtig, die Masern zu eliminieren. Dafür muss eine Impfquote von 95 Prozent erreicht werden. Dann kann sich der Erreger nicht mehr verbreiten. Nur so können immunschwache Menschen ... ... das heisst jene, die sich aus medizinischen Gründen wie beispielsweise Allergien oder akuten Infektionen nicht impfen lassen können, sowie Babys im ersten Lebensjahr geschützt werden. Den besten Schutz bringt die Kombi-Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR). Die Schutzwirkung einer Masernimpfung mit zwei Dosen wird mit mehr als 98 Prozent angegeben. Selbst in den seltenen Fällen, in denen es trotz Impfung zu Masern kommt, ist der Krankheitsverlauf abgeschwächt. Das Perfide an Masern: Erkrankte sind auch dann schon ansteckend, wenn sie noch nicht den typischen Hautausschlag entwickelt haben. Denn die Infektionsgefahr besteht drei bis fünf Tage vor dem Ausbruch des Hautausschlags und bis vier Tage danach. Masern beginnen wie eine heftige Grippe: mit hohem Fieber, einer laufenden Nase und Husten sowie entzündeten Schleimhäuten. Der einzige eindeutige Hinweis auf Masern findet sich zu diesem Zeitpunkt im Mundraum des Betroffenen: die sogenannten Koplik-Flecken – weisse Flecken mit rotem Rand an den Wangeninnenseiten. Oft werden Masern als Kinderkrankheit abgetan. Doch das ist falsch. So können Menschen jeden Alters erkranken, zudem kommt es bei jeder zehnten Person zu Komplikationen. Am schwerwiegendsten sind Lungen- und Gehirnentzündungen. In Europa verlaufen bei einem von rund 3000 Erkrankten die Masern tödlich. Weltweit fordern Masern jedes Jahr etwa 158'000 Todesfälle.

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An der Rudolf-Steiner-Schule in Biel wurde Anfang Monat ein erster Fall von Masern gemeldet. Wie CH Media schreibt, hat die Gesundheitsdirektion Bern daraufhin den nicht geimpften Kindern aus der betroffenen Klasse sowie deren Geschwistern einen dreiwöchigen Hausarrest verordnet. Mittlerweile gilt die
Anordnung für alle Klassen der Schule.

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Der Gesundheitsdirektion sind inzwischen 12 Masern-Fälle bekannt – alle an der betroffenen Steiner-Schule. Weitere Schulen seien bislang vom Virus verschont geblieben.

«An der Steiner-Schule scheint die Durchimpfungsrate geringer zu sein als in der Gesamtbevölkerung, weshalb es zu mehr Ansteckungen kommt», erklärt Lorenz Amsler vom Kantonsarztamt gegenüber den Zeitungen.

Masern weltweit auf dem Vormarsch

Anfang Jahr liess die Weltgesundheitsorganisation WHO verlauten, dass die Zahl der Masern-Fälle im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr weltweit um 30 Prozent gestiegen ist. Auch in einigen Ländern, die bereits kurz vor der Ausrottung der Krankheit standen, gebe es wieder mehr Fälle.

Zu einem Anstieg der Masern-Fälle kam es zuletzt auch in der WHO-Region Europa: Dort seien im gesamten Jahr 2017 23'927 Menschen erkrankt – 2016 waren es nur 5273 gewesen.

Komplikationen sind möglich

Gemäss dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) kann eine Masernerkrankung in jedem Alter auftreten und manchmal schwerste Komplikationen verursachen. Unkomplizierte Fälle heilen zwar ziemlich rasch und ohne bleibende Folgen ab, es besteht jedoch die Gefahr, dass sich als Komplikation eine Hirnentzündung (1 auf 1000 Fälle), eine Lungenentzündung (10 bis 60 auf 1000 Fälle) oder eine Mittelohrentzündung entwickelt.

Im schlimmsten Fall können Masernkomplikationen zum Tod führen. Eine spezifische Therapie gegen das Virus gibt es nicht. Das BAG empfiehlt deshalb eine Masern-Impfung.

(rab)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter7 am 19.02.2019 10:22 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig so

    Absolut richtig, die Kindern von Impfverweigerern während einiger Zeit von der Schule auszuschliessen. Aber auch dies wird die Impfgegner nicht kümmern....sie wollen ja IHREN Willen durchsetzen...auch auf Kosten der eigenen Kinder.

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  • Realo am 19.02.2019 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Nicht-Impfer

    Vielleicht sollte man sich von den stets abweichenden alternativen Ansichten einmal etwas verabschieden und einfach einmal akzeptieren, was über Jahrzehnte erfolgreich realisiert wurde.

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  • Marc Bjorg am 19.02.2019 10:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Obligatorisch!

    Das muss endlich obligatorisch werden mit dem Impfen für Masern etc. Sonnst sind wir bald wieder in der Steinzeit.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hestja am 19.02.2019 19:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fragwürdig

    Also, ich geb jetzt auch mal meinen Senf zum Thema Impfen durch. Als ich das erste mal schwanger war(22), wurde ein Rötelntest gemacht. Ich hatte sie als Kind nicht und hab auch absolut keine Abwehrkörper dagegen. Wurde direkt nach der Geburt geimpft. So, bei meiner zweiten Schwangerschaft(25) den Test wiederholt. Absolut keine Abwehrkörper vorhanden. Jetzt mal meine frage, was bringt mir das Impfen?? Gar nichts!! Als kleine neben Info, ich hab zwei gesunde Jungs die heute 16+13 sind Hab meine Kinder bis zum 12. Lebensjahr auch nicht gegen MMR geimpft. Danach bekamen sie die Impfung, aus einem Grund, sie hatten bis dahin den Mumps nicht. Der kann bei Jungs zu unfruchtbarkeit führen wenn sie ihn ab dem Teenager alter bekommen. Kann muss nicht..

  • Michi am 19.02.2019 18:51 Report Diesen Beitrag melden

    Der Schwachsinn

    des Impfens wird nicht wahrer, wenn man ihn möglichst oft so thematisiert. Eine ausgewogene Diskussion oder ein Bericht mit Pro und Contra findet nie statt, immer nur einseitig pro-impfen. Warum?

  • Frank Z. am 19.02.2019 18:44 Report Diesen Beitrag melden

    Wieder Impfpropaganda

    mehr auch nicht. Ich hätte gerne mal ein Interview mit vielen Mitarbeitern in Pflegeberufen, die sich nicht impfen lassen möchten. Die ganze Impfdiskussion ist immer einseitig "pro-impfen". Kein ausgewogenes "Pro und Contra". Warum denn nicht? Nur alleine deswegen schon, sollten da die Alarmglocken läuten. Das ist eben dann nicht Aufklärung, sondern Propaganda. Eigentlich ganz einfach zu erkennen.

  • Frau53 am 19.02.2019 16:37 Report Diesen Beitrag melden

    Geldmaschine Impfstoff

    Es ist schon unglaublich, wie die Hirnwäsche der Schulmedizin wirkt. Ein grosser Teil der Kommentatoren/innen sind voll und ganz auf der Impfwelle die lediglich den Pharma's viel Geld in die Tasche spielt. Die meisten haben sich nie näher mit der Thematik auseinander gesetzt und folgen blind der Angstmacherei einer Riesen Geldmaschinerie. Fakt ist, dass Impfen krank macht. Das Leben als solches ist übrigens Lebensgefährlich, wir können jeden Tag an irgend etwas sterben, ob wir das wollen oder nicht. Berichtet also einmal seriös über Impffolgen, anstatt Impfungen in den Himmel zu loben.

  • m.h. am 19.02.2019 16:16 Report Diesen Beitrag melden

    Aufklärung

    Liebe Jammeries als erstes ich bin kein Impfgegner aber ich kenne jemanden und diese Person hat dank dem Impfen nun ein richtiges sch....Leben weil sie auf vieles allergisch ist. Steht mal einen Schritt zurück und verurteilt nichr immer direkt. Impfen ist nicht zu 100 Prozent sicher und anstelle von Beleidigungen rauszuhauen würden wir besser dafür kämpfen, dass es sicher wird und es Tests gibt um rauszufinden ob jemand negativ auf eine Impfung reagiert. Nur so können wir die Ängste der Impfgegner abbauen und allen anderen helfen. Beides ist verantwortungslos was ihr und was die machen.